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Freitag, 29. März 2013

Jörgs zieht um

Jörgs heisst die neue Adresse unter der dieses Blog künftig zu finden sein wird. Am besten abonniert Ihr gleich den RSS-Feed zu Jörgs!

Ja, es ist nun so weit, bye bye Google, welcome in-chemnitz! Schon seit einigen Wochen arbeite ich an einer kleinen feinen Wordpress-Mulitsite-Installation auf dem in-chemnitz-Server. Dort soll künftig Jörgs ebenso zu Hause sein, wie beispielsweise der Kleinstgarten und ein paar weitere kleine Webprojekte, die derzeit in Vorbereitung sind. Also immer schön neugierig bleiben!
Ganz neben all den anderen Vorteilen sei bemerkt, dass man bei Jörgs künftig sehr viel leichter kommentieren kann, als bisher beim Google. Ich bin also gespannt auf Eure Meinungen zu all dem Kram, den ich schreibe!
Hier ist aber nun Ruhe und neue Infos gibt es künftig wirklich nur noch bei Jörgs!

Sonntag, 24. März 2013

Auf alten Gleisen und schönen Wegen nach Hohenstein-Ernstthal

Nach der schönen Wanderung mit den Rosa Löwen im Oktober wurde schnell eine Neuauflage in Chemnitz vereinbart. Als Termin wurde der 23. März ausgewählt, man war sich sicher, dass da schönster Frühling herrschen würde!
Aber weit gefehlt, am Vormittag weht uns ein eisiger Hauch um die Nase, die Wetterberichte melden negative Temperaturrekorde und wir zweifeln schon ein wenig am Sinn dieser Unternehmung. Umso mehr freuen wir uns, als wir am Bahnhof in Chemnitz auf nicht weniger als 6 wanderbereite Rosa Löwen treffen, so dass wir mit immerhin 10 wild entschlossenen Wanderern dem Winter trotzen.
Schon bald zeigt sich zudem, dass die Märzsonne Einiges zu leisten vermag und es in der Sonne beinahe schon gemütlich ist, zumindest wenn man zügig wandert. Das tun wir auch, laufen zunächst durch den  Küchwald nach Borna, wo wir in der Nähe des Haltepunkts in die stillgelegte Bahnlinie nach Wüstenbrand einsteigen. Dieser folgen wir durch den Küchwald zum Güterbahnhof Altendorf und weiter Richtung Rottluff. Nachdem wir in Rottluff ein Stück tief verschneites Gleis zu laufen haben, bahnt sich ein gewisser Unmut bei einigen Mitwanderern an und wir beschließen, den Rest der Strecke auf das reguläre Wegenetz zu verlegen.
Wir laufen also erst einmal ein Stück am idyllischen Autobahnzubringer Richtung Rabenstein. An dessen Ende entschließt sich der experimentierfreudige Teil der Gruppe, nicht den Umweg über den Harthweg weiter zu laufen, sondern ein Stück querfeldein zu gehen. Keine besonders gute Idee, denn auf dem Feld lauert ein tödlich kalter Wind, der offenbar direkt aus Sibirien nach Rabenstein weht. Entsprechend groß ist die Begeisterung auf dieser Passage und einzig die überraschend auftauchende Picknickstation vermag die Truppe wieder gnädig zu stimmen.
Olaf, Uwe, Frank und Ronny haben eine gemütliche Picknicklandschaft aufgebaut und heiße Brühe sowie Glühwein vorbereitet. Zusammen mit den Köstlichkeiten aus den Rucksäcken der Wanderer ergibt sich ein leckeres und vielfältiges Picknick. Mein Favorit ist definitiv Svens Kuchen! Einziger Wermutsstropfen: wir haben für das Picknick zielsicher die kälteste und windigste Ecke der ganzen Tour ausgesucht. Das merken wir spätestens, als wir weiterlaufen und es schon 30 m weiter wieder wohlig warm wird. Aber egal, auch mit durchgefrorenen Fingern hat es gemundet.
Weiter gehts nun weitgehend parallel zur Bahnlinie Richtung Forsthaus Grüna, wo wir die Bahntrasse endgültig links liegen lassen. Auf aussichtsreichen und sonnig-milden Wegen geht es nun immer am Waldrand entlang nach Wüstenbrand und schließlich hinauf zum Heidelberg. Hier versuchen wir noch einmal ein Picknick, Ilka verteilt die zweitbesten Buletten der Tour aber wiederum wird es nach wenigen Minuten eisig kalt und windig. Wir sollen also nicht picknicken und wandern daher zügig weiter hinauf auf den "Wind", wo es gar nicht mal so windig ist. Nach einigen Kilometern aussichtsreichen Weges erreichen wir den Stadtpark von Hohenstein und laufen hinunter in den Ort,wo wir am Markt im Postgut zünftig einkehren.
Im Wirtshaus stößt auch Olaf wieder zu uns. Die nur 24 km lange Tour steckt allen sichtlich in den Beinen, wandern auf Gleisen und auf Schnee im Gebirge ist eben doch was anderes, als Flachlandwandern auf gefegten Wegen. Doch im Wirtshaus läuft die Truppe noch einmal zur Hochform auf und nach einer kurzen Auftauphase werden schon wieder Pläne für die nächsten Wandertage geschmiedet. Nach einer Besichtigung des Pinklers von Hohenstein-Ernstthal bibbern wir noch ein wenig auf dem Bahnsteig herum, ehe uns der Zug zurück nach Chemnitz und Leipzig bringt.
So geht ein schöner Wandertag zu Ende und wir freuen uns schon wieder auf den nächsten!

Linuxtage - das Alternativprogramm

Mit Kind und Kegel
Während sich die Infis auf den Linuxtagen tummeln, gilt es, ein interessantes Alternativprogramm auf die Beine zu stellen. Neben dem leckeren Essen mit dem Riedschor haben inzwischen auch die Wanderungen mit Freunden, Kindern und Kegel eine gewisse Tradition (siehe bspw. 2011).
Das leckere Essen mit dem Riedschor am Freitagabend gab es in diesem Jahr gemeinsam mit der Corinna bei Strellers. Hier macht man nichts falsch, es gibt konstant gutes Essen und auch die Vegetarierin kommt auf ihre Kosten. Etwas befremdlich einzig die harte Ansage, dass der geneigte Gast doch bitteschön um 22 Uhr das Restaurant verlassen möge, da die Wirtschaft anderntags auch noch was arbeiten muss.
Zum Wandern zog es uns dieses Jahr auf den Borsberg bei Pillnitz, wo Heidi, Berni, Oskar, Kurt und Fritz nunmehr ihr Hauptquartier aufgeschlagen haben. Aus der ursprünglich erhofften Frühlingswanderung wurde zwar nichts, aber immerhin hatten wir noch einen halbwegs freundlichen Wintertag. Mit dem Friedrichsgrund und den Borsberghängen ist auch schnell eine schöne Runde identifiziert. Zur Mittagszeit ging es los, schon nach wenigen halben Stunden waren alle Kinder (6) und Erwachsene (7) gehbereit und für die kleinen Prinzen musste auch der rote Bollerwagen mit. Es dauert auch gar nicht lange, es ist genau genommen gleich nach dem Verlassen des Hauses, dass ich mich an der Deichsel des Bollerwagens sehe und Oskar fröhlich singend hinten drin sitzt.
Von der Hochlandstraße biegen wir in ein schönes Tal, welches uns hinunter zur Meixmühle bringt. Dort stoßen wir auf den malerischen Friedrichsgrund, dem wir bis hinunter nach Pillnitz folgen. Ich kann Tom, Suse und Merlin überreden, noch die berühmte Kamelie zu besichtigen, während die Meute schon wieder heimwärts zieht. Nach der kurzen Stippvisite geht es oberhalb der Pillnitzer Weinberge mit vielen schönen Aussichten auf Weinberge, Park und Elbtal Richtung Borsberghänge. Durch die Borsberghänge zieht sich ein schöner Weg, der auch ein paar schöne Aussichten bietet. Auch wenn sich die letzten Meter ein wenig ziehen, was nicht zuletzt auch am Bollerwagen liegt, bleibt eine schöne Runde von etwa drei Stunden in Erinnerung. Ein mehrfaches der verbrannten Kalorien nehmen wir sodann gleich wieder zu uns, Suse hat einen feinen schokoladig fettigen kalten Hund gemacht - genau das Richtige nach so einer Winterwanderung. Gestreckt wird der kalte Hund im Bauch mit lecker Zitronenkuchen, ebenfalls aus Suses Küche. Schnell gehen ein paar schöne Stunden dahin, in denen die Kinder natürlich im Mittelpunkt stehen - zumindest akustisch. Hungrig ist danach zwar keiner, aber dennoch gibt es noch Kartoffelsuppe mit Würstchen, die auch fast allen mundet. Ein schöner Tag - gern treffen wir uns wieder mal in Borsberg, vielleicht bei etwas wärmerem Wetter.

