Posts mit dem Label Gastronomie werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Gastronomie werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 24. März 2013

Linuxtage - das Alternativprogramm

Mit Kind und Kegel
Während sich die Infis auf den Linuxtagen tummeln, gilt es, ein interessantes Alternativprogramm auf die Beine zu stellen. Neben dem leckeren Essen mit dem Riedschor haben inzwischen auch die Wanderungen mit Freunden, Kindern und Kegel eine gewisse Tradition (siehe bspw. 2011).
Das leckere Essen mit dem Riedschor am Freitagabend gab es in diesem Jahr gemeinsam mit der Corinna bei Strellers. Hier macht man nichts falsch, es gibt konstant gutes Essen und auch die Vegetarierin kommt auf ihre Kosten. Etwas befremdlich einzig die harte Ansage, dass der geneigte Gast doch bitteschön um 22 Uhr das Restaurant verlassen möge, da die Wirtschaft anderntags auch noch was arbeiten muss.
Zum Wandern zog es uns dieses Jahr auf den Borsberg bei Pillnitz, wo Heidi, Berni, Oskar, Kurt und Fritz nunmehr ihr Hauptquartier aufgeschlagen haben. Aus der ursprünglich erhofften Frühlingswanderung wurde zwar nichts, aber immerhin hatten wir noch einen halbwegs freundlichen Wintertag. Mit dem Friedrichsgrund und den Borsberghängen ist auch schnell eine schöne Runde identifiziert. Zur Mittagszeit ging es los, schon nach wenigen halben Stunden waren alle Kinder (6) und Erwachsene (7) gehbereit und für die kleinen Prinzen musste auch der rote Bollerwagen mit. Es dauert auch gar nicht lange, es ist genau genommen gleich nach dem Verlassen des Hauses, dass ich mich an der Deichsel des Bollerwagens sehe und Oskar fröhlich singend hinten drin sitzt.
Von der Hochlandstraße biegen wir in ein schönes Tal, welches uns hinunter zur Meixmühle bringt. Dort stoßen wir auf den malerischen Friedrichsgrund, dem wir bis hinunter nach Pillnitz folgen. Ich kann Tom, Suse und Merlin überreden, noch die berühmte Kamelie zu besichtigen, während die Meute schon wieder heimwärts zieht. Nach der kurzen Stippvisite geht es oberhalb der Pillnitzer Weinberge mit vielen schönen Aussichten auf Weinberge, Park und Elbtal Richtung Borsberghänge. Durch die Borsberghänge zieht sich ein schöner Weg, der auch ein paar schöne Aussichten bietet. Auch wenn sich die letzten Meter ein wenig ziehen, was nicht zuletzt auch am Bollerwagen liegt, bleibt eine schöne Runde von etwa drei Stunden in Erinnerung. Ein mehrfaches der verbrannten Kalorien nehmen wir sodann gleich wieder zu uns, Suse hat einen feinen schokoladig fettigen kalten Hund gemacht - genau das Richtige nach so einer Winterwanderung. Gestreckt wird der kalte Hund im Bauch mit lecker Zitronenkuchen, ebenfalls aus Suses Küche. Schnell gehen ein paar schöne Stunden dahin, in denen die Kinder natürlich im Mittelpunkt stehen - zumindest akustisch. Hungrig ist danach zwar keiner, aber dennoch gibt es noch Kartoffelsuppe mit Würstchen, die auch fast allen mundet. Ein schöner Tag - gern treffen wir uns wieder mal in Borsberg, vielleicht bei etwas wärmerem Wetter.

Sonntag, 3. März 2013

Vincent Klink: "Ich rate zum Vegetarismus"

Mein Lieblingskoch Vincent Klink gibt in der ZEIT unter dem Titel "Ich rate zum Vegetarismus" ein sehr kluges Interview. Man lese am besten selbst!

Montag, 11. Februar 2013

Wandern und Feinschmeckern in Aue!

