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Montag, 7. Januar 2013

Ein Jahr in Bildern - Rückblick 2012

Ein Jahr ist um und graue Wintertage boten Zeit, Bilder zu sortieren und online zu stellen. Damit gibt es wieder den schönen grafischen Jahresüberblick 2012. Passwort gibts wie immer beim Autor.
2012 gab es eine ganze Menge schöner Wanderungen, von denen hier ja auch ausgiebig berichtet wurde. Höhepunkte der Wandersaison im letzten Jahr waren zweifelsohne die 9-tägige Kammtour durch Erzgebirge und Vogtland sowie eine dreitägige Tour durchs Elbsandsteingebirge. Daneben ging es durch so ziemlich alle umliegenden Flusstäler (Zschopautal und Flöhatal, Chemnitztal, Muldental, Schwarze Pockau), ins Erzgebirge, ins Limbacher Land und ein weiteres Mal ins Elbsandstein. Neben alten Gleisen bewanderten wir letztes Jahr auch neue Straßen. Eine schöne Tour führte uns mit den Rosa Löwen in die Anhaltinische Provence. Die geballte Bilderflut zu all diesen Touren gibts hier: [Wanderbilder 2012]

Neben den vielen mehr oder weniger ausgedehnten Wanderungen gab es 2012 auch zwei schöne Urlaube. Im Mai waren wir zwei Wochen auf den Kanaren, auf La Palma und unserer geliebten Insel El Hierro [Blog] [Bilder]. Im August gab es die nunmehr 5. Auflage der sogenannten Harz-Treffen mit alten Freunden und deren immer größer werdenden Familien. Mit nicht weniger als 6 Kindern hatten wir eine herrliche Woche in der Villa Lückendorf [Blog] [Bilder]. Kurzurlaube führten uns zudem nach Marienbad und zwei mal ins weihnachtliche Erzgebirge [Adventswochenende I] [Adventswochenende II].

Auch auf den Seiten von Saxdorf und dem Kleinstgarten sind 2012 wieder schöne Bilder hinzugekommen: [Saxdorf 2012], [Kleinstgarten 2012, neueste Bilder ganz unten]

Mittwoch, 22. August 2012

Harz V in der Villa Lückendorf

Bei Lückendorf (Bild von Rene)
Schon wieder Urlaub in der schönsten aller Villen! Eigentlich war alles fast so wie vor einem Jahr, außer dass wir ein Erwachsener und drei (fast dreieinhalb) Kinder mehr waren und alles viel länger, viel sonniger und auch viel dreidimensionaler war!
Zur Villa ward hier und da bereits genug gesagt, es sei vielleicht hinzugefügt, dass es bei Sommerwetter im Sommer noch mal ein ganzes Stück schöner ist, vor allem wenn man Terasse und Park intensiv nutzen kann.
Böhmische Dörfer
Auch wenn einige Teilnehmer ob der wachsenden Kinderschar nur eingeschränkt mobil waren, gab es doch etliche schöne Wanderungen und Ausflüge, so unter anderem wiederum zu unserer liebsten Tschechenkneipe in Dolni Svetla (von Jonsdorf kommend gleich am Ortseingang), nach Jonsdorf durch tolle Felslandschaften zum putzigen Gondelteich und durch malerische Dörfchen, natürlich nach Oybin und zur schönsten aller Wiesen beim Kletterparadies Mönchswand.  Zu letzterem schleppten wir sogar anderthalb Bleche Pflaumenkuchen über Stock und Stein, um diesen in trauter (und vollzähliger!) Runde in uns reinzustopfen.
Im Wald (Bild von Rene)
Überhaupt gab es diverse kulinarische Highlights, die Bohnenbündchen von Keva haben eine neue Referenz in ihrer Klasse gesetzt! Zusammen mit dem leckeren Reh aus Görlitzer Wäldern und den tollen schlesischen Kartoffelklößen von Mische und Matz war das ein dem Ort würdiges Festessen. Überraschend gut war übrigens auch ein Mittagessen im Restaurant Siebert des Hotels Am Berg Oybin mit feiner Knoblauchsuppe, einem sehr guten Schnitzel und leckeren Stupperle.
Festessen (Bild von Rene)
Kurzum, schön war's, gern wieder!
Diverse Bilder von unserem Urlaub in Lückendorf gibt es von Rene und von uns.