Freitag, 8. März 2013

Heute gibts mal Fisch!

Angefangen hat alles mit leckerem Spinat, den es bei Kretschmer gab und der unbedingt mit wollte. Ein paar Petersilienwurzeln mussten auch noch mit. Aber was macht man nun damit?
Nach kurzem Nachdenken blitzt ein Fisch in meinem Hirn auf und der Pawlowsche setzt auch gleich ein.
Im Kaufhof gibts feinen Winterkabeljau, auch Skrei genannt, ein schöner Fisch, der jetzt Saison hat.
Aus den Petersilienwurzeln wird ein feines Süppchen, nachdem diese mit ein paar Zwiebeln ein Weilchen geschmort wurden. Etwas Wein, Sahne und Wasser dazu und einmal durchpürieren und schon ist das Süppchen fertig. In der Suppe schwimmen geröstete Brotkrumen mit einem Klecks Haselnusspesto und auch  ein paar Tropfen Kürbiskernöl passen gut.
Zum Hauptgericht kommt neben dem Blattspinat, der nur kurz mit etwas Knoblauch zusammenfällt noch ein Püree von Roter Bete, Meerrettich und Kartoffeln, die gemeinsam ein Weilchen kochen und dann mit Butter, Petersilie und Salz und Pfeffer zerdrückt werden. Der leicht mit Zitrone gesäuerte und gesalzene Fisch kommt mit ein klein wenig Mehl nu wenige Minuten in die Pfanne mit reichlich Butter und gehobelten Mandeln. Wenn alles Farbe angenommen hat ist der Fisch auch schon gar und noch wunderbar saftig.
Voila. Lecker!
Dazu trinken wir einen sehr leckeren Proschwitzer Riesling von 2010 - Danke an Easy und Frederike.

Sonntag, 3. März 2013

Ein Hauch von Frühling

Winterlinge in Saxdorf
So langsam nervt dieser trübe Winter, der so gar kein Ende nehmen will. Umso schöner, dass wir dieses Wochenende zumindest einen Hauch von Frühling erhaschen konnte. Wir waren in Saxdorf und da ist der Schnee schon weitestgehend weg und bei den ersten Sonnenstrahlen seit langem konnte man Schneeglöckchen, Märzenbechern, Winterlingen, Christrosen und den frühen Elfenkrokussen geradezu beim Aufblühen zusehen. Nun wird es nicht mehr lange dauern, und der Saxdorfer Garten hüllt sich wieder in ein Meer von Blüten.
Schneeglöckchen in Saxdorf
Natürlich war auch der Galantophile wieder da, der zuverlässig mit den ersten Frühlingstagen den Weg nach Saxdorf findet. Und ebenso natürlich hat Hagen Engelmann auch wieder eine absolute Schneeglöckchenrarität dabei - ein Schneeglöckchen mit gelbem Kelch welches die beachtliche Saxdorfer Sammlung von Schneeglöckchen bereichern wird. Man achte auf Details! Deshalb haben die Galantophilen übrigens auch immer nasse Knie.
Elfenkrokus in Saxdorf
Natürlich fand auch die eine oder andere Gruppe Frühblüher den Weg ins Auto und wird in nächster Zeit den Kleinstgarten schmücken. In Chemnitz liegt leider noch Schnee, aber hoffentlich bricht auch hier bald der Frühling aus. Ich bin mal gespannt, ob sich die Elfenkrokusse und diverse Edelschneeglöckchen aus Saxdorf im Garten eingelebt und ausgebreitet haben. Letzte Woche gab es bei Dehner auch wieder Narzissenraritäten, von denen natürlich auch eine ganze Zahl mit nach Hause musste. Auch hier bin ich gespannt, ob die im Vorjahr im Garten eingesetzten Narzissenraritäten wiederkommen.
Übrigens, im Aue-Beitrag gibts jetzt Bilder!

Vincent Klink: "Ich rate zum Vegetarismus"

Mein Lieblingskoch Vincent Klink gibt in der ZEIT unter dem Titel "Ich rate zum Vegetarismus" ein sehr kluges Interview. Man lese am besten selbst!

Samstag, 16. Februar 2013

"Geiz isst Gaul"

Unter diesem herrlichen Titel bringt Christian Mittermeier im Nachgesalzen-Blog die aktuelle Diskussion um die Altpferdentsorgung in Tiefkühlprodukten wunderbar auf den Punkt.
Man kann es gar nicht oft genug sagen - kauft wenig verarbeitete Lebensmittel vom Händler eures Vertrauens! Da weiss man, was man auf dem Teller hat und besser schmeckt es zudem!
Wer  mal so richtig in die bunte Welt der essbaren Tiere einsteigen will, dem sei der Fleischer Birke in Dresden empfohlen. Wenn man die Auslage sieht, weiss man überhaupt nicht, worfür man sich entscheiden soll. Wir haben dort kürzlich einen wunderbaren Rücken vom Muffel nebst Zubereitungstipps und einem herrlichen Wildfonds erworben. Der Muffel wurde bei und mit unseren Dresdner Freunden zubereitet und gegessen - herrlich!
Und wenn wir schon mal in Dresden sind, sollte man das Augenmerk des geschätzten Endverbrauchers auf die VG richten! In der VG gibt es überwiegend regionale Produkte in einer phantastischen Auswahl. Selbst im tiefsten Winter gibt es dort noch eine herrliche Vielfalt an Gemüsen von Produzenten aus dem Dresdner Umland. Und das alles in Bioqualität zu einem sehr fairen Preis. Sowas würd ich mir für Chemnitz wünschen!  Hat jemand Lust?

Montag, 11. Februar 2013

Wandern und Feinschmeckern in Aue!