Tunnel am Muldentalweg
Und das in Aue! So etwa dachte ich nach den ersten Gängen des Degustationsmenüs im Restaurant St. Andreas im Blauen Engel in Aue. Das erste Haus am Platze in Aue hatten wir schon lange im Auge und das derzeitige Exil gab den Anlass für ein schönes Wochenende im Blauen Engel.
Das Degustationsmenü gehört ganz ohne Zweifel zum Besten, was ich in letzter Zeit gegessen habe. Die drei Fleischgänge (Gänseleber, Blutente und Variationen vom Sosaer Reh) waren perfekt zubereitet und kamen mit ebenso perfekter Begleitung. Wenn man hier überhaupt etwas kritisieren möchte, dann vielleicht, dass auf den Tellern zu viele kleine Häufchen, Schäumchen, Kleckschen und Sößchen zu finden waren, zwischen denen man schnell den Überblick verlor. Auch wenn der freundliche Servicechef alles im Detail erklärt, bleiben doch nicht mehr als drei Punkte hängen. Hier könnte sich die Küche noch etwas fokussieren. Geschmacklich und von der Konsistenz war natürlich alles hervorragend. Ebenso wie die zwei Grüße aus der Küche (Maronensüppchen, eine Kleinigkeit Fleisch), das Zwischengericht (Orchideensorbet mit Champagner-genial!), der Käse (wenigstens 12 erlesene Sorten zur Auswahl) sowie das Dessert (Schokoladenvariationen) sehr lecker waren. Die starke Dominanz von Fleisch (und Fisch) als Hauptgericht ist wohl in einem Degustationsmenü noch immer Standard.  Zumindest einen vegetarischen Hauptgang hätte ich erfrischend gefunden. Wie auch immer, ein wunderbares Menü mit einer perfekten Weinbegleitung zu einem Preise, der absolut fair ist.
Aussicht bei Lauter
Nach einem leckeren Frühstück im Hotel ging es dann am nächsten Tag auf Wanderung. Es hatte frisch geschneit, aber nur so viel, dass man noch gut laufen konnte. Vom Stadtzentrum erreicht man schnell beim Anton-Günther-Platz den Floßgraben, der auf nahezu konstantem Höhenniveau durch die Stadt führt. Heute folgen wir ihm durch das Muldental Richtung Rechenhaus, welches wir nach 10 km Weges durch herrlich verschneite Winterlandschaft erreichen. Vom Rechenhaus geht es zurück im Muldental auf dem neu gebauten Radweg, der auf der alten Bahntrasse errichtet wurde. Einen Kilometer nach dem Tunnel halten wir uns rechts bergauf hinauf zum Erzengelweg. Von dort geht es hinüber Richtung Lauter, wo wir am Waldrand entlang Richtung Oberpfannenstiel gehen.  Hier gibt es viele schöne Aussichten weit ins Gebirge, hinüber Richtung Schwarzenberg, Spiegelwald und noch viel weiter ins Gebirge. Bald erreichen wir das Schwarzwasser, dem wir linkerhand zurück nach Aue folgen. Nach 27 km schliesst sich am Blauen Engel die Runde - durch den Schnee merkt man die Strecke doch ein wenig mehr als sonst.
Da kommt gerade recht, dass es im Blauen Engel nicht nur ein Feinschmeckerrestaurant sondern auch einen Brauereigasthof gibt. In Lotters Wirtschaft gibt es nicht nur Selbstgebrautes sondern auch lecker Hausmannskost. Bei angenehmer Livemusik und einigen Lotter wird auch dieser Abend sehr schön.
Blick nach Schneeberg
Anderntags gehen wir wiederum auf Wanderschaft und folgen dem Floßgraben nun in die andere Richtung, nach Bad Schlema. Wiederum geht es durch eine schöne und dieses Mal auch sehr aussichtsreiche Landschaft, der Floßgraben zieht sich schön durch die Orte bis wir im Kurpark von Schlema sein Ende erreichen. Auf dem Lehrpfad geht es nun durch die nach der Wende komplett umgestaltete Haldenlandschaft von Schlema. Auf einigen alten Bildern kann man allenfalls erahnen, was hier in den letzten knapp 70 Jahren passiert ist. Der Begriff "Deformationsgebiet" spricht für sich und man kann sich dennoch kaum vorstellen, was hier im Dienste des Uranbergbaus getan wurde. Vom Biedenkopfstein hat man einen herrlichen Ausblick über die neue Landschaft, Reste des alten Ortes und hinüber zur stolzen Bergstadt Schneeberg, deren Silhouette von Rathaus und Kiche geprägt wird. Von den Halden steigen wir hinab ins Schlematal und gehen herunter ins Muldental, wo uns eine Brücke über die Mulde führt, der wir zunächst linkerhand und dann mit einer Straße über den Fluß wechselnd ins Zentrum von Aue folgen. Hier suchen wir noch einmal kurz nach einer Innenstadt, die es aber offenbar nicht gibt. Man findet Reste mit einstmals stolzen Bürgerhäusern, jedoch ist das gesamte Stadtgebiet derart zerbaut, dass sich einfach keine städtische Anmutung einstellen will. Die zweite, mit 16 km etwas kürzere Wanderung findet sich hier.
Keine Innenstadt, aber ein gut gehendes Feinschmeckerrestaurant. Und das in Aue!
Bilder folgen.

Dienstag, 29. Januar 2013

Whisky in Gelenau

Foto: Frank Richter
Wer würde wohl vermuten, dass im Keller eines unscheinbaren Einfamilienhauses im langgezogenen Straßendorf Gelenau das Whisky-Paradies zu finden ist? Mit Hilfe freundlicher Eingeborener ("Poasst auff, ieech erklärs eich! ... U dann es Bärschl nunner ...") finden wir nach nur kurzem Umherirren in bitterer Kälte schon das Ziel, die Gelenauer Marionettenspiele. Drinnen ist es vor allem erst mal warm und wir werden sofort herzlich willkommen geheißen.
Nach der Bestellung von "Weichei"-Bier (Specht Landbier) ist schnell klar, wer an diesem Abend die Opfer sind, nämlich wir, die Städter. In den unzähligen Späßchen, die Frank, der Chef des Hauses, in feinster Erzgebirgischer Mundart macht, nimmt er aber nicht nur uns und die anderen Gäste sondern gern auch mal sich selbst auf die Schippe ("So ein kleines Fass, ... 125 l, ... das bin quasi ich als Fass!"). Wir amüsieren uns bestens.
Dieser Frank, der Marionettenspieler, veranstaltet an diesem Abend aber nicht nur Spässchen, sondern eine Whisky-Verkostung. Natürlich gibt es nicht irgendwelchen Whisky, sondern nur vom Feinsten, das Beste was die Weiten Schottlands, aber auch der Rest der Welt so hergeben. Der Whisky-Kenner wird hier nichts vermissen, der Laie ist beeindruckt! Eine gar nicht mal kleine Auswahl an Whisky ist auf dem Altar (vormals Bühne) drapiert, bei Bedarf werden aber auch schnell weitere Flaschen aus dem mehr als 100 Sorten umfassenden Angebot herbeigeschafft. Frank führt uns sanft aber bestimmt auf unserer Tour, geht aber auch gern auf Wünsche ein, und so teilt sich die Verkostungsgemeinde schnell in mehrere Seitenlinien, die man mit ausgewogen (fruchtig, aromatisch, Sherry) oder krass (Mullbinde, frischer Teer) beschreiben könnte und die sich im Laufe des Abends weiter verästelt. Frank erzählt dazu ohne Unterlass, und so weiß man bald mehr, als man eigentlich wissen wollte. Am Ende des Abends hat so ziemlich jeder seine individuelle Trinkhistorie, die für die nicht so whiskyfesten Gäste auch auf dem Kassenbon festgehalten ist. Meine liest sich als Glengoyne 17 years, Dalmore 15, Suntori Yamazaki 18, Redbreast 12. Der Kenner wird schnell erkennen, dass hier die fruchtig-ausgewogene Schiene verfolgt wird. Mir wurde auch allein durch den Geruch der Nachbargläser klar, dass ich die torfige Schiene überhaupt nicht mag.  Alles was ich hatte, war ohne Frage sehr gut trinkbar, die Favoriten kamen klar am Ende, vom Japaner und vom Rotkehlchen könnte man sich echt mal ne Flasche hinstellen. Zum Aberlour kam es dann nicht mehr, aber der ist beim nächsten Mal fällig!
Zu allem Überfluss gab es dazu auch noch feinstes Essen, gekocht von Franks Frau Helga. Nach einer feinen Käsesuppe wurden Sellerie-Kartoffelstampf, Risotto mit Pilzen, Bohnen-Tomatengemüse, Salat, Schweinebraten und geräucherte Rinderbrust aufgetragen und bis zum Abwinken nachgefüllt. Alles äußerst lecker, vor allem aber Risotto, Stampf und Rinderbrust und von letzterer wiederum der etwas durchwachsenere und damit saftigere Teil, der am Ende auf den Tisch kam - herrlich! Natürlich durfte ein Dessert nicht fehlen, besser noch zwei, denn zu einer Sahne mit Haferflocken auf Himbeeren kam noch eine feine Käseauswahl, darunter auch ein herrlicher Obazder. Lecker!
So ging ein herrlicher Abend rum, wie man ihn sich schöner kaum wünschen kann - gern mal wieder!
Es ist herrlich, zu erleben, wenn jemand so sein Hobby zum Beruf machen kann!