Sonntag, 15. Juli 2012

Auf dem Kammweg durch Erzgebirge und Vogtland

Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah? Ganz in diesem Sinne gab es letzte Woche mal wieder Nahurlaub - Wandern auf dem Kammweg durch Erzgebirge und Vogtland. Auf größtenteils sehr schönen und oftmals aussichtsreichen Wegen legten wir in 10 Tagen ca. 230 km zu Fuß zurück. Sowohl Menschenmaterial als auch Ausrüstung kamen damit überraschend gut zurecht. Manche Etappen erwiesen sich als recht sportlich und rückblickend würde man wohl eher höchstens 25 km pro Tag als Optimum anstreben, um genug Zeit zu haben, auch mal in der Sonne zu liegen oder die zahlreichen Ausblicke zu genießen.
Neben vielen tollen Landschaften erwies sich auch das Kennenlernen der extrem großen qualitativen Bandbreite des sächsischen Beherbungsgewerbes als recht spannend. Der Begriff "durchwachsen" beschreibt das Ganz wohl ganz gut, einige dieser Herbergen wird man künftig meiden und nur drei von neun wird man gern wieder besuchen. Liebe sächsische Gastronomen und Hoteliers - hier dürft ihr ruhig noch etwas tun, um den geneigten Gast zur Wiederkehr zu bewegen! Doch nun genug der Vorrede, zur Tour:
Anreise nach Oberholzhau: Mit der Bahn geht es sehr flott und preiswert von Chemnitz nach Rechenberg bei Holzhau, von wo wir entlang des Muldentals über Holzhau und das Teichhaus ca. zwei Stunden hinauf zur ersten Übernachtung zum Torfhaus laufen. Das Torfhaus, eine ehemalige Jugendherberge liegt mitten im Wald, nahebei findet sich ein idyllischer Teich. Unterkunft und Essen entsprechen noch immer dem Jugendherbergsniveau. Was diese Unterkunft dennoch so angenehm macht, ist die herzliche Aufnahme durch die Betreiber Kerstin und Jörg, mit denen wir am Abend beim Bier und später beim Frühstück in fast familiärer Atmosphäre sitzen. Hier kommen wir bestimmt mal wieder hin.
1. Etappe von Oberholzhau nach Olbernhau: Zunächst geht es über die Fischerbaude hinab nach Rechenberg, von dort an Sayda vorbei über Neuhausen und den Schwartenberg nach Seiffen. Viele ausgesucht schöne Wege, viel offenes Land und tolle Aussichten. Von Seiffen geht es durch den Wald hinab nach Olbernhau, wo wir nach einer langen Etappe von ca. 35 km unsere Unterkunft, das Hotel zum Poppschen Gut erreichen. Alles sehr ordentlich und auch das Essen ist gut, ein ganz normales Durchschnittshotel. 
Am Torfhaus
2. Etappe von Olbernhau zum Hirtstein: Auf dem Wege vom Hotel zurück zum Kammweg passieren wir die schöne Anlage der Saigerhütte und mit dem Erreichen des Kammwegs verlassen wir Olberhau auch schon wieder im schönen Tal der Natzschung. Zunächst viel Wald, beim Stößerfelsen gibt es einen schönen Ausblick ins Tal. Offene Landschaft gibt es dann erst wieder in Rübenau, das erste der drei schönen Kammdörfer die wir auf dieser Etappe passieren, alle schön gelegen inmitten großzügier Wiesen. Das nächste dieser Dörfer ist Kühnhaide, dessen Verlauf wir auf einem sehr schönen Weg entlang des Waldrandes und später auf dem Moorlehrpfad folgen. Wenig später erreichen wir auch schon Reitzenhain, wo wir entlang der Grenze durch ein schönes Hochtal mit einem mäandernden Bach laufen. Nach kurzer Waldpassage erreichen wir auf einem  schönem Wiesenweg schließlich den Hirtstein, wo die gleichnamige Baude unser nächstes Quartier sein wird. Zuvor bewundern wir jedoch noch den Basaltfächer und die großartige Aussicht. Die Hirtsteinbaude überrascht in jeder Hinsicht positiv, zunächst mit einem sehr schönen Zimmer mit phantastischer Aussicht, später durch lecker Essen und freundlichen Service. Man merkt, dass hier mit Hingabe gekocht wird und frische und regionale Produkte verarbeitet werden. Nach dem Essen bringt uns die Gastgeberin noch den letzten Rest vom köstlichen Blaubeerkuchen und schließlich ordern wir noch die gebackenen Holunderblüten, ebenfalls sehr lecker. Fast schon nicht mehr überraschend, dass dann beim Frühstück noch ein Töpfchen Quarkspeise mit leckeren frischen Himbeeren und Blaubeeren auf dem Tisch steht. Die Hirtsteinbaude ist unsere Entdeckung und Empfehlung - hier kommen wir gern wieder her! Hinweise auf ähnliche Unterkünfte sind willkommen!
Saigerhütte Olbernhau
3. Etappe vom Hirtstein zum Bärenstein: Wir verlassen den Hirtstein mit einem kleinen Umweg durch das schön gelegene Satzung, in das ein wunderschöner Wiesenweg durch Bergwiesen führt. Auch wenn der Höhepunkt der Wiesenblüte schon überschritten ist, sind doch viele dieser Wiesen noch immer wunderschön. In den Wäldern blühen zudem unzählige Fingerhüte, oft sehen wir die prächtigen blauen Disteln und in den Sumpfgebieten sehen wir das Wollgras und ab und an auch mal eine der heimische Orchideen.  Von Satzung geht es nun durch den Wald hinab nach Schmalzgrube, ein Ort, der ebenfalls wunderschön inmitten von Wiesen liegt. Von Schmalzgrube geht es entlang des Pressnitztals mit seiner Schmalspurbahn hinüber nach Jöhstadt. Jöhstadt selbst erweist sich als weitestgehend tot, wie so viele der ostdeutschen Kleinstädte. Von Jöhstadt geht es wieder zurück auf den Kammweg, der auf einem schönen Wiesenweg und mit tollen Aussichten der Grenze folgt. Wieder im Wald geht es hinüber nach Königswalde, wo wir uns in der Brettmühle für den Aufstieg zum Bärenstein stärken. Zuvor folgen wir noch auf idyllischem Weg einem alten Floßgraben durch den Pöhlagrund bis nach Kühberg. Hier geht es nun auf schönem Wege bergauf und bald genießen wir die Aussicht vom Bärenstein hinab nach Cranzahl. Über das Hotel auf dem Bärenstein schweigen wir besser.  Lediglich hartgesottene Nostalgiker und Ewiggestrige sollten einen Besuch wagen. Alle Anderen wandern besser weiter und suchen sich woanders eine schöne Unterkunft.
Fichtelberghaus
4. Etappe vom Bärenstein zum Fichtelberg: Auf dieser Etappe weichen wir ein wenig vom Kammweg ab und folgen statt dessem dem Bimmelbahn-Erlebnispfad, der uns auf schönem Wege entlang der Schmalspurbahn von Cranzahl nach Oberwiesenthal bringt, von wo es nur noch ein kurzer, wenn auch steiler Weg zum Fichtelberg ist. Dort empfängt uns Nebel sowie das Fichtelberghaus, wo wir die Nacht verbringen. Letzteres überrascht durch schöne und große Zimmer sowie ein Feinschmeckerrestaurant, welches aber leider an diesem Abend geschlossen hat. Dennoch essen wir ganz gut und der nächste Morgen erfreut uns zudem mit einer wunderbaren Aussicht und einem Frühstück im schön gestalteten Hotelrestaurant "Das Guck". Der Name ist hier Programm, denn neben einer Aussicht bietet "Das Guck" auch eine sehenswerte Sammlung von Kunstwerken aus dem Erzgebirge zum Gucken. Eine weitere Empfehlung!
5. Etappe vom Fichtelberg nach Rittersgrün: Toll, einen Tag lang fast nur bergab! Da die Etappe zudem recht kurz ist, bleibt Zeit, noch ein wenig um den schön gelegenen Ort herumzulaufen. Bereits nachmittags checken wir dieses Mal ins Landhotel Rittersgrün ein, was uns Zeit für ausgiebiges Saunieren und Wellness gibt.  Hier essen wir ebenfalls gut und genießen ein reichhaltiges Frühstücksbüffet, wie auch schon am Morgen zuvor. Allerdings kostet die Übernachtung hier auch fast doppelt so viel wie die Übernachtungen zuvor und um so vieles besser ist dieses Hotel dann nun auch nicht. Für ein Hotel dieser Preisklasse fehlt uns irgendwie das gewisse "Wow!".
6. Etappe von Rittersgrün nach Weitersglashütte: Beim Weg zurück zum Kammweg genießen wir noch einmal viele schöne Blicke auf Rittersgrün. Erwähnte ich schon, dass dies einer meiner liebsten Orte im Erzgebirge ist? Nun geht es auch wieder bergan, bis wir die wunderschön im Wald gelegene Himmelswiese erreichen. Dann folgt nochmals viel Wald und schließlich geht es hinab nach Johanngeorgenstadt, welches wir auf Höhe der Jugendherberge bald wieder auf einem schönen Wiesenwege verlassen. Nun geht es planmäßig Richtung Auersberg, nach einem heftigen Gewitterguss beschließen wir aber, den Weg abzukürzen und von der Sauschwemme direkt nach Weitersglashütte zu gehen, da man auf dem Berg eh nichts sehen würde. Hier lernen wir auch, dass Wiesenwege zwar wunderschön, aber nach einem Regen auch verdammt nass sind, so dass unser Schuhwerk nach einiger Zeit Land unter meldet. Gut also, dass wir im Hotel Zum Kranichsee ankommen und uns und die Schuhe trocknen können. In der urigen Gaststube gibt es zudem auch lecker Futter, so dass sich die Mienen bei dem einen oder anderen Bier und freundlicher Bedienung schnell aufhellen. Es gibt sogar noch einen kurzen Barfuß-Abendspaziergang auf der Dorfstraße, wo wir die ruhige Abendstimmung genießen. Auch Weitersglashütte liegt wie viele Dörfer auf dem Kamm sehr schön inmitten ausgedehnter Wiesen. Das Hotel ist an sich auch ganz nett, allerdings sind die Zimmer und speziell das Bad nicht mehr so ganz auf dem Niveau des 21. Jahrhunderts. Der Toilettenhäcksler macht zudem durch unmotiviertes gelegentliches Aufbrüllen fast ein wenig Angst.
Mühlleithen
7. Etappe von Weitersglashütte nach Schöneck: Zunächst führt uns der Weg an den Rand von Carlsfeld, ebenfalls sehr schön inmitten von Wiesen gelegen. Von dort geht es in den Wald, den wir dann auch längere Zeit nicht mehr verlassen, schließlich nähern wir uns dem vogtländischen Waldgebiet rund um Morgenröthe-Rautenkranz. In Morgenröthe treffen wir auf einen Floßgraben, dem wir ein Stücke folgen, ehe es bergauf, wiederum durch viel Wald, nach Mühlleithen geht. Dort nutzen wir erst mal die schönen Wiesen für Rast und Sonnenbad bevor es weiter zum Schneckenstein geht. Den erreichen wir um 14:32 Uhr, also ca. 2 Minuten zu spät, denn wir sehen grad noch den Bewacher mit der Kasse um die Ecke verschwinden. Tourismus gibt es im Vogtland also nur bis 14:30 Uhr. Statt des Schneckensteins besteigen wir alsdann eine nahegelegene Halde, die einen weiten Blick über das Vogtland erlaubt, auf der einen Seite die klingenden Täler, auf der anderen der Blick hinüber nach Falkenstein und zu den umliegenden Orten. Vorbei an der Talsperre Muldenberg geht es dann nach Schöneck, Balkon des Vogtlands und Heimat meiner Vorfahren. Wir wohnen nett in der Brauereischänke, deren Küche allerdings noch Verbesserungsmöglichkeiten hat. Abends ziehen wir noch mal durch den Ort, besuchen Orte meiner Kindheit, klauen Erdbeeren im verwilderten Garten meiner Tante und genießen den Blick vom Alten Söll. Leider ist auch dieses schöne Städtchen menschenleer, es gibt kaum Gastronomie und das in dieser wunderschönen Urlaubsgegegend. Allein das riesige FDGB-Ferienheim am Ortsrand erfreut sich regen Besuchs und verhindert wohl auch jedes touristische Leben im Ort. Schade! Möchte nicht mal jemand ein kleines feines Hotel, Kneipen, Straßencafés oder Lädchen in Schöneck aufmachen?
Im Vogtland
8. Etappe von Schöneck nach Süßebach: Von Schöneck aus geht es bergab, wir streifen viele schöne Dörfer, der Wald wird weniger und man hat viele schöne Aussichten. Leider können wir nirgends verweilen denn zahllose Bremsen verfolgen uns und warten nur darauf, dass wir kurz ruhig halten, um dann erbarmungslos zuzustechen. Erst nach Passieren des Elstertals können wir die lästigen Viecher abschütteln und eine ausgiebige Rast machen. Nun geht es wieder bergauf, es ergeben sich immer wieder tolle Ausblicke hinauf nach Schöneck, das majestätisch am Horizont thront.  Den Umweg des Kammwegs über Gettengrün lassen wir aus und laufen direkt über Bergen und Eichigt nach Süßebach. Dort wartet unsere letzte Übernachtung, der Landgasthof Süßebach. Zimmer und Essen passen ganz gut, allein die naheliegende Straße stört mächtig. Offenbar sind auf dieser Straße alle Grenzdebilen des Vogtlandes unterwegs, bei dem was dort innerorts gerast wird, vergisst man jede Menschlichkeit und wünscht man dem einen oder anderen Rennteilnehmer dann doch ein vorzeitiges Ausscheiden. 
Im Vogtland
Rückfahrt: Auf schönen Wegen wandern wir von Süßebach hinüber nach Oelsnitz, wiederum tun sich viele Aussichten auf. Auch Oelsnitz präsentiert sich an einem Sonntagmittag wie ausgestorben, Überreste eines Festes auf dem Markt künden aber von möglichem Leben. Nach etwas Suchen finden wir sogar eine offene Wirtschaft, den Sperk,  wo wir uns an leckeren Bambes mit Gulasch laben, die freilich nicht ganz an die bekannten Referenzbambes heranreichen. Sodann begeben wir uns zum Bahnhof von Oelsnitz, der einen recht traurigen Anblick bietet. Immerhin bringt uns von dort die Vogtlandbahn nach Plauen und 2 Stunden später setzen wir die Füße schon wieder auf Chemnitzer Boden.
Weitere Bilder zur Tour gibt es wie immer hier.