Tunnel am Muldentalweg
Und das in Aue! So etwa dachte ich nach den ersten Gängen des Degustationsmenüs im Restaurant St. Andreas im Blauen Engel in Aue. Das erste Haus am Platze in Aue hatten wir schon lange im Auge und das derzeitige Exil gab den Anlass für ein schönes Wochenende im Blauen Engel.
Das Degustationsmenü gehört ganz ohne Zweifel zum Besten, was ich in letzter Zeit gegessen habe. Die drei Fleischgänge (Gänseleber, Blutente und Variationen vom Sosaer Reh) waren perfekt zubereitet und kamen mit ebenso perfekter Begleitung. Wenn man hier überhaupt etwas kritisieren möchte, dann vielleicht, dass auf den Tellern zu viele kleine Häufchen, Schäumchen, Kleckschen und Sößchen zu finden waren, zwischen denen man schnell den Überblick verlor. Auch wenn der freundliche Servicechef alles im Detail erklärt, bleiben doch nicht mehr als drei Punkte hängen. Hier könnte sich die Küche noch etwas fokussieren. Geschmacklich und von der Konsistenz war natürlich alles hervorragend. Ebenso wie die zwei Grüße aus der Küche (Maronensüppchen, eine Kleinigkeit Fleisch), das Zwischengericht (Orchideensorbet mit Champagner-genial!), der Käse (wenigstens 12 erlesene Sorten zur Auswahl) sowie das Dessert (Schokoladenvariationen) sehr lecker waren. Die starke Dominanz von Fleisch (und Fisch) als Hauptgericht ist wohl in einem Degustationsmenü noch immer Standard.  Zumindest einen vegetarischen Hauptgang hätte ich erfrischend gefunden. Wie auch immer, ein wunderbares Menü mit einer perfekten Weinbegleitung zu einem Preise, der absolut fair ist.
Aussicht bei Lauter
Nach einem leckeren Frühstück im Hotel ging es dann am nächsten Tag auf Wanderung. Es hatte frisch geschneit, aber nur so viel, dass man noch gut laufen konnte. Vom Stadtzentrum erreicht man schnell beim Anton-Günther-Platz den Floßgraben, der auf nahezu konstantem Höhenniveau durch die Stadt führt. Heute folgen wir ihm durch das Muldental Richtung Rechenhaus, welches wir nach 10 km Weges durch herrlich verschneite Winterlandschaft erreichen. Vom Rechenhaus geht es zurück im Muldental auf dem neu gebauten Radweg, der auf der alten Bahntrasse errichtet wurde. Einen Kilometer nach dem Tunnel halten wir uns rechts bergauf hinauf zum Erzengelweg. Von dort geht es hinüber Richtung Lauter, wo wir am Waldrand entlang Richtung Oberpfannenstiel gehen.  Hier gibt es viele schöne Aussichten weit ins Gebirge, hinüber Richtung Schwarzenberg, Spiegelwald und noch viel weiter ins Gebirge. Bald erreichen wir das Schwarzwasser, dem wir linkerhand zurück nach Aue folgen. Nach 27 km schliesst sich am Blauen Engel die Runde - durch den Schnee merkt man die Strecke doch ein wenig mehr als sonst.
Da kommt gerade recht, dass es im Blauen Engel nicht nur ein Feinschmeckerrestaurant sondern auch einen Brauereigasthof gibt. In Lotters Wirtschaft gibt es nicht nur Selbstgebrautes sondern auch lecker Hausmannskost. Bei angenehmer Livemusik und einigen Lotter wird auch dieser Abend sehr schön.
Blick nach Schneeberg
Anderntags gehen wir wiederum auf Wanderschaft und folgen dem Floßgraben nun in die andere Richtung, nach Bad Schlema. Wiederum geht es durch eine schöne und dieses Mal auch sehr aussichtsreiche Landschaft, der Floßgraben zieht sich schön durch die Orte bis wir im Kurpark von Schlema sein Ende erreichen. Auf dem Lehrpfad geht es nun durch die nach der Wende komplett umgestaltete Haldenlandschaft von Schlema. Auf einigen alten Bildern kann man allenfalls erahnen, was hier in den letzten knapp 70 Jahren passiert ist. Der Begriff "Deformationsgebiet" spricht für sich und man kann sich dennoch kaum vorstellen, was hier im Dienste des Uranbergbaus getan wurde. Vom Biedenkopfstein hat man einen herrlichen Ausblick über die neue Landschaft, Reste des alten Ortes und hinüber zur stolzen Bergstadt Schneeberg, deren Silhouette von Rathaus und Kiche geprägt wird. Von den Halden steigen wir hinab ins Schlematal und gehen herunter ins Muldental, wo uns eine Brücke über die Mulde führt, der wir zunächst linkerhand und dann mit einer Straße über den Fluß wechselnd ins Zentrum von Aue folgen. Hier suchen wir noch einmal kurz nach einer Innenstadt, die es aber offenbar nicht gibt. Man findet Reste mit einstmals stolzen Bürgerhäusern, jedoch ist das gesamte Stadtgebiet derart zerbaut, dass sich einfach keine städtische Anmutung einstellen will. Die zweite, mit 16 km etwas kürzere Wanderung findet sich hier.
Keine Innenstadt, aber ein gut gehendes Feinschmeckerrestaurant. Und das in Aue!
Bilder folgen.

Dienstag, 29. Januar 2013

Whisky in Gelenau

Foto: Frank Richter
Wer würde wohl vermuten, dass im Keller eines unscheinbaren Einfamilienhauses im langgezogenen Straßendorf Gelenau das Whisky-Paradies zu finden ist? Mit Hilfe freundlicher Eingeborener ("Poasst auff, ieech erklärs eich! ... U dann es Bärschl nunner ...") finden wir nach nur kurzem Umherirren in bitterer Kälte schon das Ziel, die Gelenauer Marionettenspiele. Drinnen ist es vor allem erst mal warm und wir werden sofort herzlich willkommen geheißen.
Nach der Bestellung von "Weichei"-Bier (Specht Landbier) ist schnell klar, wer an diesem Abend die Opfer sind, nämlich wir, die Städter. In den unzähligen Späßchen, die Frank, der Chef des Hauses, in feinster Erzgebirgischer Mundart macht, nimmt er aber nicht nur uns und die anderen Gäste sondern gern auch mal sich selbst auf die Schippe ("So ein kleines Fass, ... 125 l, ... das bin quasi ich als Fass!"). Wir amüsieren uns bestens.
Dieser Frank, der Marionettenspieler, veranstaltet an diesem Abend aber nicht nur Spässchen, sondern eine Whisky-Verkostung. Natürlich gibt es nicht irgendwelchen Whisky, sondern nur vom Feinsten, das Beste was die Weiten Schottlands, aber auch der Rest der Welt so hergeben. Der Whisky-Kenner wird hier nichts vermissen, der Laie ist beeindruckt! Eine gar nicht mal kleine Auswahl an Whisky ist auf dem Altar (vormals Bühne) drapiert, bei Bedarf werden aber auch schnell weitere Flaschen aus dem mehr als 100 Sorten umfassenden Angebot herbeigeschafft. Frank führt uns sanft aber bestimmt auf unserer Tour, geht aber auch gern auf Wünsche ein, und so teilt sich die Verkostungsgemeinde schnell in mehrere Seitenlinien, die man mit ausgewogen (fruchtig, aromatisch, Sherry) oder krass (Mullbinde, frischer Teer) beschreiben könnte und die sich im Laufe des Abends weiter verästelt. Frank erzählt dazu ohne Unterlass, und so weiß man bald mehr, als man eigentlich wissen wollte. Am Ende des Abends hat so ziemlich jeder seine individuelle Trinkhistorie, die für die nicht so whiskyfesten Gäste auch auf dem Kassenbon festgehalten ist. Meine liest sich als Glengoyne 17 years, Dalmore 15, Suntori Yamazaki 18, Redbreast 12. Der Kenner wird schnell erkennen, dass hier die fruchtig-ausgewogene Schiene verfolgt wird. Mir wurde auch allein durch den Geruch der Nachbargläser klar, dass ich die torfige Schiene überhaupt nicht mag.  Alles was ich hatte, war ohne Frage sehr gut trinkbar, die Favoriten kamen klar am Ende, vom Japaner und vom Rotkehlchen könnte man sich echt mal ne Flasche hinstellen. Zum Aberlour kam es dann nicht mehr, aber der ist beim nächsten Mal fällig!
Zu allem Überfluss gab es dazu auch noch feinstes Essen, gekocht von Franks Frau Helga. Nach einer feinen Käsesuppe wurden Sellerie-Kartoffelstampf, Risotto mit Pilzen, Bohnen-Tomatengemüse, Salat, Schweinebraten und geräucherte Rinderbrust aufgetragen und bis zum Abwinken nachgefüllt. Alles äußerst lecker, vor allem aber Risotto, Stampf und Rinderbrust und von letzterer wiederum der etwas durchwachsenere und damit saftigere Teil, der am Ende auf den Tisch kam - herrlich! Natürlich durfte ein Dessert nicht fehlen, besser noch zwei, denn zu einer Sahne mit Haferflocken auf Himbeeren kam noch eine feine Käseauswahl, darunter auch ein herrlicher Obazder. Lecker!
So ging ein herrlicher Abend rum, wie man ihn sich schöner kaum wünschen kann - gern mal wieder!
Es ist herrlich, zu erleben, wenn jemand so sein Hobby zum Beruf machen kann!