Montag, 24. Dezember 2012

Adventsausflug die Zweite

Gaststube in der Forelle Blauenthal
Mit dem Abschluss der letzten kleinen Einkäufe für das Fest, die ich am Mittwoch erledigen konnte, beginnt für mich der ruhige und besinnliche Teil der Weihnachtszeit. Bestenfalls mit Mitleid nehme ich das hektische Treiben des Konsumwahns um mich herum noch zur Kenntnis.
Ok, einen weiteren Einkauf gab es noch - mit Tom zum Rößlerhof in Burkhardtsdorf zur Beschaffung der Weihnachtsgans. Das gut 5 kg schwere Vieh harrt nun im Kühlschrank seines Auftritts am 1. Feiertag.
Der wahre Beginn der Weihnachtszeit ist für mich jedoch das Weihnachtsoratorium in der Kreuzkirche. Beim Hören dieser wunderschönen Musik erschließt sich wohl jedem die Bedeutung des Festes. Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen! Wem dabei nicht warm ums Herz wird, dem ist nicht mehr zu helfen. Ganz nebenbei trifft man beim WO natürlich alles, was auf dem Kassberg Rang und Namen hat und mit Freunden findet der Abend einen netten Ausklang beim Ronny's. Es ist die gute Küche, die uns immer wieder hier hin treibt, auch wenn die Bedienung alles tut, einem den Besuch zu verleiden.
Der 4. Advent beginnt beim Brunch mit Freunden im Mamajoe's. Im Obergeschoss ist es ganz angenehm, vor allem, nachdem sich die Reihen der Gäste etwas lichten. Essen ist ok, ich bin ein wenig enttäuscht, dass die warmen Speisen 0815 deutsche Küche sind und kaum etwas vom mexikanischen Programm der Küche  auftaucht. Aber das ist wohl ein Zugeständnis an die zahlreichen anwesenden Rentner, die erkannt haben, dass man sich hier für wenig Geld sehr grundlegend sättigen kann und die treu und brav beim Auftragen neuer Speisen die gewohnte sozialistische Wartegemeinschaft bilden. Naja, immerhin packt man nichts in Tupperdosen, zumindest sehe ich es nicht.
Nach dem ausgedehnten Brunch fahren wir noch ein wenig durchs Erzgebirge. Eigentlich war eine winterliche Runde durchs tief verschneite Weihnachtsland angedacht, aber leider machen Tauwetter und strömender Regen diesen Plan zunichte und wir steuern das Museum für Bergmännische Volkskunst in Schneeberg an. Hier gibt es eine wirklich sehenswerte Sammlung von Weihnachtsbergen sowie eine aktuelle Ausstellung der Rechenberger Häuselmacher. Wirklich schön und sehenswert! Anschließend besichtigen wir die gewaltige Kirche St. Wolfgang, deren schiere Größe ahnen lässt, wie reich diese Stadt einst gewesen sein muss. Zu allem Überfluss ist in Schneeberg auch noch Weihnachtsmarkt, es hat aufgehöhrt zu regnen und wir genießen noch ein wenig die wunderschöne Atmosphäre auf einem der schönsten Märkte des Erzgebirges.  
Zum Abendessen fahren wir nach Blauenthal in das Parkhotel Forelle, ein Haus das schon lange auf meiner Liste steht. Unsere Erwartungen werden weit übertroffen. Nicht nur die gemütliche Wohnzimmeratmosphäre in der urigen Gaststube sondern auch die aufmerksame, freundliche und unaufdringliche Bedienung tragen zum Wohlbefinden bei. Natürlich gibt es Forelle in zig Varianten, die von uns probierten waren allesamt hervorragend! Spätestens nach einer netten Plauderi mit der Hausherrin wird klar, dass wir hier unbedingt mal auf ein Wanderwochenende wiederkommen und dann muss auf jeden Fall das 11-gängige Degustationsmenü dran glauben, welches hier zu einem schier unglaublichen Preis angeboten wird. Wir freuen uns schon darauf und auf das Draußensitzen am Bach oder im wunderschönen Park, der im Winter leider nicht mal zu erahnen ist, aber auf der Webseite besichtigt werden kann.
So, das Rotkraut für morgen ist inzwischen auch fertig - Weihnachten kann kommen!