Montag, 28. Mai 2012

Urlaub auf La Palma und El Hierro

La Palma, Caldera de Taburiente
Nachdem sich heute angesichts der Ausschüttung des Heiligen Geistes ein wenig Muse fand, die Urlaubsbilder zu sichten und zu beschriften, soll hier nun von unserem nunmehr schon zwei Wochen zurückliegenden Urlaub auf den Kanareninseln La Palma und El Hierro berichtet werden.
Los ging die ganze Geschichte in München, wo wir uns einen halben Tag Voraburlaub gönnten. Wir spazierten durch den Nymphenburger Park, tranken lecker Kaffee im Palmenhaus, lustwandelten durch den herrlich blühenden botanischen Garten und endeten schließlich beim Pschorr, wo es gar lecker Haxen und Bier gab. Schöner kann man sich den Einstieg in den Urlaub kaum wünschen!
Unglücklicherweise war die folgende Nacht ein wenig kurz, da die dauerstreikende Iberia einen Flug strich und wir in aller Herrgottsfrühe nach Madrid aufbrechen mussten. Das freilich gab uns wiederum Zeit, noch ein paar Stunden in der City von Madrid zu verbringen. Allerdings herrschten dort verglichen mit München winterliche Temperaturen, die man in Spanien um diese Jahreszeit nicht vermutet hätte. Trotzdem war es ganz nett, mal ein wenig durch Madrid zu spazieren. Spektakulär war die Markthalle, wo an den Ständen jegliche Köstlichkeit in kleinen Naschportionen angeboten wurde, was offenbar auch halb Madrid für den Mittagsimbiß nutzte.
La Palma, Vulkanlandschaft
Wenig später waren wir dann schon auf La Palma und bezogen unser Hotel, das Parador de La Palma, unweit der Inselhauptstadt Santa Cruz. Zu den Paradores wäre zu sagen, dass man da sehr gut wohnt, das Frühstücksbüffet auf La Palma war toll, das auf El Hierro war wohl auf Grund der Gästekrise etwas dünn. Das im Restaurant angebotene Essen wird dem Niveau, welches die Paradores haben wollen, jedoch nicht gerecht. Auf El Hierro beherrschte offenbar auch kaum jemand im Hotel eine Fremdsprache, was wohl auch nicht so recht zu dieser Hotelkategorie passt. Aber nun genug gemeckert - das sind schon eher Luxusprobleme.
Am ersten Tag auf La Palma erkunden wir die Südhälfte der Insel mit tollen Vulkanen und den dazugehörigen unwirtlichen Lava-Landschaften, durchbrochen von schönen Kiefernwäldern. Während man die ersten Tage auf Meereshöhe freundliche 20 - 23°C hatte, ist es auf 1000 m Höhe und darüber schon empfindlich kühl, oftmals auch wolkenverhangen. Das wird allerdings von Tag zu Tag besser und am Ende unseres Aufenthaltes ist es überall schön warm und die ganze Insel fast wolkenfrei. Unten am Wasser ist es ohnehin immerzu angenehm temperiert, so dass man dort auch bis weit in die Nacht draußensitzen kann.
Die nächsten Tage folgen viele spektakuläre Wanderungen. Herausragend ist sicher die Tunneltour bei den Corderos Quellen, wo wir durch mehr als 10 unterschiedlich lange Tunnel einem Wasserkanal folgen. In einem der Tunnel läuft man quasi im und durch das tobende Wasser, welches frisch aus den Quellen kommt. Eine Tour führt uns zu vielen tollen Vulkankratern und Kuppen in der Inselmitte. Das Highlight schlechthin ist natürlich die Caldera de Taburiente, der riesige (ca. 10 km) Vulkankessel, den wir von oben, unten und auf mittlerer Höhe erkunden. Bei einer Grattour auf 2000 m begehen wir den Rand der Caldera und sehen beim Roque de los Muchachos die Observatorien der europäischen Nordsternwarte. Die Caldera selbst ist an diesem Tag wolkenverhangen, nur der Grat ist über den Wolken und ab und zu ergibt sich ein spektakulärer Blick ins Innere. Das gewaltige Innere der Caldera sehen wir später, bei einer kleinen Tour von der Cumbrecita aus  - ein außerordentlich eindrucksvolles Bild! Eine weitere Wanderung führt uns ganz von unten durch eine Schlucht in die Caldera, eine ebenfalls sehr eindrucksvolle Tour, bei der man immer wieder auf Steinen balancierend einen Bach durchqueren muss, bisweilen müssen dafür auch erst mal neue Steine plaziert werden.
Die Abende verbringen wir meist in Santa Cruz, der Inselhauptstadt, die neben einer hübschen Altstadt auch mit einigen guten Restaurants aufwarten kann, wo man teils recht beschaulich draußen sitzen und dem Leben auf den Straßen zusehen kann. 
Schnell ist die erste Woche um und wir wechseln über Teneriffa nach El Hierro. Beim dritten Besuch fühlen wir uns hier schon fast zu Hause und als wir am ersten Tag die schönsten Plätze abklappern, kommt ein richtig vertrautes Gefühl auf, alles ist noch so schön wie eh und je, keine großen Bausünden und hier und da ist sogar ein neuer toller Aussichtspunkt entstanden. Ähnlich wie auf La Palma sind inzwischen auch alle Wege aufs Vorbildlichste markiert - einzig Hinweise auf gesperrte Wege hätte man sich vielleicht bisweilen etwas früher gewünscht. 
Auch die Wanderungen sind längst vertraut und doch immer wieder schön - zumal sich die Insel jetzt im Mai in ganz anderen Farben zeigt, viele Sträucher und Pflanzen blühen jetzt. Die landschaftliche Vielfalt ist immer wieder beeindruckend. Saftig grüne Hochebenen wechseln sich ab mit spektakulären Steilküsten, Lavaflächen, Vulkankratern, Kiefernwäldern und dem Nebelurwald in der Inselmitte. Wir wandern von Sabinosa auf die Hochfläche, über die Hochflächen im Norden zum Heiligen Baum, durch den Nebelwald und natürlich darf die hochalpine Tour (1000 m rauf, zwei Stunden rüber und 1000 m senkrecht wieder runter)  rund um Las Playas nicht fehlen. 
Erstmalig begehen wir dieses Mal die Wände des Golftals, von El Matorral (am Tunnelausgang) nach La Frontera und dort durch die Steilwand hoch zum Mirador de Jinama (ca. 1000 m). Danach folgt diese wunderbare Tour der Steilküste, immer hart an der Abbruchkante mit spekakulären Tiefblicken bis zum Mirador de La Pena. Leider ist der Abstieg von dort ernsthaft gesperrt, so dass wir den Rückweg nach unten mit dem Taxi machen müssen.
Den Weg zur Teufelshöhle brechen wir ebenfalls ab. Zwar ist die schwierigste Kletterstelle dieses Mal leicht zu überwinden, der überall herumliegende frische Steinschlag gibt uns aber dann doch zu denken. Immerhin können wir dort noch ein wenig an unserer ganz speziellen Badewanne rasten.
Die Tage enden meist an dem ebenfalls für uns neu entdeckten schönen Badeplatz La Maceta, wo wir zwischen Wandern und Abendessen noch die eine oder andere Stunde rumfaulen. Zum Abendessen geht es zwei mal in den wunderschön gelegenen Mirador de la Pena mit grandioser Sicht ins Golftal. Dort ist nicht nur die Aussicht sehr gut, auch das Essen kann da locker mithalten. Das beste Essen der Insel gab es in einem kleinen Restaurant in Valverde (La Mirada Profunda, Calle Santiago 25). Zwei mal essen wir auch sehr gut in einem kleinen Restaurant in Las Puntas (La Mareta), wo wir nicht nur freundlich auf deutsch bedient werden, sondern zudem auch noch das Neueste von der Insel hören. Diese Nachrichten sind allerdings wenig erfreulich, die Zahl der Touristen hat seit den vulkanischen Aktiviätet im Herbst dramatisch abgenommen, viele kleine Restaurants und Pensionen werden das wohl nicht mehr lange überstehen. Das erklärt nun auch, warum wir selbst an den tollsten Highlights der Insel kaum mal andere Touristen gesehen haben.  
El Hierro, Golftal
Die letzten Tage auf der Insel wird es sehr heiß, teils weit über 30 Grad und die heiße Luft bringt viel Staub aus der Sahara, so dass wir uns nur noch mit Mühe und mit Hilfe des Autos zu den noch ausstehenden Highlights schleppen können.
Insgesamt wieder ein wunderschöner Urlaub und wir kommen ganz bestimmt mal wieder her.
Bilder vom Urlaub gibt es wie immer hier. Das dazugehörige Passwort kann per EMail erfragt werden.