Samstag, 26. Januar 2013

Kunst in Chemnitz

Ansehen! ist die unbedingte Empfehlung für den jüngsten Coup unserer Frau Mössinger, ihres Zeichens umtriebige Chefin der Kunstsammlungen Chemnitz. In einer außerordentlich gelungen Zusammenstellung sind die Werke des Leipziger Künstlerpaares Neo Rauch ("Abwägung") und Rosa Loy ("Gravitation") zu sehen.
Rauchs Bilder sind absolut sehenswert. Wenn man vor den Großformaten steht, wird einem sofort klar, dass der gewaltige Hype um Rauchs Bilder nicht grundlos ist. Szenen in altmeisterlicher Handwerkskunst werden in einen absurden bis surrealen Kontext gesetzt. Vieles wirkt unterschwellig befremdlich, irritierend, beängstigend, was oftmals weniger am dargestellten Sujet als an der Wahl der Farben liegt. Man sieht idyllische Landschaften und altertümlich gekleidete Menschen in dezent giftigen Farben. Die Bilder sind voller Details und Anspielungen, die sich erst beim zweiten oder dritten Hinsehen erschließen. Großartig!
Natürlich stehen Loys Bilder im Schatten der Rauchschen, können aber in der hier gezeigten Zusammenstellung erstaunlich gut gegenhalten. Einige der Bilder sind geradezu herrlich und voller witziger Details, wie etwa "B-Plan" oder "Dienststelle". Für beide Teile der Ausstellung kann man nur raten, sich Zeit zu nehmen. Erstmal alles sichten, setzen lassen, noch mal durchgehen, im Katalog blättern, der knapp aber gekonnt Hinweise zum Sehen gibt, und dann noch mal in Ruhe alles ansehen.
Großartig ist auch, dass es Frau Mössinger gelungen ist, eine Auftragsarbeit von Neo Rauch unter dem Titel "Abwägung" mit Hilfe von Sponsorgeldern anzukaufen. Dieses herrliche Gemälde soll künftig im Ratssaal des Chemnitzer Rathauses zu sehen sein. Damit wird an eine Tradition aus besten Tagen der Stadt angeknüpft, als mit Mitteln wohlhabender Bürger eine Kunstsammlung von Weltrang geschaffen wurde und die Stadt die namhaftesten Künstler ihrer Zeit anzog. Hoffen wir, dass dieses Ereignis Ausdruck eines neuen Selbstbewusstsein der Chemnitzer Bürgerschaft ist. Möge zudem die Rauchsche Allegorie der Abwägung zwischen Hochhäusern und Natur künftigen Chemnitzer Räten ein Denkanstoss sein.
Kunstsammlungen Chemnitz bis zum 10. Februar.

Montag, 7. Januar 2013

Ein Jahr in Bildern - Rückblick 2012

Ein Jahr ist um und graue Wintertage boten Zeit, Bilder zu sortieren und online zu stellen. Damit gibt es wieder den schönen grafischen Jahresüberblick 2012. Passwort gibts wie immer beim Autor.
2012 gab es eine ganze Menge schöner Wanderungen, von denen hier ja auch ausgiebig berichtet wurde. Höhepunkte der Wandersaison im letzten Jahr waren zweifelsohne die 9-tägige Kammtour durch Erzgebirge und Vogtland sowie eine dreitägige Tour durchs Elbsandsteingebirge. Daneben ging es durch so ziemlich alle umliegenden Flusstäler (Zschopautal und Flöhatal, Chemnitztal, Muldental, Schwarze Pockau), ins Erzgebirge, ins Limbacher Land und ein weiteres Mal ins Elbsandstein. Neben alten Gleisen bewanderten wir letztes Jahr auch neue Straßen. Eine schöne Tour führte uns mit den Rosa Löwen in die Anhaltinische Provence. Die geballte Bilderflut zu all diesen Touren gibts hier: [Wanderbilder 2012]

Neben den vielen mehr oder weniger ausgedehnten Wanderungen gab es 2012 auch zwei schöne Urlaube. Im Mai waren wir zwei Wochen auf den Kanaren, auf La Palma und unserer geliebten Insel El Hierro [Blog] [Bilder]. Im August gab es die nunmehr 5. Auflage der sogenannten Harz-Treffen mit alten Freunden und deren immer größer werdenden Familien. Mit nicht weniger als 6 Kindern hatten wir eine herrliche Woche in der Villa Lückendorf [Blog] [Bilder]. Kurzurlaube führten uns zudem nach Marienbad und zwei mal ins weihnachtliche Erzgebirge [Adventswochenende I] [Adventswochenende II].