Sonntag, 16. Dezember 2012

Im Weihnachtsland

Zum traditionellen Adventsausflug mit Muttern ging es dieses Wochenende tief ins Herz des Weihnachtslands Erzgebirge, ins Sehmatal und hoch hinauf nach Oberwiesenthal.
Wir starten in Cranzahl, wo wir im Cafe Rosè nicht nur leckeren hausgemachten Kuchen essen sondern auch  mit ganz viel Hingabe bedient werden. Der herzhafte Teil der Speisekarte sieht auch sehr lecker aus, so dass wir bestimmt mal wieder hierher kommen.
Von Cranzahl geht's mit der Bimmelbah durch das schöne Sehmatal hinauf nach Oberwiesenthal. Mit dem Dampfzug durch die tief verschneite Winterlandschaft und die vielen Dörfchen am Weg - einen schöneren Eindruck kann man wohl kaum vom Weihnachtsland Erzgebirge bekommen. Nach Ankunft in O-Thal bummeln wir ein wenig herum, trinken Glühwein auf dem kleinsten Weihnachtsmarkt der Welt und erwerben im ansässigen Fachhandel das Räucherkerzchennotfallkit "Alles in einer Hand". Zu Abend essen wir im Hotel Rotgiesserhaus in einer urigen Gaststube lecker und bodenständig. Neben sehr guten Suppen kommt alles auf den Tisch, was sich in den umliegenden Wäldern mal bewegt hat. Bei etlichen Gläsern vom Oberwiesenthaler Bürgerbräu, das hier vom Fass kommt, geht der Abend schnell dahin. Im Rotgiesserhaus übernachten wir auch und stärken uns anderntags bei lecker Frühstück. Das Rotgiesserhaus trägt übrigens das Label "Echt Erzgebirgischer Landgasthof" und es lohnt sicher, auch mal die anderen Häuser mit diesem Label zu besuchen!
Nach etwas planlosem Ablaufen so ziemlich aller Straßen der Oberwiesenthaler City und Besuch im einen oder anderen Volkskunstfachgeschäft ist auch bald Zeit für die Rückfahrt mit der Bimmelbah, die wir zur Einkehr in der gleichnamigen Wirtschaft in Neudorf unterbrechen. In der mit allerlei Bahnutensilien dekorierten urigen Wirtschaft gibt es nicht nur die Siegersuppen des jährlichen Neudorfer Suppenwettbewerbs, sondern auch allerhand andere erzgebirgische Spezialitäten. Lecker!
Bis zur Weiterfahrt des Zugs bleibt noch etwas Zeit, die wir für einen kurzen Spaziergang durch Neudorf nutzen.  Die Schauwerkstatt der Firma Huss "Zum Weihrichkarzl" in einem schön restaurierten Dreiseitenhof hat zwar leider geschlossen, aber dafür finden wir dort den weltweit ersten Räucherkerzenautomaten, an dem wir sicherheitshalber gleich noch mal unsere Vorräte mit den einzig wahren Räucherkerzchen auffüllen. 
Hier gibts die Bilder dazu.

Sonntag, 18. November 2012

Das Schalom am neuen Ort

Bildquelle: Schalom (www.schalom-chemnitz.de)
Das Schalom hat einen neuen Ort gefunden. Und dazu kann man eigentlich nur gratulieren!
Schon von außen macht das neue Schalom an der Zillestraße ordentlich was her. Drinnen wird es noch besser, stilvoll eingerichtet mit natürlichen Materialien, alles in einem sehr schlichten Design - einfach schön. Die gediegene Gestaltung lässt kein Detail aus, so gibt es neben der Bar zum Beispiel ein wunderschönes kleines Waschbecken zum rituellen Händewaschen. Man würde sich wünschen, in Chemnitz mehr Orte zu finden, die so gut gestaltet sind. Das Design kommt übrigens nicht von ungefähr, die Möbel stammen aus der Werkstatt von Tuffner - dort hat man dem Schalom wohl einen Freundschaftspreis gemacht - und auch die Gestalterlegende Clauss Dietel wirkte bei der Innengestaltung mit. Eine noch leere Terasse macht zudem Hoffnung auf schöne Sommerabende am Brühl.
Im Gegensatz zu früheren Besuchen im Schalom hat mich dieses Mal auch die Küche vollends überzeugt. Die verschiedenen Mezze waren ja immer schon sehr lecker. Doch dieses Mal gab es auch einen tollen Hauptgang, ein sehr leckeres Lammragout mit Couscous. Schließlich als Dessert israelische Datteln in einer Toffee-Mohnsauce - zwar elende süß, aber unglaublich lecker!
Bleibt zu hoffen, dass das Schalom nun in Chemnitz endgültig seinen Platz gefunden hat. Und dass die Brühlbelebung uns in den nächsten Jahren noch viele schöne Locations in dieser verkannten Toplage beschert.