Sonntag, 12. Februar 2012

2011 in Bildern


So, nun ist es vollbracht, alle Bilder von 2011 sind bearbeitet, kommentiert und hochgeladen.
Hier gibt's das ganze Jahr in Bildern.
Schön so ein Rückblick, was man alles in nur einem Jahr unternommen hat. Es kommen viele Erinnerungen an schöne Tage hoch, die wir teils zu zweit und teils mit guten Freunden verbracht haben.
So gab es eine ganze Anzahl schöner Kurzurlaube: Wir waren im Mai im Elbsandstein, im Juni mit vielen Freunden in der Villa Lückendorf im Zittauer Gebirge, im August im Saale-Unstrut-Gebiet mit einem Abstecher zur Party vom Riedschor nach Wolfsburg sowie im Oktober mit Heidi, Berni und Os im Riesengebirge. Schlußendlich waren wir um Silvester noch einmal - aber dieses mal mit anderen guten Freunden - in Lückendorf. All diese Urlaube bewegten sich innerhalb der selbst auferlegten 300 km Grenze, wenn auch teils recht knapp (Wolfsburg, Riesengebirge). So ein Nahurlaub ist wirklich toll, man hat keine lange Anreise und lernt tolle Landschaften in der näheren und weiteren Umgebung kennen und da haben wir sicher noch lange nicht alle gesehen.
Eine Grenzüberschreitung gab es freilich. Die Hochzeit von Carsten und Karin zwang uns weit nach Süden und wir nutzten die Gelegenheit, gleich noch eine Woche Urlaub in den Alpen, in unserem geliebten Böglerhof in Alpbach ranzuhängen.
Neben den Urläuben gab es auch ne Menge schöner Ausflüge, so an Ostern mit den Familien in Schöneck, eine schöne Wanderung zwischen Teichmühle und Muldental, eine Wanderung auf alten Gleisen, eine schöne Tour im Herbst im Greifensteingebiet und noch viele mehr.
Ansonsten gab es auch noch die eine oder andere Party, sowie diverse Ausflüge mit Freunden, so etwa mit Rene, Levke, Till und Peer zum Kloster Altzella, ein Besuch bei Mischa in Leipzig oder das Himmelfahrtskommando mit den Queerschlägern zur Buschmühle.
Ferner wurde natürlich auch wieder des Öfteren lecker gekocht und gegessen ;)

Das Passwort für die Bilder ist allgemein bekannt oder kann bei uns erfragt werden.

Sonntag, 8. Januar 2012

Harz IV reloaded


Vor, während und nach Silvester weilten wir mit der E-Techniker-Bande wieder mal in der Villa Lückendorf, wo wir schon im Sommer einige schöne Tage verbrachten.
Um es kurz zu machen: Auch im Winter lässt es sich in der Villa aushalten. Man kann faul vor dem Kamin sitzen, schön tafeln und natürlich auch winters die herrliche Umgebung genießen. Das fehlende Laub erlaubt sogar Ausblicke, die man im Sommer nicht hatte. Gleich am ersten Tag gab es eine schöne Wanderung durch die beiden Felsengassen zum Töpfer mit Einkehr und von dort über Oybin mit Einnahme eines sehr fair gehandelten Glühweins zurück nach Hause. Eine weitere schöne Tour führte uns durch die inzwischen tief verschneite Landschaft rund um Lückendorf. Diese Runde mit vielen schönen Aussichten sollte man im Sommer unbedingt mal wiederholen.
Im benachbarten Kurhaus lässt es sich übrigens auch recht gut speisen, wenngleich der Name "Aromatherapie" für ein Restaurant etwas eigenartig ist, schließlich will man ja genießen und nicht therapiert werden. Urig war es in der alten Schmiede, es gab schöne deftige Speisen und süßes süffiges tschechisches Bier. Besagtes Bier (Svijany!) gibt es übrigens in so ziemlich jeder Kneipe in der Gegend. So auch im Gasthaus Waldidyll ebenfalls unweit der Villa wo uns ein köstlicher Linsentopf und leckere Mohnschecke serviert wurde.
Ein Desaster war freilich der Versuch, am Montag abend im Tschechischen einzukehren. Wir fanden zwar ca. 5 Wirtschaften, aber alle hatten zu. Reumütig zurückgekehrt nach D fanden wir allerdings in Hain ein schönes Gasthaus (Klette), wo man Knoblauchspezialitäten (~brot, ~suppe) servierte, die auch die Tschechen nicht besser hinkriegen. Selbstredend gab es auch da Svijany.
Nicht unerwähnt bleiben soll auch das Cafe mit den Klingeln in Zittau, wo es feinstes Backwerk gab und das zweifelsohne den Höhepunkt eines Tagesausflugs darstellte, der bis dahin aus einem Kurzbesuch am Dreiländereck und dem Blick in einen polnischen Tagebau bestand.

Bilder gibt's hier.

Freitag, 7. Oktober 2011

In tschechischen Gebirgen




Zum langen Wochenende vom Einheitstag gelang es Berni, Heidi und natürlich vor allem Oss, uns ins Riesengebirge nach Spindlermühle zu locken. Eine wesentlich längere Anreise als wir sie mit über 5 h hatten, ist innerhalb der 300 km Zone kaum denkbar, so dass wir Freitag abend schon ziemlich angenervt im Hotel eintrafen. Dummerweise hatte ich vorher im Netz auch noch etliche Kritiken über das Hotel gelesen, so dass meine Erwartungen beliebig niedrig waren. Glücklicherweise hellte sich die Stimmung nach dem Essen und einige Biers und Becherovkas später wieder auf und blieb von da an freundlich. Gemessen am Preis war das Hotel schließlich doch recht nett und das Essen für tschechische Verhältnisse sogar fast hervorragend.
Samstag ging es dann zur Schneekoppe, dem höchsten Berg der näheren und weiteren Umgebung. Eine tolle Idee, die bei dem Traumwetter allerdings nicht nur wir hatten. Gefühlt bewegte sich halb Deutschland, Tschechien und Polen auf den Gipfel zu. Eine solche Enge wie auf dem Weg zum Gipfel und daselbst hatte ich wohl zuletzt in Shanghai gespürt. Nichtsdestotrotz konnte man zwischen den Menschen vereinzelt sehr schöne Landschaft erkennen und auf dem Rückweg dünnte sich das Volk dann doch etwas aus, so dass wir teilweise die tundraartige Landschaft der Riesengebirgskämme sogar genießen konnten.
Das Ziel der Tour des nächsten Tages, die Spindlerbaude war offenbar deutlich weniger attraktiv. Auf einer schönen Wanderung mussten wir die herrliche Landschaft dieses Mal nur mit überschaubar wenigen Menschen teilen. Neben urigen Waldwegen und vielen schönen Ausblicken faszinierten mich vor allem die schönen ursprünglichen Dörfchen, die umgeben von weiten Wiesen mitten im Wald liegen. Auch der Skiort Spindlermühle selbst ist bis auf einige Bausünden der Moderne noch recht hübsch und bietet auch ohne eine gnädig alles zudeckende Schneedecke noch einen freundlicheren Anblick als viele Skiorte in den Alpen. Etwas ungewohnt für mich waren die zahlreichen, von Berni forcierten, Einkehren. Aber wir wollten es natürlich auch nicht riskieren, womöglich mitten im Wald mit einem unterhopften Berni liegenzubleiben.
Montag mussten wir das Riesengebirge schon wieder verlassen, nicht ohne auf dem Rückweg noch einen Abstecher ins benachbarte Isergebirge, nach Jizerka, dem Ort des sagenhaften Misthauses, zu machen. Von diesem ebenfalls wunderschön gelegenen und ursprünglichem Dörfchen wanderten wir durch schöne Landschaft zu einem großartigen Wackelstein. Leider konnten wir uns im Isergebirge nicht viel länger aufhalten aber nach Jizerka werden wir auf jeden Fall mal wieder kommen und dann werden wir beim Kapitalisten wohnen!
Ein wunderschöner Kurzurlaub, einzig die traditionelle böhmische Küche, die allenfalls zwei mal kurz aufblitzte, suche ich weiter - Hinweise auf deren Verbleib nehme ich dankbar entgegen.