Auch auf den Seiten von Saxdorf und dem Kleinstgarten sind 2012 wieder schöne Bilder hinzugekommen: [Saxdorf 2012], [Kleinstgarten 2012, neueste Bilder ganz unten]

Mittwoch, 2. Januar 2013

Chemnitzer Rundwanderweg - Der Norden

Blick auf Chemnitz bei Draisdorf
Das frühlingshafte Wetter lockt nach draußen - heute mal rund um Chemnitz bzw. die erste Hälfte davon. Auf dem Chemnitzer Rundwanderweg geht es vom Zeisigwald über den Chemnitzer Norden bis nach Rottluff.
Wir starten an der Endstelle der Linie 31 im Yorckgebiet und verlassen das Plattenbauviertel zügig Richtung Heideschänke. An der Heideschänke treffen wir schon auf den Chemnitzer Rundwanderweg, dessen grün-weiße Markierung über die ganze Strecke kaum zu übersehen ist. Lediglich in Röhrsdorf wird mal eine Markierung fehlen.
In der Hilbersdorfer Gartenanlage
Los gehts also durch den Zeisigwald bis zur Dresdner Straße. Gleich danach laufen wir durch eine große Gartenanlage Richtung Hilbersdorf, wo wir kurz in den lärmenden Verkehr eintauchen. Gleich darauf geht es aber wieder auf ruhige Nebenstraßen bis wir am Schnellen Markt wieder Wald in den Wal eintauchen. Durch den Schnellen Markt erreichen wir die ehemaligen Kasernen, die gerade zu einem schönen Wohnviertel umgebaut werden. Gleich darauf folgt wieder Wald, dieses Mal der Ebersdorfer. Zwischendurch gibt es mal eine schöne Aussicht Richtung Glösa am Waldrand wo wir auf einem Hochstand Rast machen. Bald darauf queren wir die Bahnlinie nach Riesa und erreichen durch die Kohlung die Glösaer Straße.
Damit haben wir das erste Drittel und leider nun auch das ruhigste Stück des Weges hinter uns. Gleich nach der Glösaer Straße überqueren wir die Autobahn, die wir für den restlichen Teil des Weges mehr oder weniger deutlich hören werden. Es ist eigentlich geradezu erschreckend, wie große Teile der Stadt durch die grenzenlose automobile Freiheit in Mitleidenschaft gezogen werden. Wir passieren auf unserem Weg viele auf den ersten Blick idyllische Wohnlagen, schöne Häuser im Grünen, aber leider mit unerträglichem Lärm gestraft.
Ende des Chemnitztalweges und
Beginn eines neuen Abenteuers
Wir laufen nun durch den dank der Autobahn sehr lauten Sechsruthenwald und erst als sich der Weg hinüber nach Draisdorf wendet, wird es wieder angenehmer. Wir überqueren bei Draisdorf die Chemnitz und stellen fest, dass am derzeitigen Ende des Chemnitztalradweges die stillgelegte Bahnstrecke, auf der der Weg mal weitergebaut werden soll, einer Erwanderung harrt. Das machen wir aber jetzt nicht, sondern laufen vorbei an der Kläranlage durch die schöne Heinersdorfer Siedlung bis an den Rand von Wittgensdorf. Von dort geht ein schöner Weg durch eine Gartenanlage in einem idyllischen Tal hinüber zum Chemnitz-Center. Ok, schön ist es hier natürlich nur für Leute, die das Gehör verloren haben. Am Chemnitz-Center ist schön ohnehin vorbei und wir laufen entlang der Ringstraße parallel zur Autobahn. Beim Blick auf den Parkplatz kann man allenfalls Mitleid haben mit all den armen Irren, die kurz nach der großen Konsumorgie schon wieder die Läden stürmen. Sofern Sie einen Parkplatz finden ...
Nach Passieren des Chemnitz-Centers tauchen wir recht unvermittelt in die Röhrsdorfer Dorflage ein, wo es wirklich schön sein könnte, wenn da nicht ... Unser Weg führt uns nun vorbei am Kreuz Chemnitz, wo wir noch mal so richtig Autobahnfeeling erleben dürfen. Man fragt sich, wo diese ganzen Autos eigentlich hinwollen ... Wahrscheinlich shoppen ... Zum Glück wendet sich unser Weg nun wieder ein wenig von der A 4 ab und kurz bevor wir in den akustischen Einzugsbereich der A 72 kommen, ist es für einen ganz kurzen Moment fast so ein bißchen wie ruhig. Wenn man sich die Autobahn weg denkt, könnte es hier richtig schön sein, weitläufig liegt die Rottluffer Flur vor uns und nach Erreichen des Höhenzuges haben wir einen tollen Ausblick auf die Höhenzüge im Süden von Chemnitz, die wir in gar nicht all zu ferner Zeit im zweiten Teil des Chemnitzer Rundwanderweges erkunden werden. Der erste Teil ist nun mit Erreichen der Rottluffer Dorflage auch schon zu Ende und der Bus 32 bringt uns schnell nach Hause.
Diese kleinere Hälfte des Chemnitzer Rundwanderweges ist knapp 25 km lang und nimmt gut 5 h in Anspruch. Die Route findet sich wie immer online. Und hier gibts Bilder.

Montag, 31. Dezember 2012

Das Kino schafft sich ab.

Seit langem mal wieder im Kino gewesen - und maßlos enttäuscht. Das Filmereignis des Jahres, der Hobbit sollte es werden, doch statt dessen bekamen wir den Niedergang des Kinos zu sehen.
Nicht nur, dass der schöne und an sich recht kurzweilige Stoff des Originals durch billigen Klamauk und schier endloses Ork-Gemetzel endlos in die Länge gezogen und völlig sinnentstellt wird. Nein, wesentlich schwerer wiegt die unglaublich schlechte Bildqualität die wir erleben durften. Das unterer Viertel des Bildes war komplett unscharf und der Rest der Leinwand wandelte sich bei der geringsten Bewegung in der Handlung in einen Haufen undefinierbaren Pixelmatsch. War das die Strafe dafür, dass wir uns für die 2D-Version entschieden hatten?
Es gab mal eine Zeit, als es noch kein 3D und auch keine doppelte Bildrate gab. Zu der Zeit wurden Filme analog gedreht und analog wiedergegeben. Man konnte jede Bewegung verfolgen, jederzeit war alles scharf, es sei denn, der Filmemacher hat Unschärfen bewusst verwendet. Und heute? Pixelmatsch bei jeder Bewegung! Das kann unser Fernseher besser! Soll das das Kino des 21. Jahrhunderts sein? Dann ohne mich!
Ich hoffe, dass wir hier lediglich grottige Technik im Cinestar Chemnitz erlebt haben und dass das, was wir gesehen haben, nicht der derzeitige Standard für die Filmwiedergabe ist. Mich beschleicht jedoch der leise verdacht, dass man hier um jeden Preis 3D und doppelte Bildrate puschen will und die 2D-Version der Filme absichtlich schlecht wiedergibt. Ich hoffe, den Kinobetreibern ist klar, dass sie sich damit selbst abschaffen. Warum soll ich ins Kino gehen, wenn ich am Fernseher die Filme in besserer Qualität sehe?
Es wäre schade um dieses wunderbare Medium, welches mir schon so viele wunderbare Stunden bereitet hat, in denen ich gebannt auf die Leinwand gestarrt habe. Hoffen wir, dass noch irgendwo jemand die alte Filmwiedergabetechnik betreibt.
Vielleicht sagt mir ja auch jemand, wo ich hingehen muss, um moderne Filme in der Qualität zu sehen, die der Regisseur beabsichtigt hat. Und bitte ohne 3D. Ganz klassisch in 2D und gern auch analog.

Freitag, 28. Dezember 2012

Rund um Augustusburg

Blick von Augustusburg übers Land
Nach dem anhaltenden Tauwetter sind die Wege schon wieder frei von Schnee und bei strahlender Wintersonne können wir entspannt wandern gehen. Heute geht es auf die Augustusburg und auf einem großen Bogen durch die Täler von Flöha und Zschopau einmal südlich um die Burg herum.