Sonntag, 4. November 2012

Winterwanderung im Herbst

Auch wenn's schon ne Woche her ist, soll hier noch von einer Herbstwanderung, die überrraschend zum Winterausflug mutierte, berichtet werden.
Am letzten Samstag im Oktober trau ich morgens meinen Augen kaum, eine dicke Schneedecke die im Tagesverlauf auf fast 15 Zentimeter anwächst! Draußen noch blühende Pflanzen, die sich unter der Schneelast beugen! Vormittags schnell erst mal  in den Garten, um die blühenden Winterastern zu retten. Diese findet man aber auch nur, wenn man noch weiß, wo sie stehen, denn alles ist tief verschneit! Zumindest teilweise ist die Rettung aber gelungen, denn drei wunderschöne Sträuße stehen nun seit einer Woche in der Wohnung und werden sicher auch noch ne Weile aushalten. Diejenigen, die im Garten verblieben sind, haben übrigens die leichten Fröste auch überstanden und blühen ebenfalls noch. Gleiches ist über die schönen Sonnenhüte auf dem Balkon zu sagen, die munter mit einigen Löwenmäulchen um die Wette blühen.
Letzten Sonntag war Wandern im Erzgebirge geplant und das wurde dann auch durchgezogen. Wir treffen uns in Ehrenfriedersdorf, denn Ron war bei Schnee und Kälte zum Abklettern (!). Im Erzgebirge liegt ähnlich viel Schnee wie in Chemnitz, nur dass es hier kein Matsch ist und die Schneedecke bei Temperaturen um Null auch stabil bleibt.
Von Ehrenfriedersdorf geht es zunächst entlang der ehemaligen Bahnstrecke des Thumer Schmalspurnetzes nach Thum. Thum verlassen wir dann in nordöstlicher Richtung vorbei am Sportplatz. Kurz vor der Höhe bemitleiden wir frierende Kühe und genießen die schöne Aussicht auf die Winterlandschaft. Nach Überqueren der Kuppe gelangen wir in ein schönes Tal welches uns über die Forsthäuser und ein altes Kalkwerk gemütlich nach Herold führt. Die Mischung aus Schnee und buntem Herbstlaub ist faszinierend und ich kann mich nicht erinnern, diese Kombination schon mal erlebt zu haben.
In einem Ausläufer von Herold stoßen wir auf das Wilischtal, dem wir bis in den Ort Spinnerei entlang der Hauptstraße folgen. Vor der gleichnamigen Fabrik halten wir uns rechts und folgen auf einem Waldweg weiter dem Tal bis wir kurz vor Wiltzsch wieder die Straße erreichen. Dort halten wir uns wiederum rechts vorbei an einer Villa in den Wald und folgen so weiter dem Tal. Beim Waldhof erreichen wir wieder kurz die Straße und halten uns gleich wieder rechts, vorbei am Waldhof Richtung Venusberg. Zwischendurch wärmen wir uns immer mal wieder mit heißem Tee auf, eine feine Sache bei diesen Temperaturen. Wir laufen nun Richtung Zschopautal, jedoch nicht bis ganz hinab sondern folgen dem Zankerweg, der parallel zum Zschopautal auf einen Höhenzug führt. Dort beginnt der Rückweg, bald sehen wir das langgezogene Dorf Drebach, dass uns auf dem ganzen Rückweg begleiten wird. Nun gehts hinab nach Drebach, kurz entlang der Hauptstraße und alsbald nach rechts, immer mit gelber Markierung. Mit Verlassen des Ortes erreichen wir den Planetenwanderweg Drebach-Ehrenfriedersdorf. Wir halten uns nun auf dem Höhenzug westlich von Drebach mit vielen schönen Ausblicken über den Ort und bis weit über das Zschopautal hinaus. Es wird nun zunehmend frostiger, der Schnee knirscht und schnell bricht die Dämmerung herein, eine Stunde früher als tags zuvor! Mit dem Dunkelwerden erreichen wir Ehrenfriedersdorf und unser Rundweg schließt sich nach fast 30 Kilometern. Eine schöne, aber durch die Schneeverhältnisse sehr anstrengende Tour.
Darum haben wir uns lecker Essen verdient und das gibt es in der Topfmarktscheune in Burkhardtsdorf. Immer wieder eine lohnende Einkehr und bei Kürbissuppe, Landente und Reh sowie lecker Eis vom Rößlerhof klingt der Abend bei einigen Specht-Bieren gemütlich aus. Übrigens ist die Topfmarktscheune eines von zwei Restaurants der Region mit einer SlowFood-Empfehlung. Ich finde, das sollten mehr werden!
Ganz im Sinne von SlowFood gab es heute übrigens noch eine Kaffeeverkostung und Schaurösten bei der Kaffeefee in Wüstenbrand. Lecker, interessant und sehr sympathisch - auf jeden Fall ebenfalls eine Empfehlung wert!
Hier gibts weitere Bilder.

Sonntag, 7. Oktober 2012

Feine tschechische Küche in Marienbad


Auf Grund des beschränkten Zeitbudgets des Autors gibt es vom Wochenende in Marienbad nur ein ganz kurzes Feedback.
Marienbad ist ein schöner Ort, viele herrliche Villen rund um den Kurpark, ein angenehmes kleines Städtchen, ganz im Gegenteil zu seinem Vetter Karlsbad, welches uns vergleichsweise eher zu groß, teils sehr hässlich und so gar kein bißchen mondän erschien.
Marienbad dagegen ist angenehm, der schöne Park und das nette Umland mit vielen überraschend spektakulär rot und gold gefärbten Ahornen tun ein Übriges.
Zum Vormerken fürs nächste Mal: beim Kaffee im Swiss House fühlten wir uns sehr wohl, aber es gibt auch noch viele andere interessante Häuser beim Vorbeigehen, etwa Villa Regent, Villa Sant Georg, Saint Antonius oder das San Remo. Unser Hotel (La Passionara) ist dagegen vergleichsweise einfach, aber dennoch ok und punktet durch riesige Zimmerlandschaften - so großzügig wohnt mancher zu Hause nicht!
Das Highlight des Aufenthaltes ist aber zweifelsohne das Essen am Abend im U Zlaté Koule, welches sich bescheiden Nationalrestaurant oder sogar Nationales Gourmetrestaurant nennt. Hier gehen böhmische, österreichisch-ungarische und internationale Küche eine feine Allianz ein. Mein Hauptgericht war ein sehr gutes Wildschweinragout mit Nockerln. Zuvor gab es eine leckere Gänseleber und auch die werten Mitreisenden waren mit ihren Speisen sehr zufrieden. Damit wäre bewiesen, dass Tschechien und gutes Essen keine Feinde sein müssen! Besser noch, auch die tschechischen Weine, die es dazu gab, müssen den Vergleich mit anderen Regionen nicht scheuen, der mährische Rotwein (Tanzberg) war ganz vorzüglich, ebenso toll war ein heimischer Strohwein zum Dessert.
Einzig Russen im Trainingsanzug wirken etwas fehl am Platze bei so einem Essen - aber damit muss man in Marienbad wohl leben und vermutlich wäre der Ort ohne die Russen auch nicht das Kleinod, das er jetzt ist.
Hier gibt es weitere Bilder von diesem schönen Wochenende.