Bilder gibt's hier.

Freitag, 23. September 2011

Alpines

Eine Hochzeit in der bayrischen Stadt mit der längsten Burg Europas erlaubte uns nun doch endlich die Sprengung des 300 km Rings, was wir prompt nutzten, um den österreichischen Alpenraum unsicher zu machen.
Zunächst ging es also nach Burghausen, ein nettes kleines bayrisches Städtchen im äußersten Südosten des Landes. Bei schönstem Sommerwetter gab es eine Hochzeit nebst Taufe zu feiern. Dazu mussten wir freilich erst mal in eine katholische Kirche, wo man versuchte, uns allerlei absurde Glaubenbekenntnisse abzuringen und gar aufforderte, dem Teufel abzuschwören! Im Gegensatz zur Eheschließung und Taufe mißlang dies aber dem Geistlichen, so dass wir munter weiter in Sünde leben können. Die Feier lässt sich leicht mit "schön wars" zusammenfassen, den Bräutigam sah man selten so glücklich und anstrengende Darbietungen der Verwandschaft hielten sich in Grenzen. Freilich versuchte unsere Begleitung nach der Feier uns zum Weiterzechen beim Russen zu bewegen, auch das konnte aber abgewehrt werden, so dass der nächste Tag mit erfreulich wenig Kopfschmerz begann.
Anhaltend schönes Wetter veranlasste dann auch einen raschen Ortswechsel in unseren Urlaubsort Alpbach, bekannt weniger durch das Grab Schrödingers als als "schönstes Blumendorf Europas". Naja ... Schön ist es aber da wirklich, viele Berge in Reichweite von Tagestouren und dann gibt es da noch den Böglerhof, zweifelsohne eines der angenehmsten Hotels der Welt und daher natürlich unser Zuhause für eine Woche. Feines Essen, eine der schönsten Hotelhallen der Welt und unaufdringlicher, freundlicher und nahezu perfekter Service zeichnen unser Basislager aus.
Frisch eingecheckt ging es bei schönstem Wetter gleich noch auf den Gratlspitz, direkt hinter dem Hotel in 2h ca. 900 m hoch, ne Stunde Schläfchen auf dem Gipfel bei herrlichster Sonne und den Abstieg mit Radler in einer urigen Almwirtschaft.
Das schöne Wetter ließ uns kaum Zeit für Ruhetage, viele schöne Tagestouren folgten, eine Grattour mit Klettereinlagen auf den Sagtaler Spitzen sowie eine Tour ganz zum Ende des Alpbachtals hoch zum Sonnenjoch. Die Krönung des Ganzen war freilich eine Tour über den Rofan, in ca. 7 h von einer Bergbahn zur anderen mit immer noch reichlich Höhenmetern dazwischen, wiederum einigen Klettereinlagen und zahllosen phantastischen Ausblicken, Berge soweit das Auge reicht, der ganze Alpenhauptkamm lag vor uns und in der anderen Richtung war München zu erkennen. Sensationell!

Bilder gibt's hier.

Sonntag, 21. August 2011

An Saale und Unstrut


Erneut gibt es von einem Urlaub zu berichten, ein weiterer Kurzurlaub in der 300 km Zone führte uns in die Saale-Unstrut-Region. Bei für die Verhältnisse dieses Sommers sehr gutem Wetter konnten wir diese tolle Fluss- und Kulturlandschaft erkunden und sogar fast jeden Abend auf der Terasse unsere Hotels bei einem Absacker-Bier einen weiten Blick ins Saaletal, auf Bad Kösen, Weinberge und den Fluß selbst, fast bis nach Naumburg hinüber genießen.
Über die Villa Ilske, unser Quartier für fast eine Woche, ist außer der großartigen Lage nicht viel zu berichten, solider Durchschnitt, mehr aber auch nicht. Kulinarisch bot sich die Region recht bodenständig, das übliche Einerlei wenig aufregender deutscher Küche, im besten Falle solide zubereitet, bestimmt die meisten Speisekarten, einzige Ausnahme war das Bocks in Naumburg, wo wir folgerichtig auch gleich zwei Abende verbrachten.
Naumburg ist auf jeden Fall eine Empfehlung wert, ein natürlich dank zahlreicher Touristen sehr lebendiges kleines Städtchen mit hübscher Altstadt und vor allem einer wunderschönen Umgebung, von der vor allem der Blütengrund an der Unstrutmündung zu erwähnen ist. Hauptziel und Gegenstand der aktuellen Landesausstellung sind natürlich Uta und die sonstigen Arbeiten des namenlosen Naumburger Meisters im Dom.
Bad Kösen, Ort unseres Quartiers lebt primär vom Kurbetrieb und da offenbar vor allem von der älteren Generation und ist daher leider wenig lebendig. Potential hat Freyburg, eigentlich ein tolles Städtchen, das sich mit mancher italinienischer Kleinstadt etwa in der Toskana messen könnte. Leider lässt aber viel Autoverkehr in den engen Straßen keine wohlwollende Betrachtung zu, die Stadt wirkt abweisend und erst wenn man im Zentrum war und die Stadt unstrutaufwärts entlang von Weinbergen verlässt, erschließt sich einem ihr Reiz. Ferner gibt es in der Region viele sehr reizvolle kleine Dörfer, hübsch auch Bad Sulza an der Ilm.
Die Täler der Saale von Dornburg bis Naumburg, der Ilm bis Apolda und der Unstrut bis Wangen/Nebra erkunden wir größtenteils per Rad, die Unstrut auch vom Boot aus paddelnd. Den Umgebungen von Freyburg und Bad Kösen bis Naumburg widmen wir ausgedehnte Wanderungen. Bei Freyburg finden sich wunderschöne Wiesen auf den Höhen links und rechts der Unstrut von denen man immer wieder faszinierende Blicke ins Tal und auf Freyburg selbst hat. Nicht zuletzt stoßen wir auf zahllose Sehenswürdigkeiten, wie etwa die Burgen Saaleck und Rudelsburg, Kloster Pforta und natürlich den Ort des Fundes der Himmelsscheibe von Nebra, wo ein hochmodernes Museum rund um diese Scheibe errichtet wurde, indem man so ziemlich alles findet, nicht aber die Himmelsscheibe selbst, denn die liegt in Halle, wie wir aber leider auch erst zu spät entdeckt haben.
Schließlich unternahmen wir noch einen größeren Abstecher an den Rand der 300 km Zone, nach Wolfsburg, wo wir mit vielen Freunden die Verlobung von Ried und Sibylla feiern konnten. Der Weg dorthin führte uns über Quedlinburg, ein herrliches Städtchen, an dessen Fachwerkpracht mit unzähligen Holzschnitzereien man sich überhaupt nicht satt sehen kann, dafür gibt es auf jeden Fall noch eine dicke Empfehlung!

Bilder gibt's hier.