Wir starten unsere Runde in Erdmannsdorf am Bahnhof gleich bei der Talstation der Drahtseilbahn.  Sogleich geht der Weg steil bergauf nach Augustusburg, parallel zur Drahtseilbahn, die weniger lauffreudige Naturen natürlich auch zum Erklimmen des Berges nutzen können. Nach einer guten halben Stunde sind wir jedoch auch zu Fuß oben, halten uns an der Bergstation links und gehen an der Stadt vorbei auf blauer Markierung Richtung Hohenfichte. Schnell verlassen wir den Ort wieder  und ein schöner alter Weg gesäumt von Obstbäumen führt uns in einem großen Bogen und mit vielen schönen Blicken auf Stadt und Burg hinunter ins Tal der Flöha. 
Auf dem Weg nach Hohenfichte: Burgblick
Die Flöha überqueren wir in Hohenfichte auf der alten überdachten Holzbrücke. Nach der Brücke geht rechts ein schöner schmaler Weg an der Flöha entlang, dank des Hochwassers teils nur knapp neben dem Fluss. Bald erreichen wir Schellenberg, wo wir auf die andere Seite des Flusses wechseln und die Straße hoch nach Marbach laufen. Stetig bergan laufen wir durch den schön gelegenen Ort und halten uns nach der Ortsmitte rechts auf eine schmale Straße, die bald in einen Feldweg übergeht, der den Ort verlässt und zum Höhenzug hinauf führt. Wiederum ein schöner Weg mit alten Obstbäumen und wiederum herrliche Blicke herüber zur Augustusburg, die wir bei einer ausgedehnten Rast genießen. 
Hochwasser im Flöhatal
Wenig später stoßen wir auf den gelb markierten Weg "Rund um Waldkirchen", der uns bald hinab ins Zschopautal bringt. An einem Felsen genießen wir einen großartigen Ausblick auf Zschopau und das Zschopautal hinauf. Weiter folgen wir dann einem grünen Weg, der schließlich bei Witzschdorf das Tal erreicht. Der offizielle Zschopautalweg verlässt hier das Tal, die Wanderkarte behauptet aber, dass man im Tal parallel zur Bahn laufen kann. Zwei Jugendliche erklären uns, dass man nur kurz nach dem Bahnhof ein Stück auf der Bahntrasse und später noch eine fehlende Brücke wiederum auf der Bahntrasse überwinden muss, sonst aber der Weg super wäre. 
Burgblick oberhalb von Marbach
Und so ist es dann auch, einfach am Bahnhof Witzschdorf ca. 50 m die Gleise lang Richtung Hennersdorf und man trifft auf einen schmalen Weg direkt an der Zschopau. Schön geht es jetzt durchs Zschopautal und nach ca. einem Kilometer fehlt tatsächlich mal eine Brücke und man muss über den Bahndamm ausweichen, was aber problemlos möglich ist. Hier treffen wir auch wieder auf den originalen Zschopautalweg, dem wir im weiteren Verlauf bis Erdmannsdorf folgen. Bei Hennersdorf passieren wir eine weitere überdachte Holzbrücke, die wir aber dieses Mal links liegen lassen. Schon im Dämmerlicht geht es nun die letzten Kilometer auf dem schönem schmalem Weg entlang der Felsen unterhalb des Kunnersteins und pünktlich mit dem Einbruch vollständiger  Dunkelheit erreichen wir Erdmannsdorf. Hier schließt sich eine schöne Runde durch zwei idyllische Flußtäler und über Höhenzüge mit schönen Ausblicken weit übers Land und vor allem immer wieder zur Augustusburg. 

Die knapp 24 km lange Runde ist wie immer online verfügbar. Und hier gibts die Bilder dazu.

Montag, 24. Dezember 2012

Adventsausflug die Zweite

Gaststube in der Forelle Blauenthal
Mit dem Abschluss der letzten kleinen Einkäufe für das Fest, die ich am Mittwoch erledigen konnte, beginnt für mich der ruhige und besinnliche Teil der Weihnachtszeit. Bestenfalls mit Mitleid nehme ich das hektische Treiben des Konsumwahns um mich herum noch zur Kenntnis.
Ok, einen weiteren Einkauf gab es noch - mit Tom zum Rößlerhof in Burkhardtsdorf zur Beschaffung der Weihnachtsgans. Das gut 5 kg schwere Vieh harrt nun im Kühlschrank seines Auftritts am 1. Feiertag.
Der wahre Beginn der Weihnachtszeit ist für mich jedoch das Weihnachtsoratorium in der Kreuzkirche. Beim Hören dieser wunderschönen Musik erschließt sich wohl jedem die Bedeutung des Festes. Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen! Wem dabei nicht warm ums Herz wird, dem ist nicht mehr zu helfen. Ganz nebenbei trifft man beim WO natürlich alles, was auf dem Kassberg Rang und Namen hat und mit Freunden findet der Abend einen netten Ausklang beim Ronny's. Es ist die gute Küche, die uns immer wieder hier hin treibt, auch wenn die Bedienung alles tut, einem den Besuch zu verleiden.
Der 4. Advent beginnt beim Brunch mit Freunden im Mamajoe's. Im Obergeschoss ist es ganz angenehm, vor allem, nachdem sich die Reihen der Gäste etwas lichten. Essen ist ok, ich bin ein wenig enttäuscht, dass die warmen Speisen 0815 deutsche Küche sind und kaum etwas vom mexikanischen Programm der Küche  auftaucht. Aber das ist wohl ein Zugeständnis an die zahlreichen anwesenden Rentner, die erkannt haben, dass man sich hier für wenig Geld sehr grundlegend sättigen kann und die treu und brav beim Auftragen neuer Speisen die gewohnte sozialistische Wartegemeinschaft bilden. Naja, immerhin packt man nichts in Tupperdosen, zumindest sehe ich es nicht.
Nach dem ausgedehnten Brunch fahren wir noch ein wenig durchs Erzgebirge. Eigentlich war eine winterliche Runde durchs tief verschneite Weihnachtsland angedacht, aber leider machen Tauwetter und strömender Regen diesen Plan zunichte und wir steuern das Museum für Bergmännische Volkskunst in Schneeberg an. Hier gibt es eine wirklich sehenswerte Sammlung von Weihnachtsbergen sowie eine aktuelle Ausstellung der Rechenberger Häuselmacher. Wirklich schön und sehenswert! Anschließend besichtigen wir die gewaltige Kirche St. Wolfgang, deren schiere Größe ahnen lässt, wie reich diese Stadt einst gewesen sein muss. Zu allem Überfluss ist in Schneeberg auch noch Weihnachtsmarkt, es hat aufgehöhrt zu regnen und wir genießen noch ein wenig die wunderschöne Atmosphäre auf einem der schönsten Märkte des Erzgebirges.  
Zum Abendessen fahren wir nach Blauenthal in das Parkhotel Forelle, ein Haus das schon lange auf meiner Liste steht. Unsere Erwartungen werden weit übertroffen. Nicht nur die gemütliche Wohnzimmeratmosphäre in der urigen Gaststube sondern auch die aufmerksame, freundliche und unaufdringliche Bedienung tragen zum Wohlbefinden bei. Natürlich gibt es Forelle in zig Varianten, die von uns probierten waren allesamt hervorragend! Spätestens nach einer netten Plauderi mit der Hausherrin wird klar, dass wir hier unbedingt mal auf ein Wanderwochenende wiederkommen und dann muss auf jeden Fall das 11-gängige Degustationsmenü dran glauben, welches hier zu einem schier unglaublichen Preis angeboten wird. Wir freuen uns schon darauf und auf das Draußensitzen am Bach oder im wunderschönen Park, der im Winter leider nicht mal zu erahnen ist, aber auf der Webseite besichtigt werden kann.
So, das Rotkraut für morgen ist inzwischen auch fertig - Weihnachten kann kommen!