Dienstag, 18. September 2012

Gutscheine verfressen

Gerade rechtzeitig vor Beginn der nächsten Beschenkungsrunde arbeiten wir erst mal die letzte auf, und gehen ins Alexxanders um da einen Gutschein einzulösen. Natürlich möchten wir die Schenkenden an diesem Festmahl teilhaben lassen und deshalb gibt es hier einen Bericht, auf dass man sich Appetit hole:
Als Appetizer kam ein kleines Häppchen lecker Lachs mit einer feinen Kürbismousse. Edles Olivenöl im Schälchen zu Brot und Salz scheint mittlerweile zum Standard zu werden, das gabs auch in der Vinotheque die letzten Male. Schön, dass es die Vorspeisen und Hauptgänge oft auch als kleine Portion gibt, so passen die Mengen perfekt für vier Gänge. Natürlich essen wir auch immer vom Teller des Anderen, so dass das viergängige Menü quasi zum achtgängigen wird. Ich könnte mir ohnehin sehr gut auch ein Menü aus zig kleinen und geilen Häppchen vorstellen.
Wir begannen zur Abwechslung mal mit den Suppen: Pastinaken-Süppchen mit pochierten Kalbsklößchen/Süppchen vom Hokkaidokürbis. Beide waren erwartungsgemäß sehr lecker, das Kürbissüppchen mit Kürbiskernöl und gerösteten Kürbiskernen lag im Vergleich knapp vorn.
Dann kamen die Vorspeisen: Gebratener Octopus auf Fenchel-Tomaten-Salat/Hokkaido-Kürbis-Mousse mit mariniertem Rucola und karamellisiertem Ziegenkäse. Der Octopus und seine Unterlage waren sehr fein, wenngleich für meinen Geschmack etwas zu intensiv gewürzt. Zum Ausgleich war dafür der Ziegenkäse etwas zu blass gegen den intensiven Ruccola und die Mousse. Mehr vom Karamel hätte dem Käse gut getan. Schlecht war's freilich nicht.
Die Hauptgerichte haben jeweils ein schönes Stück Fleisch im Zentrum: Rosa gebratenes Rinderfilet mit Portwein-Schalotten, Kartoffelstampf und Balsamicojus/Geschmortes Ochsenbäckchen auf gelben- und rotem Betepüree an buntem Möhrengemüse. Auch hier wieder beides sehr sehr gut, das Filet war aber echt nahe an perfekt und gewinnt den Vergleich. Dass die Ochsenbäckchen unglaublich zart geschmort waren, müsste eigentlich fast nicht erwähnt werden, wenn wir das nicht schon anderswo deutlich schlechter gehabt hätten. 
Zum Dessert gab es dann noch: Zweierlei Crème brûlée und Joghurt-Krokant-Eis/Französische Käsevariation mit Früchten und Chutneys. Die Käse waren super, darunter einige ganz wunderbar sahnig-cremige, die beiden Crèmes waren aber auch nicht übel, ich persönlich fand die Schokovariante besser.
Dazu kamen ein Cremant-Rose als Aperitif, ein schöner italienischer Rotwein und ein süßer Wein zum Dessert. Natürlich reichte der Gutschein für alle diese Sachen nicht, aber er half deutlich beim Bezahlen ;)
Insgesamt ein ganz tolles Menü, wir haben lange nicht mehr so gut gegessen. Damit hat das Alexxanders mal wieder souverän gezeigt, dass es auf jeden Fall zu den Top 3 von Chemnitz gehört. Ich mag die drei (mit Vinotheque und Esche-Villa) auch gar nicht weiter vergleichen, jedes dieser Restaurants ist auf seine Weise sehr gut und in keinem wurde ich bisher enttäuscht. Leider kann man das ja nicht von allen sagen kann, die von sich meinen, in Chemnitz an der Spitze zu liegen.