Donnerstag, 21. Juli 2011

Genial vegetarisch




Nein, keine Angst, wir sind nicht unter die Vegetarier gegangen. Vier wunderschöne Tage in Saxdorf hätte ich damit wohl auch kaum überlebt. Aber das tolle vegetarische Kochbuch von Yotam Ottolenghi "Genussvoll vegetarisch" kann gar nicht genug gelobt werden! Hier wird eine nahöstlich inspirierte vegetarische Küche zelebriert, die fern jeder Entsagung allein dem Genuß gewidmet ist.
Heute war nun Zeit für Rezeptauswahl, gemütlichen Einkauf und nicht zuletzt für's Kochen, das Ergebnis konnte sich nicht nur sehen, sondern auch schmecken lassen, einfach phantastisch!
Drei kleine Gerichte kamen zusammen mit etwas Weißbrot auf den Tisch. 1) Eine im Ofen gebackene Aubergine mit Buttermilchsauce: An Stelle der ursprünglich angedachten Granatapfelkerne kamen rote Johannisbeeren zum Einsatz, die die nötige fruchtige Säure mindestens genau so gut lieferten. 2) Gefüllte Champignons mit Taleggio gratiniert: Die Füllung besteht aus angebratenem Stangensellerie, Zwiebeln, getrockneten Tomaten, Basilikum und Parmesan, Taleggio ist ein sehr aromatischer junger Weichkäse aus Kuhmilch. 3) Eier auf Ruccolagemüse mit Joghurt und Chili: Waren die anderen beiden Sachen schon genial lecker, setzte das allem die Krone auf. Die in angedünstetem Ruccola gestockten Eier mit griechischem Joghurt und einer Chili-Salbei-Butter waren einfach nur unglaublich köstlich. Als Nachtisch gab es gezuckerte Erdbeeren mit Buttermilch.
Bei so viel Köstlichkeiten muss wahrlich kein Fleisch auf den Tisch. Fragt sich nur, warum eigentlich kein mir bekanntes Restaurant der Region solche Leckereien in vergleichbarer Qualität anbietet?
Ein Wermutstropfen war auch wieder einmal der Einkauf auf dem Chemnitzer Markt, weder Ruccola noch Champignons oder Auberginen waren an den zahlreichen Ständen zu bekommen, zum Glück gab es bei Rewe dann das Gesuchte sofort. Immerhin hatte die Käsefrau im Kaufhof ohne auch nur eine Sekunde zu zögern den Taleggio parat. Diesen Käse sollte man sich merken, ich denke, der wird beim Überbacken noch öfter eine gute Figur machen.
Ach ja, in Saxdorf war ich auch. Einfach immer wieder wunderschön da und vier Tage sind grad genug, komplett dem Alltag zu entfliehen und in die Saxdorfer Welt einzutauchen, den wunderschönen Garten zu genießen und natürlich auch ein ganz klein wenig an diesem Kunstwerk mitzuwirken. Und natürlich kam am Ende auch der Kleinstgarten nicht zu kurz, aus dem ewigen Vorsatz keine Pflanzen mehr mitzubringen wurden dann doch wieder so etwa 10 Töpfchen sowie einige Stecklinge künftig hoffentlich wunderschön blühender Blattkakteen.

Sonntag, 3. Juli 2011

Harz-IV im Zittauer Gebirge


Die nunmehr vierte Auflage des Harz-Treffens des alten Chemnitzer Freundeskreises führte uns im kleinsten sächsischen Gebirge zusammen. Unweit von Oybin, mitten im Zittauer Gebirge residierten wir passend zum namensgebenden Event in der Villa Lückendorf, der ehemaligen Sommerfrische einer sächsischen Fabrikantenfamilie. Ein wunderschönes Haus in einer nicht weniger traumhaften Umgebung aus weiten Wiesen, Wäldern und zahlreichen steilen Felsen.
Das Haus bot stilvoll Platz für uns alle und selbst ohne Nutzung der weiträumigen Parkanlage war reichlich Platz für alle, eine große Tafel im Speisezimmer gestattete eine stilvolle Einnahme der zahlreichen und üppigen Mahlzeiten.
Leider war es mit Ausnahme des ersten Abends und des darauffolgenden Morgens zu kühl für eine ausgiebige Nutzung der Terassen was sehr schade war, bot doch die Dachterasse einen atemberaubenden Ausblick bis weit ins tschechische Bergland. So vertrieben wir uns die Zeit sehr angenehm im Haus. vor allem mit der Zubereitung und Einnahme von Speisen, umrahmt vom Lärm der tobenden Bande Till, Peer und Oskar, die ihre Freude an den weiten Räumen zum Spielen trefflich zum Ausdruck brachten.
Natürlich gab es auch die eine oder andere Wanderung in die umliegende Landschaft, einmal durch schöne Wiesen nach Jonsdorf und hinüber ins Tschechische mit leckerer Einkehr und Rückweg über den Hochwald mit toller Aussicht. Eine kurze Runde führte uns durch die Felsengasse zwischen Oybin und Lückendorf und schließlich gab es noch eine schöne Runde am Kelchstein vorbei hinab nach Oybin und ins Tal zur Teufelsmühle von wo es nach einem Bier über den Töpfer und ebenfalls grandiose Aussicht steil bergan zurück nach Lückendorf ging.
Ein weiterer Ausflug führte uns mit den Kindern per Dampfeisenbahn nach Zittau zum Eisessen, leider war dort aber keine Zeit mehr für eine Stadtbesichtigung. Toll aber war die Rückfahrt im offenen Wagen, durchs enge Tal den Berg hinauf nach Oybin mit Blick auf die schnaufende Lok.
Heute schließlich haben wir bei strömenden Regen noch schnell die schöne alte Stadt Bautzen besichtigt und lecker im sorbischen Restaurant Wjelbik gegessen.
Zu Hause ist es unanständig kalt, wir haben Juli und ich habe die Heizung aufgedreht.

Bilder gibt's hier.

Sonntag, 22. Mai 2011

Urlaub im Elbsandstein


Nachdem wir nun schon ein paar Tage zurück sind, ist von einem schönen Urlaub im Elbsandsteingebirge zu berichten. Unser Hauptquartier war für eine Woche die Villa Waldfrieden in Schmilka, betrieben vom Biohotel Helvetia. Das "Bio" machte uns zunächst etwas skeptisch, diese Skepsis konnte aber bald zerstreut werden, war das Essen doch außerordentlich lecker, vielfältig und fern von körnerzentrierter Gutmenschenküche. Geringfügig bizarr war einzig das "geweihte" Wasser und die offensichtlichen Essstörungen einiger Gäste. Das konnte man aber getrost ignorieren, es gab viel wohlschmeckendes, sorgsam zubereitetes Gemüse, frische Kräuter von den Elbwiesen aber durchaus auch lecker Fleisch, im Rohzustand konnte man den Fleischnachschub auch gleich neben dem Hotel munter in den Elbwiesen rumlaufen sehen. Die Lage des Hotels an der Elbe mit Blick auf Wiesen und die Schrammsteine kann man getrost spektakulär nennen, eine kleine feine Parkanlage tut ihr Übriges.
Schmilka ist ideal gelegen, um viele Touren ins Elbsandsteingebirge zu unternehmen, leicht erreicht man die Schrammsteine, die Affensteine, den Winterberg, Prebischtor und Edmundsklamm im Böhmischen sowie auf der gegenüberliegenden Seite der Elbe die schöne Hochebene von Schöna und Reinhardtsdorf mit den markanten Bergen Kaiserkrone und Zirkelstein. Mittels Boot oder Bahn ist man aber auch schnell in all den anderen Orten des Elbsandsteingebirges, so dass sich weitere Touren ausgehend von Königstein, Bad Schandau oder dem Kirnitzschtal anboten. Fetzig kraxelen kann man rund um die Schrammsteine und die Affensteine, von den zahlreichen Aufstiegen auf Leitern und Tritten sorgte dort insbesondere die Häntschelstiege für Adrenalin, die hat schon beinahe Klettersteigcharakter und man ist dann doch froh, wieder sicheren Boden unter den Füßen zu haben. Der Aufstieg zum hinteren Raubschloß und vor allem der Bergpfad von dort weiter Richtung Winterstein hatten hochalpinen Charakter. Genausogut kann man aber auch praktisch vollkommen eben entlang der Elbe wandern, auf unserer Tour von Stadt Wehlen nach Schmilka durchwanderten wir somit das gesamte Elbsandsteingebiet auf gut 2o km durch äußerst abwechslungsreiche Landschaften. Neben den wilden Felslandschaften und den Tafelbergen sind es wohl vor allem die vielen verträumten Dörfer an der Elbe (etwa Schmilka, Postelwitz oder Halbestadt bei Königstein) oder auf den Hochebenen links und rechts der Elbe (Schöna, Reinhardtsdorf, Pabststein, Pfaffenstein, Gohrisch ...) die den Charakter dieser romantischen Landschaft ausmachen. Nicht zuletzt die zahllosen bunt blühenden Azaleen und Rhodendren in vielen Gärten sowie das satte Gelb der Rapsfelder verleihen der Landschaft im Mai hier einen besonders festlichen Charakter.
Alle unsere Touren finden sich in der Übersicht auf OSM. Zahlreiche Bilder gibt es wie immer hier (Passwort auf Anfrage).