Sonntag, 16. Dezember 2012

Im Weihnachtsland

Zum traditionellen Adventsausflug mit Muttern ging es dieses Wochenende tief ins Herz des Weihnachtslands Erzgebirge, ins Sehmatal und hoch hinauf nach Oberwiesenthal.
Wir starten in Cranzahl, wo wir im Cafe Rosè nicht nur leckeren hausgemachten Kuchen essen sondern auch  mit ganz viel Hingabe bedient werden. Der herzhafte Teil der Speisekarte sieht auch sehr lecker aus, so dass wir bestimmt mal wieder hierher kommen.
Von Cranzahl geht's mit der Bimmelbah durch das schöne Sehmatal hinauf nach Oberwiesenthal. Mit dem Dampfzug durch die tief verschneite Winterlandschaft und die vielen Dörfchen am Weg - einen schöneren Eindruck kann man wohl kaum vom Weihnachtsland Erzgebirge bekommen. Nach Ankunft in O-Thal bummeln wir ein wenig herum, trinken Glühwein auf dem kleinsten Weihnachtsmarkt der Welt und erwerben im ansässigen Fachhandel das Räucherkerzchennotfallkit "Alles in einer Hand". Zu Abend essen wir im Hotel Rotgiesserhaus in einer urigen Gaststube lecker und bodenständig. Neben sehr guten Suppen kommt alles auf den Tisch, was sich in den umliegenden Wäldern mal bewegt hat. Bei etlichen Gläsern vom Oberwiesenthaler Bürgerbräu, das hier vom Fass kommt, geht der Abend schnell dahin. Im Rotgiesserhaus übernachten wir auch und stärken uns anderntags bei lecker Frühstück. Das Rotgiesserhaus trägt übrigens das Label "Echt Erzgebirgischer Landgasthof" und es lohnt sicher, auch mal die anderen Häuser mit diesem Label zu besuchen!
Nach etwas planlosem Ablaufen so ziemlich aller Straßen der Oberwiesenthaler City und Besuch im einen oder anderen Volkskunstfachgeschäft ist auch bald Zeit für die Rückfahrt mit der Bimmelbah, die wir zur Einkehr in der gleichnamigen Wirtschaft in Neudorf unterbrechen. In der mit allerlei Bahnutensilien dekorierten urigen Wirtschaft gibt es nicht nur die Siegersuppen des jährlichen Neudorfer Suppenwettbewerbs, sondern auch allerhand andere erzgebirgische Spezialitäten. Lecker!
Bis zur Weiterfahrt des Zugs bleibt noch etwas Zeit, die wir für einen kurzen Spaziergang durch Neudorf nutzen.  Die Schauwerkstatt der Firma Huss "Zum Weihrichkarzl" in einem schön restaurierten Dreiseitenhof hat zwar leider geschlossen, aber dafür finden wir dort den weltweit ersten Räucherkerzenautomaten, an dem wir sicherheitshalber gleich noch mal unsere Vorräte mit den einzig wahren Räucherkerzchen auffüllen. 
Hier gibts die Bilder dazu.

Sonntag, 9. Dezember 2012

In's Ohr

Während wir hier so langsam einschneien und es uns gemütlich gemütlich machen, ist auch Zeit, alte CD-Schätze zu Ohre zu bringen. Lange Winterabende bieten Zeit, mal ganze Opern am Stück zu hören. Deshalb hören wir jetzt Bellinis Norma in einer wunderbaren Aufnahme mit der Callas und dem Orchestra del teatro alla Scala di Milano unter Serafin. Großartig!

Adventswochenende mit den Queerschlägern

Die Adventswochenenden der Queerschläger haben nun schon eine lange Tradition. Nach vielen schönen Jahren bei Jürgen Seltner in Oberwiesenthal haben wir uns für dieses Jahr zur Abwechslung mal einen anderen Ort ausgesucht - Weitersglashütte bei Eibenstock, wo uns die Pension Waldhaus ein gemütliches Quartier bot.
Schon bei der Anfahrt wird klar, dass der Winter es hier ernst meint. Wir fahren durch tief verschneite Wälder, die Bäume tragen viel Schnee, Teile der Strecke sind nach Schneebruch gerade erst wieder freigegeben worden. Schnell wird auch klar, dass die geplante Wanderung so nicht klappen wird, zu viel Schnee liegt in den Wäldern und die meisten Wege sind unzugänglich. Beim gemütlichen Abendessen und der einen oder anderen Schwarzbierbowle werden schließlich alternative Pläne geschmiedet.
Nach einem leckeren und vielfältigen Frühstück fahren wir dann mit den Autos nach Wildenthal, denn dort gibt es einen einigermaßen geräumten Winderwanderweg. Dieser führt uns bei strahlendem Sonnenschein und grimmiger Kälte durch eine herrliche Winterlandschaft. Zunächst laufen wir durch das Tal der Großen Bockau und schließlich geht es hinüber nach Eibenstock. Schade, dass uns dieser schöne Ort mit einem Plattenbaugebiet empfängt. Zum Glück muss man sich nur umdrehen und kann weit über das Erzgebirge schauen!
Zum Bekämpfen der grimmigen Kälte werden am nahe liegenden Discounter die Vorräte an Glühkerzen aufgefrischt und dann dauert es gar nicht mehr lange, bis näher kommende Glöckchen den Höhepunkt des Tages ankündigen: die Fahrt mit dem Pferdeschlitten. Zwei schöne Schlitten mit je zwei kräftigen Pferden stehen nun für den Rückweg zur Verfügung. Reichlich warme Decken und Felle sowie Glühwein, Tee und Glühkerzen sorgen dafür, dass es in den Schlitten schnell kuschlig warm wird. So lassen wir uns durch den Winterwald fahren und genießen die herrliche Landschaft - das lässt sich aushalten. Bei einem Halt im Wald dürfen wir auch die vier Pferde und deren Kutscher kennenlernen. Nach einer guten Stunde erreichen wir Wildenthal, wo wir uns von den Pferden trennen und uns in der Schmugglerstube beim Mittagessen aufwärmen.
Uwe, Ron und ich haben noch nicht genug vom Wandern und während die anderen in die Autos steigen, versuchen wir, uns bis zur Pension zu Fuss durchzuschlagen. Nach einem kurzen Stück Straße treffen wir auf einen geräumten Forstweg, der uns recht weit in die gewünschte Richtung bringt. Leider ändert sich das Bild am Abzweig nach Weiterglashütte abrupt : ein tief verschneiter Weg für die nächsten 700 m. Hier hilft nur noch Augen zu und durch - immerhin wird uns dabei so richtig schön warm! Wenig später sind wir wieder in der Pension, offenbar nicht viel später als einige der Autofahrer, die sich ein wenig verfahren hatten.
In der Pension geht es in die Sauna, die bei gutem Willen etwa vier Leuten Platz bietet. Das hindert uns freilich nicht daran, es uns dort zu zwölft nebst zwei weiteren Pensionsgästen gemütlich zu machen. Na gut, so richtig schön ist es nicht, aber dafür umso wärmer!
Mit einem schönen Abendessen, Gesprächen und Spielen sowie einigen weiteren Schwarzbierbowlen klingt der schöne Tag aus. Am nächsten Vormittag heisst es auch schon wieder Abschied zu nehmen und schon bleibt nur noch die Erinnerung an ein weiteres schönes Adventswochenende mit vielen netten Menschen.
Hier gibts die Bilder dazu.