Samstag, 15. September 2012

Wandern durchs Elbi mit ganz vielen Stiegen



Rast auf dem Lilienstein
Der eine oder andere wird sich ja gefragt haben, was diese komische Kalendereinladung sollte, die von mir versehentlich an die halbe Welt, bzw. das was wir dafür halten, geschickt wurde. Hier nun die Auflösung.
Wir waren also letztes Wochenende kreuz und quer durchs Elbi unterwegs. Los ging es Donnerstag abend mit der Bahn von Chemnitz nach Schmilka von wo wir noch einen kurzen aber knackigen Aufstieg zum großen Winterberg, unserem ersten Quartier zu absolvieren hatten. Das sogenannte Berghotel Großer Winterberg liegt mitten im Wald und bietet eher Jugendherbergs- als Hotelniveau. Nichtsdestotrotz ein schönes Quartier, denn lecker Essen, freundliches Personal, Begrüßungssekt (!), lecker Bio-Bier und ein entspannter Plausch mit dem Chef lassen den Aufenthalt angenehm werden.
Zugang zur Starken Stiege
In der Häntzschelstiege
Am nächsten Tag haben wir es gar nicht weit zu unserem Tagesziel, den Affensteinen. Denen rücken wir mittels der Ultimativen Stiegentour tagesfüllend auf die Pelle. Diese Tour sei nur trittsicheren und schwindelfreien Wanderern empfohlen (vor allem der letzte Teil ab der Starken Stiege). Vom großen Winterberg bewegen wir uns Richtung Carolafelsen, genießen noch kurz die Aussicht und schon gehts los, die Wilde Hölle hinunter. Das ist zwar noch ein markierter Wanderweg, der aber auch schon ein paar schöne Kraxelstellen bietet. Am Fuße der Felsen angekommen halten wir uns hart rechts (Bergunsgbox) und folgen einem unmarkierten aber gut erkennbaren Pfad, der immer am Fuß der Felsen bleibt. Bald stoßen wir auf den Beginn der Zwillingsstiege und das muntere Stiegenklettern kann beginnen. Die fetzige Zwillingsstiege führt auf  die obere Affensteinpromenade, der wir nach links bis zum Beginn des oberen Teils der Häntzschelstiege folgen. Diese beginnt spektakulär in einem sehr sehr schmalen Felspalt, durch den man sich erst zwängen muss, bis man eine etwa 10 m hoch führende Leiter erreicht. Luftig klettern wir im Spalt rum und ruck zuck sind wir oben, suchen uns einen schönen Aussichtspunkt und schauen dabei weniger geschickten Wanderern zu. Weiter gehts zur Heiligen Stiege, einer sehr sehr langen Treppenanlage, die wir am unteren Ende wiederum auf einem unmarkierten Weg nach rechts verlassen. Wir befinden uns nun auf dem mittleren Terassenweg, einem schmalen und teils recht luftigem Bergpfad, der mit vielen grandiosen Aussichten um die Felsen herumführt. Wir treffen auf den Bergpfad Rotkehlchenstiege (grüner Pfeil), dem wir wieder nach oben folgen. Oben angekommen verlassen wir gleich wieder nach links den markierten Weg und folgen dem oberen Terassenweg, der uns wiederum auf konstanter Höhe um die Felsen herumführt, bis wir auf den Einstieg in die Starke Stiege treffen (sehr markantes Felsgebilde). Diese geht es nun wieder abwärts, was ich recht anspruchsvoll finde, die letzten paar Meter nach unten sind sehr luftig und man sieht beim Runterklettern immer nicht so recht, wo man hintreten kann.  Die Starke Stiege führt uns in den wunderschönen Rauschengrund, dem wir bis zum Elbleitenweg folgen. Den Elbleitenweg gehen wir nach links (nach wenigen Metern zweigt links der Bergpfad Rotkehlchenstiege ab), bis wir  auf den markierten Weg in den Heringsgrund treffen, dem wir nach links folgen. Nach etwa 5 Minuten verlassen wir den Weg, der zur Heiligen Stiege führt, nach rechts auf einem Kletterzugang (Schild "Kletterzugang, kein Wanderweg").  Dieser Weg führt uns zunächst zu einer Boofe, wir sehen die Markierung "R" und halten uns erst rechts und dann links, der Markierung Kletterzugang folgend. Und dann stehen wir vor der Mutter aller Stiegen, der Rübezahlstiege. Nach etwa drei Meter freiem Klettern helfen ein paar Eisen auf dem weiteren, dennoch recht luftigen Kletterweg über einen Felsrücken. Dann kommt auch schon gleich das Highlight der Tour, die Höhle, durch die wir uns senkrecht kletternd zwängen um schließlich durch ein enges Loch in der Höhlendecke wieder ins Freie zu finden. Und das wars auch schon, kurz, knackig, geil! Durch den Wald geht es zurück auf markierte Wege, zum Abschluss nehmen wir noch Frienstein und Idahöhle mit, um ebenda noch ein wenig zu faulenzen, bevor es auf bekannten und vergleichsweise wenig spektakulären Wegen zum nächsten Quartier nach Ostrau geht. Hinter uns eine tolle Tour in den Affensteinen, mit nicht weniger als 7 Stiegen und diversen Panoramawegen. Bei der Orientierung auf den oftmals unmarkierten Wegen hat uns die Wanderkarte Schrammsteine-Affensteine von Dr. Rolf Böhm geholfen. Beschreibungen der einzelnen Stiegen findet man im Netz.

In Ostrau übernachten wir sehr gemütlich im Zschiehädelhof. Durch den schönen kleinen Ort geht es am Samstag hinunter ins Kirnitzschtal, dem wir sehr sehr lange folgen. Der Weg am Fluß (Flößersteig) überrascht mit einigen unerwarteten Klettereinlagen, die aber alle gut gesichert sind. Das Kirnitzschtal verlassen wir beim Tiefen Hahn, dem wir hoch nach Ottendorf folgen. Auf einer ruhigen Straße geht es nun hinüber nach Sebnitz, oftmals bieten sich tolle Fernsichten auf die Hintere Sächsische und Böhmische Schweiz, die Affensteine und die Schrammsteine. In Sebnitz gibts am Markt leckeren Kuchen und Eis. Für den weiteren Weg ward der Sebnitztalweg ausgesucht. Bis Ulbersdorf ist der Weg auch recht schön, einen winzigen, alten und verblichenen Zettel an einer Wegmarkierung, auf dem etwas von fehlenden Brücken steht, ignorieren wir zunächst, was sich als Fehler herausstellen wird. Kurz nach Ulbersdorf stellen wir fest, dass der Weg sich recht wirr verläuft. Nach kurzer Suche stellen wir fest, dass der Weg sehr wohl weiter geht - aber auf der anderen Flußseite. Da war doch was ...
Über den weiteren Verlauf schweigen wir besser, jedenfalls fehlten noch etliche Brücken und das Wandern auf befahrenen Bahnstrecken ist bekanntlich auch nicht so die reine Freude. Erst beim Haltepunkt Mittelndorf finden wir wieder auf den rechten Weg zurück. An der nächsten Wegmarkierung finden wir dann auch große Hinweisschilder, die erläutern, dass bei einem Hochwasser im August 2010 etliche Brücken weggespült wurden. Dazu gibt es sogar eine Karte, die die fehlenden Brücken anzeigt. Allerdings ist auch diese nur mäßig aktuell, denn mindestens eine der dort als fehlenden angezeigten Brücken stand schon im Herbst 2011 wieder. Für eine Touristenregion dieser Klasse ist das Fehlen aktueller Informationen zum Wegezustand schon ein ganz schönes Armutszeugnis.
Wie auch immer, weiter geht es, durch diverse Umwege und Wegsuche haben wir allerhand Zeit verloren und bis zur nächsten Unterkunft ist es noch ein Stück. Beim Ort Kohlmühle verlassen wir das Sebnitztal und folgen dem schönen Weg durch den Kohllichtgraben, den wir schließlich Richtung Waitzdorf verlassen. In der Dämmerung erreichen wir das wunderschön inmitten von Wiesen gelegene Dorf und auch unser Quartier,  die Waitzdorfer Schänke. Nach freundlichem Empfang gibt es die verdiente Stärkung und wir schlafen nach dieser recht anstrengenden Tour schon nach recht wenigen Bier sehr bald und sehr tief.
Anderntags geht es durch eine schöne Schlucht steil hinab in den Tiefen Grund und gleich ebenso steil wieder hoch, zur Brandaussicht. So toll diese Aussicht über weite Teile der Sächsischen  Schweiz auch ist, so ätzend ist der Auftrieb dort, so dass wir schnell wieder das Weite suchen und durch den ebenfalls sehr schönen Schulzengrund ins Polental absteigen. Auch das verlassen wir bald wieder, um hinauf nach Waltersdorf zu laufen. Durch den schönen Ort führt uns der Weg zum Lilienstein, den wir über den Nordaufstieg erklettern. Die vielen Leute lassen Schlimmes ahnen, aber glücklicherweise verlaufen sich die Massen auf dem Gipfelplateau und wir finden etliche halbwegs ruhige Aussichtsplätze. Die Aussicht ist grandios, zu unseren Füßen liegt das Elbtal mit dem Ort Königsstein,  eine Landschaft wie auf der Einsenbahnplatte, nur dass all die kleinen Häuschen, Züge, und Dampfer echt sind. Man sieht weit ins Land und auf der anderen Seite des Liliensteins auch noch bis zur Bastei und den angrenzenden Felsen. Überraschend gut auch die Gastronomie, mal nicht das übliche Junkfood sondern eine schöne Auswahl von Gerichten, die alle sehr ansprechend klingen und offenbar auch schmecken.