Dienstag, 21. September 2010

Boot fahren wie der Herrgott in Frankreich

Die Reise nach Frankreich beginnt mit einer Hochzeit. Gemeinsam mit vielen guten Freunden feiern wir 2 Tage lang den Matz und seine Frau in einer nicht weiter erwähnenswerten schwäbischen Kleinstadt. Ein rauschendes Fest und vor allem ein Wiedersehen mit vielen lieben Menschen. Am darauf folgenden Ruhetag bleibt noch Zeit, die Burg Hohenzollern sowie das schöne obere Donautal zu besichtigen.
Damit haben wir bereits die Hälfte der Strecke geschafft, dennoch braucht es noch mal fast 5 Stunden bis wir in einem französischen Supermarkt Vorräte tanken und diese kurz darauf in unser Hausboot umfüllen. Die Einweisung zum Boot ist recht knapp und auf französisch, ich gebe aber vor, alles zu verstehen, was rückblickend auch so grob hinkam. Vollgemüllt mit Klamotten und Vorräten wirkt das Boot zunächst recht klein, nach und nach entdecken wir jedoch üppigen Stauraum so dass das Boot dann doch recht geräumig wird. Und schon gehts los, ab in die erste Schleuse, die wir mühelos passieren. Danach ist erst mal Feierabend, der erste von etlichen Abenden irgendwo tief im Burgund und mitten in der Natur. Zum Bier gibts Kotellets mit Sahnesauce und Kartoffeln - die Küchenaussttattung auf dem Boot ist wirklich sehr ordentlich.
Auch der Test der Dusche am nächsten Morgen fällt zur vollsten Zufriedenheit aus. Während wir frühstücken, versucht ein aufgeregter Franzose uns zur Weiterfahrt zu bewegen. Wir ignorieren ih, was wir sehr bald bereuen werden. An diesem Tag tun nämlich die Franzosen das, was sie immer tun - streiken. Natürlich auch die Schleusenwärter und der aufgeregte Mann war die Notbesatzung der Schleusen, der sich dann aber erst 13:00 Uhr wieder blicken lass. Somit wurden wir zwangsweise auf eine dem Land angemessene Geschwindigkeit heruntergebremst. Am Nachmittag haben wir es dann immerhin noch bis Montbard geschafft, überglücklich passieren wir 6 Schleusen und gehen zur Feier des Tages erst mal neues Bier kaufen und später in ein freundliches Restaurant welches optisch zwar irgendwo in den 60ern stehen geblieben ist, aber überaus leckeres Essen bereithält.
So gehen nun die Tage auf dem Burgund-Kanal dahin, Boot fahren, etwa alle 2 bis 3 km schleusen, urige Natur und teils ebenso urige Schleusenwärter, die Pausen werden immer länger und der Ehrgeiz das ursprüngliche Ziel Tonnere zu erreichen schwindet dahin. Das Wetter wird täglich schöner, auf dem Flying Deck sitzend gemächlich durch die Landschaft deidelnd erkunden wir das Burgund. Gelegentliche Landgänge führen uns zu Schlössern, herrlichen alten Klöstern und in verträumte Käffer. Angelegt wird abends meist außerorts, herrlich die Ruhe und traumhaft ist so ein Essen am Tisch, der oft mitten in der weiten Landschaft steht.
Schnell ist die Woche auf dem Boot um und wir haben noch zwei Tage um das Burgund mit dem Auto zu erkunden. Zunächst besichtigen wir den Teil des Kanals den man besser nicht mit dem Boot fährt, nämlich die Schleusentreppen und den 3 km langen Tunnel am Scheitel des Kanals. Weiter nach Chateuneuf, ein uriges kleines Dörfchen mit Schloss, welches aber nichts mit dem gleichnamigen Weingut zu tun hat. Nachmittags geht es dann nach Dijon in eine schöne aber sehr laute und unruhige Altstadt. Dort gibt es abends auch wieder große Küche, dieses mal eine recht moderne und sehr leckere Interpretation der französischen Küche in einem ebenso modern gestylten Restaurant in der Nähe der Markthalle (Bistro DZ'envies). Das Menü liest sich wie folgt: 1) Marbré de foie gras de canard et pâte de mangue, savagnin, curry, amandes grillées et salsa (Entenleberpastete und eine Art Salat aus Melone und Sellerie), 2) Bouillon de légumes aux bourgeons de cassis, oeuf parfait (Gemüsesuppe mit pochiertem Ei), 3) Siphon de féves, dés de haddock et tomates séchées (Bohnenschaum mit Kabeljau und getrockneten Tomaten), 4) Porc fermier, dés seiche et chorizo des Aldudes, aubergine grillée (Schwein mit Chorizo und Aubergine), 5) Fraises confites, glace au Sechuan et lait du fruit, gros macaron (Erdbeeren, Eis, Milch und ein Keks) - lecker, nicht wahr? ;)
Am nächsten Tag geht es durch die Cote d'Or nach Beaune. Entlang der Cote reiht sich eine renommierte Weinlage an die andere, in den Orten laden unzählige Weingüter zur Verkostung. In einer Gegend in der zwei Drittel aller Grand Crus wachsen widerstehen wir jedoch der Versuchung, kistenweise Wein heimzuschleppen und begnügen uns mit einem leckeren Burgunder zum Mittagessen in einem kleinen urigen Bistro. Wunderschön ist Beaune, eine traumhafte Altstadt und spektakulär das alte Hospiz Hotel de Dieu. Wiederum gibt es abends feines Essen im Restaurant (Le Comptoir des Tontons), die Speisekarte kommt auf einer Seite, die Weinkarte ist ein Buch, der teuerste Wein zu EUR 3500, wir begnügen uns allerdings mit einem sehr viel preiswerteren Tropfen. Das Essen ist hier eher klassisch und regional, das Menü heisst "Promenade en bourgogne" und endlich bekomme ich auch mal ein Boeuf a la Bourgoignonne (Boeuf Charolais en Bourguignon, Purée de Légumes), welches wirklich auf der Zunge zergeht. Zuvor kommen Schnecken in einem feinen Kräutersud (Verrine d'Escargots de Bourgogne Henri Maire au Bouillon d'Herbes du Jardin) und eine Art Kuchen mit herzhaftem Käse (Biscuit à l'Ami du Chambertin et Vieux Marc de Bourgogne). Zum Abschluss ein ebenso simples wie genial leckeres mit Camembert überbackenes Schwarzbrot (Tartine De Chaourse au Pain d'Epeautre d'Arnaud) und schließlich ein feines Dessert (Sorbet Poire, Sirop de Cassis à l'Ancienne et Pain dEpices).
Nun heisst es schon wieder aufbrechen, über die Vogesen und einen Zwischenstopp im wunderschönen Colmar geht es nach Stuttgart, den Riedschor besuchen. Nachdem wir ihm am Abend erst mal mit feinstem Sächsisch in der ortsansässigen Gastronomie unmöglich machen, folgt am nächsten Tag eine schöne Wanderung auf den Bergen rund um Stuttgart, durch Weinberge, wunderschöne Streuobstwiesen und urige Wälder, die man im Speckgürtel Stuttgarts niemals vermuten würde.
Am nächsten Tag geht es weiter nach Siegen, zu Besuch bei Rons Bruder. Siegen an sich wirkt trostlos, die Umgebung ist jedoch sehr schön, wir wandern einen Tag lang sehr schön durch das Rothaargebirge.
Tja, und schon sind wieder zwei Wochen Urlaub rum und Chemnitz hat uns wieder!

Dienstag, 24. August 2010

Hochalpin und mittelgebirgig

Es ist zwar nun schon ein paar Wochen her, aber es soll nicht unerwähnt bleiben, dass wir eine sehr schöne Woche in den Alpen, genauer in Obergurgl im Ötztal verbracht haben.
Für mich war das eine Premiere, die Alpen kannte ich zwar nun schon, aber in derart hochalpinen Regionen mit ihren zahllosen Gletschern war ich zum ersten Mal. Allein von Obergurgl aus, dass auf ca. 1900 m Höhe liegt, erreicht man binnen weniger Stunden etliche Gletscher, und es gibt einige Ecken von denen man auch viele dieser gletscherbedeckten Täler gleichzeitig sehen kann. So ein Gletscher ist schon ein faszinierende Erscheinung, auch wenn ich etwas überrascht war, dass die Gletscherenden von Nahem eher dreckig wirken, mit Kies und Sand bedeckt sind. Aber auch das typische Blau schimmert durch, dort wo sich Löcher im Gletscher auftun oder wo der Gletscherbach austritt. Interessant, dass bei einigen Gletschern am Ende große Gebiete mit feinem Schlick entstanden sind, die an das Wattenmeer erinnern. Nur dass es keine Wattwürmer gibt ...
Wir konnten viele tolle Touren machen, die uns oft deutlich über 3000 m Höhe führten, doch dazu lassen wir am besten einige Bilder sprechen.
Obergurgl selbst ist leider eher hässlich, ein völlig verunstaltetes Hoteldorf, wo auch jetzt noch neue Anbauten der Hotels wie Krebsgeschwüre in die letzten noch freien Räume wuchern. Wesentlich schöner und für Wanderer ähnlich günstig gelegen ist das benachbarte Bergsteigerdorf Vent, wo wir sicher absteigen werden, wenn wir mal wieder in der Gegend sind, etwa im Hotel Alt-Vent, welches mich durch die Speisekarte aufmerksam machte.
Letztes Wochenende nun das Kontrastprogramm im Mittelgebirge, wir waren mit den Sportfreunden auf dem Rabenberg bei Johanngeorgenstadt. Von dort haben wir eine wunderschöne Tour über Breitenbrunn, Antonshöhe, Rittersgrün und Halbemeile unternommen. Das schöne offene Wiesental von Rittersgrün mit seinen verstreuten Häusern ist sommers wie winters eine Freude fürs Gemüt, man hat selten eine Landschaft, die eine solche Ruhe und Friedfertigkeit ausstrahlt. Ähnlich auch die hochgelegenen Ausläufer von Breitenbrunn, wenn man vom Rabenberg über den Sauberg den Ortsrand erreicht.
Man möcht gar nicht sagen, was schöner ist, hochalpin oder mittelgebirgig, es hat alles seinen Reiz und die Mittelgebirge werden sicher all zu oft unterschätzt!