Samstag, 1. Dezember 2012

Kürbissuppe, Schnitzel mit Rote-Bete-Stampf und Bratapfel

Gestern war mal wieder großes Kochen angesagt!
Die letzten Reste vom Kürbis landen in einer feinen Suppe. Dafür wird eine Zwiebel angeröstet, wenn diese Farbe bekommt, kommen Gewürze nach Lust und Laune sowie Knoblauch dazu und rösten kurz mit. Dieses Mal wanderten Koriander, Curcuma, etwas Currypulver, Chili und Kardamom in den Topf. Kürbis dazu, mit Sherry ablöschen und mit Wasser aufgießen. Mir fallen noch getrocknete Feigen in die Hände, zwei davon kommen mit in die Suppe und dann kochen bis alles weich ist. Nach dem Pürieren mit Salz und Pfeffer abschmecken, fürs Auge kommen klein gewürfelte rote Paprika hinzu, die noch 10 Minuten mit ziehen dürfen. Schlußendlich noch reichlich gehacktes Basilikum - et voila, großartig!  
Schnitzel muss man ja fast nicht erklären: Kalbsschnitzel klopfen, würzen, leicht mehlieren und mit Ei und Semmelbrösel panieren. In reichlich Butterschmalz kurz braten, bis die Schnitzel eine appetitliche Farbe haben. Etwas aufwändiger ist die Beilage, für die zunächst eine Rote Bete sowie drei große Kartoffeln jeweils in Folie im Ofen gebacken werden, bis sie weich sind. Die letzten Minuten kommen noch zwei Knoblauchzehen dazu, die leicht Farbe annehmen dürfen. Gemüse pellen und warm mit dem Knoblauch, reichlich Butter, ein wenig Meerrettich und gehackter Petersilie stampfen. Für meinen Geschmack darf das Produkt im Mund noch deutlich Struktur haben. Milch hinzufügen, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist, mit Salz und Pfeffer abschmecken und der zweite Gang ist fertig. Es versteht sich, dass man den Stampf vor dem Zubereiten der Schnitzel fertig hat. Absolut lecker!
Schlussendlich der Dessertklassiker zur Adventszeit: Bratapfel. Dazu werden geeignete Äpfel, in unserem Falle der gute Boskopp aus Mutters Garten, vom Kerngehäuse befreit. In diese Löcher kommt ein Gemenge aus gerösteten Mandeln, Rumrosinen, Konfitüre (schwarze Johanna) und etwas Kokosraspel. Ab in den Ofen bis die Haut aufreisst , leicht abkühlen lassen und mit Vanillesauce servieren. Geil! Warum macht man dieses simple Dessert nicht öfter? Das verträgt sicher auch noch viele Varianten der Füllung! Mir kommen Zimt, Feigen, Pistazien oder Marzipan in den Sinn ...

Sonntag, 25. November 2012

Highway to Flöha

Highway to Flöha
Highway to Hell, so heisst es in einem Klassiker. Ganz so schlimm war es nicht, als wir die künftige Flöhaer Stadtautobahn kurz vor der Inbetriebnahme noch mal unter die Füße nahmen. Man denkt ja immer, so eine Autoschneise durch eine Stadt baut seit den 70ern keiner mehr, aber vielleicht lag es ja auch daran, dass die Planer Flöha einfach nicht als Stadt erkannt haben.  Jedenfalls hat Flöha jetzt ne tolle Stadtautobahn mit einem jeweils irrsinnigen Netz von verschachtelten Auf- und Abfahrten an beiden Enden, mit Brücken für Autos, Fußgänger und allerlei anderes Getier und dazwischen ca. 5 km Rennstrecke mitten durch das, was man wohlwollend City nennen könnte.
Wir starten also am Anfang der Trasse am Ortsende von Niederwiesa, bestaunen das Gewirr von Auf- und Abfahrten und laufen frohen Mutes über frischen Asphalt. Eigentlich fast schon idyllisch liegt die Trasse zwischen Wald und Eisenbahn und bald erreichen wir den Ort. Wir laufen auf Höhe der Obergeschosse der Wohnhäuser, die teils kaum mehr als 10 m von der Trasse entfernt sind. Fairerweise muss man natürlich sagen, dass diese Häuser immer schon in Rufweite der Eisenbahntrasse lagen, so dass die neue Trasse hier einfach nur für anderen und noch kontinuierlicheren Lärm sorgen wird. Anderes als Autos ist auf der Trasse nicht vorgesehen, daher baut man für Fußgänger und Radfahrer auf Höhe des Bahnhofs nicht weniger gigantische, teils canyonartige Auffahrten und verwegene Brückenbauwerke, die es dem Nutzer auf wunderbare Weise erlauben, die zeitgenössische Betonbaukunst in allen Details zu erleben.
Kurz nach dem Bahnhof endet die Trasse recht unvermittelt in einer langgezogenen Linkskurve und einem gigantischen Kreisel, in dem die Trasse sich sogar selbst schneidet. Respekt! Rechten Sinn ergibt das Ganze nicht, aber man hat vielleicht letztmalig in Sachsen zeigen dürfen, was moderne Verkehrsbaukunst vermag.
Blick zur Augustusburg
Da wir natürlich nicht über die Trasse zurücklaufen möchten, schließen wir noch eine größere Wanderung an.  Am Trassenende halten wir uns querfeldein waldwärts, wo wir am Waldrand auf den Wanderweg ins Flöhatal treffen. Entlang der Flöhaaue laufen wir Richtung Falkenau. Es steht zu befürchten, dass sich auch hier die Planer und Straßenbauer noch mal austoben dürfen. Lesenswertes zur Flöhatalaue findet sich übrigens im Netz, entsprechende Verfahren sind bei Gericht anhängig. Wie auch immer, noch genießen wir die Ruhe und das dörfliche Falkenau.
In Falkenau queren wir die Bundesstraße und wandern hinauf zum Höhenzug zwischen Flöha und Frankenberg. Auf diesem Höhenzug verläuft dann auch unser Rückweg, mit immer wieder schönen Aussichten ins Flöhatal und ins Frankenberger Land, später auch zur Augustusburg, die majestätisch vor der Silhouette des Erzgebirges thront. Am Finkenmühlengebiet verlassen wir die Höhe und laufen hinunter ins Zschopautal, von wo es nur noch wenige Schritte bis zu unserem Ausgangspunkt sind. Auf den letzten Metern dürfen wir noch den Irrsinn des baulichen Hochwasserschutzes in Sachsen bewundern. Mit immer höheren Betonwänden werden die Flüsse eingeschnürt, um weiteren Wüstenrotwarzen in den früheren Überflutungsgebieten und Auen Platz machen. Wir sehen uns beim nächsten Jahrtausendhochwasser.
Damit schließt sich eine schöne spätherbstliche Runde in einer zum Glück noch nicht vollends betonierten Landschaft. Den Verlauf der 18 km langen Tour findet man hier. Und hier gibts Bilder.