Sonntag, 12. Juli 2009

Fränkische Gastlichkeit

Angeregt durch einen Blogeintrag bei "Nachgesalzen" verbrachten wir das Wochenende im Gasthof Gentner, gelegen in Franken, am Westrand des Naturparks Altmühltal.
Der Gasthof Gentner ist ein Landgasthof, wie man ihn sich nur wünschen kann. Schöne alte Gebäude, individuell und liebevoll eingerichtete großzügige Zimmer ohne unnötigen Schnickschnack, ein überaus freundlicher und zuvorkommender Service sowie tadelloses Essen sorgten dafür, dass sich schnell das einstellte, was das gebuchte Arrangement "Wohlsein" verhiess - nur selten haben wir uns in einer Unterkunft so rundum wohl gefühlt.
Die fränkisch geprägte Küche des Gasthof Gentner verarbeitet viele regionale Zutaten bis hin zu Kräutern und Blüten vom Wegesrand. So wurde uns am ersten Abend ein bodenständiges regionales Menü serviert, welches aus einer göttlichen Rahmsuppe mit Räucherfisch, einem Sauerbraten mit Spätzle sowie Eis vom Mädesüß bestand. Das Menü am zweiten Abend war dann eher festlich, ein sommerlicher Salat mit allerlei Kräutern, Lachsfilet auf Gnocchi mit einer leichten Rahmsoße, Entenbrust mit einer Semmelterrine und schließlich Panna cotta und ein Sauerrahmeis. Alles war perfekt zubereitet auf einem Niveau, wie man es wohl nur selten in einem Landgasthof findet. Man würde sich wünschen, mehr solche Gasthäuser zu finden, die eine solche bodenständige und regional verwurzelte Küche derart perfekt aber abseits jeglichen Feinschneckerrummels servieren.
Das nahe gelegene Altmühltal bot uns natürlich auch Gelegenheit zu ausgedehnten Wanderungen. Ganz nach meinem Geschmack waren die vielen Wiesenwege, auf denen wir auf ausgedehnten, von vereinzelten Wacholdern durchsetzte Trockenrasenflächen, stets an den Hängen die Täler der Altmühl und ihrer Nebenflüsse durchwandern konnten. Eine große Runde drehten wir bei Solnhofen, vorbei an Steindrüchen, malerischen Felsen und eben wunderschönen blühenden Wiesen voller Schmetterlinge. Da uns das für einen Tag noch nicht genug war, schlossen wir noch einen Klettersteig an, den Oberlandsteig bei Konstein. Dieser hat zwar mit alpinen Klettersteigen wenig gemein, bot aber doch Raum für anstrengende und teils auch recht anspruchsvolle Kletterei. Schließlich umwanderten wir am zweiten Tag noch das schöne Residenzstädtchen Eichstätt, wiederum meist auf wundervollen Wiesenwegen. Insgesamt eine sehr schöne Landschaft, der man sicher noch mal etwas mehr Zeit widmen sollte.

Freitag, 26. Juni 2009

Alpines

Dem sächsischen Schmuddelwetter entronnen konnten wir kürzlich eine schöne sommerliche Urlaubswoche in den österreichischen Alpen verbringen. Auch wenn erhebliche Schneereste das Fortkommen in den hochalpinen Regionen oberhalb von etwa 2200 m verhinderten, konnten wir doch einige schöne Bergtouren machen. Die Gegend um unser Quartier in Leogang bietet dazu reichlich Möglichkeiten, viele Gipfel knapp über 2000 waren in unmittelbarer Nähe. Wenn man eine gewisse Höhe erreicht hatte, erinnerte einen der Anblick der Kette der Hohen Tauern auch daran, dass es gar nicht all zu weit weg noch deutlich höher geht, allerdings waren die über 3000er alle noch tiefst verschneit und allenfalls für Skitouren zugänglich. Dafür zeigte sich die hochalpine Flora von ihrer schönsten Seite, unzählige Bergwiesen voller bunter und mir weitgehend unbekannter Blüten bildeten zusammen mit den hochalpinen Panoramen die Höhepunkte unserer Bergtouren.
Natürlich musste sich auch dieses Mal unser Quartier an unserer Referenz, dem Böglerhof, messen und da ist es schon sehr schwer mitzuhalten. Das Holzhotel Forsthofalm bot uns einen sehr angenehmen Aufenthalt, gutes, wenn auch kein herausragendes, Essen und einen freundlichen Service, der allerdings durch einige kleine Pannen geschmälert wurde. Nachdem wir wussten, dass sich die überaus freundliche Chefin pro Bestellvorgang nur ein Item merken kann, funktionierte aber alles merklich besser. Absolut spektakulär war der Saunabereich des Hotels, der sich im obersten Stockwerk befand und wo man aus der Sauna durch große Panoramascheiben die umliegenden 2000er und das Leoganger Tal bewundern konnte.
Die meiste Zeit verbrachten wir freilich außerhalb des Hotels. Gleich am ersten Tag ging es in zweieinhalb Stunden 1200 Höhenmeter über gesicherte Steige zur Passauer Hütte (ca. 2000 m), dann nach ausgiebiger Rast noch mal 200 m höher auf den Hochzint, die umliegenden noch höheren Gipfel waren leider sowohl zeitlich als auch schneetechnisch nicht mehr zu erreichen. Am folgenden "Ruhetag" ging es über eine schöne wiederum gesicherte Felswandtour mit "nur" 600 Höhenmetern zur Steinalm mit einer zünftigen Jausen.
Danach gab es noch einen echten Ruhetag, an dem sich die Berge in Wolken hüllten und wir bei leichtem Nieselregen Zell am See erkundeten und den namensgebenden See umrundeten, wor wir auch voller sportlichem Ehrgeiz den als schwarzen Steig markierten Weg nahmen, der sage und schreibe 50 Höhenmeter mit sich brachte.
Damit war die Zeit am nächsten Tag dann reif für eine Gewalttour, von Fieberbrunn aus ging es mit dem Lift, zunächst auf etwa 1600 m und dann über den Wildsee auf den Wildseeloderer (ca. 2100 m). Von dort nahmen wir in einem Anflug von Tollkühnheit den Fieberbrunner Höhenweg in Angriff. Auf diesem unterwegs konnten wir einen weiteren Gipfel nicht links liegen lassen, also war auch noch der Bischof (auch ca. 2100) dran. Den Rückweg nach Fieberbrunn zur Bodenstation der Bergbahn mussten wir dann im Eiltempo nehmen um unsere Wellnesstermine nicht zu verpassen, was der Tour mit ihren über 25 km und etlichen Höhenmetern den Gewaltmarschcharakter verpasste. Dank einer hocpräzisen Restlaufzeitvorhersage mittels kalibrierter Grashalme konnten wir aber immerhin unterwegs noch auf zwei Radler einkehren und waren rechtzeitig zur Massage im Hotel Forsthofalm.
Als ob das nicht genug wäre, stand dann am nächsten Tag noch mal eine ernsthafte Tour auf dem Programm, nämlich von ca. 800 Höhenmetern über eine schöne Grattour vom Kuhfeldhörndl bis zum Spielberghorn knapp über 2000 und dann nach sehr steilem Abstieg zur Einkehr bei der Lindlalm, wo man einen leckeren Kaiserschmarrn servierte. Auf dieser Tour hatten wir allerdings wesentlich mehr Zeit, so dass wir lang und oft faul auf Bergwiesen rumliegen konnten. Damit war aber dann auch in Österreich Schluss mit schönem Wetter, am letzten Tag war wieder alles in Wolken, was wir aber sträflich ignorierten und allerhand Geld inverstierten um in 2000 m Höhe statt den Kapruner Hochgebirgsstauseen nichts als Nebel zu sehen. Immerhin gab es aber dabei eine spektakuläre Fahrt mit einem riesigen offenen Schrägaufzug und letztlich rundete eine spektakuläre Klammwanderung den Tag dann doch noch ganz schön ab. Schließlich ging es nach einer Höhlenbesichtigung und einer Stippvisite bei den Döners in Burghausen mit Sonnenwendfeuer wieder nach Hause in den ewigen Regen dieses misslungenen sächsischen Junis.