Vom Lilienstein geht es über den Südaufstieg recht schnell hinunter nach Königstein, wo wir in den Zug steigen, der uns wieder heimwärts bringt. Zumindest bis Freiberg ist die Rückfahrt entspannt, dort steigt allerlei Volk zu, welches sich auf dem Tag der Sachsen rumgetrieben hatte. Ich liebe es, wenn meine Vorurteile bestätigt werden ...
In Chemnitz gibt es beim Michaelis noch ein lecker Eis und wir denken noch mal zurück an drei tolle Tage im Elbi.
Tracks [Aufstieg Winterberg] [Stiegentour] [Kirnitzschtal und Sebnitztal (letzter Teil fehlt)] [Lilienstein]
Bilder dazu gibts hier.

Dienstag, 4. September 2012

Wo sich Fuchs und Hase Gute Nacht sagen oder Im und Um das Schwarzwassertal herum

Idyll im Hinteren Grund
Sonntag war feinstes Wanderwetter und da wir nach dem Aufarbeiten der Küchenarbeitsplatten zuhause eh nichts Sinnvolles mehr machen konnten, ging es mal wieder ins Grüne!
Start und Ziel war die Schwarzbeerschänke im Tal der Schwarzen Pockau, bekannter unter dem Namen Schwarzwassertal. Von da ging es zunächst vorbei an der Stiftskanzel nach Zöblitz, wo es nichts zu sehen gab. Von Zöblitz wandern wir hinab ins schön gelegene Knesenbachtal, in dem wir bis zum Tal der Schwarzen Pockau bleiben. Unter Hinzuziehung einer zufällig herumstehenden Eisenbahnbrücke gelangen wir auf die Westseite der Schwarzen Pockau wo wir uns flußaufwärts halten um sobald Niederlauterstein zu passieren, wo wir mit der Bahnlinie auf die andere Flußseite wechseln. Weiter geht es bis zur ehemaligen Kniebreche, dem dazumal führenden alternativen Jugendzentrum des Erzgebirges.
Werbung für Kurt
Davon ist aber nichts mehr zu sehen und übrig ist eine recht unübersichtliche und hässliche Kreuzung, die wir schnell verlassen und wiederum links der Bahnlinie weiterwandern, bis wir die Straße nach Pobershau erreichen. Dieser folgen wir in und durch den schön gelegenen Ort. Eine Hinweistafel verheisst Eis, was uns aber nicht daran hindert, zur Sicherheit erst einmal im Museumscafe leckeren Kuchen zu essen. Einen Kilometer weiter gibt es dann aber tatsächlich noch ein gutes Softeis, welches auch mit muss. Mit so viel Stärkung erklimmen wir mühelos den Katzenstein, wo sich offenbar eine internationale Hund und Herrchen Gemeinde vergnügt. Wir genießen kurz den Ausblick ins Schwarzwassertal und folgen sogleich dem grünen Graben. Entlang des Grabens und damit auch weitgehend entlang der Höhenlinie geht es weiter und wir erreichen nach einiger Zeit und einigen schönen Blicken ins Tal Kurts Waldcafe (Waldrand bei Felsen, Ecke Grüner Graben/Weg zur Holzbrücke, Geheimtipp!!!1). Leider sind wir noch immer satt, so dass wir Kurt versichern müssen ein anderes mal seine leckeren Sachen zu probieren.  Das Tal flacht nun zunehmend ab, die Landschaft wird offener, ab und an begleiten Wiesen den Grünen Graben. Wir verlassen den Grünen Graben auf Höhe der Steinernen Brücke, über die wir das Schwarzwassertal erreichen. Durch dieses vor allem im oberen Bereich sehr malerische Tal laufen wir nun hinunter bis zur Schwarzbeerschänke, vorbei an vielen imposanten Felsen, die den mitreisenden Kletterer unruhig werden lassen.
Oberes Schwarzwassertal
Im Pobershauer Ortsteil Hinterer Grund besichtigen wir noch schnell einen Uhu, der tatsächlich die ganze Zeit "Uhu" sagt und in wirklich bemerkenswerter Weise seinen Kopf drehen kann. Unweit vom Uhu findet sich auch noch ein wunderschönes Idyll, Fuchs und Hase in trauter Eintracht untermalt von sanften Volksmusikklängen.
Natürlich gibt es in der Schwarzbeerschänke noch ein leckeres Abendessen, eine durchaus empfehlenswerte Einkehr für müde Wanderer! Die Rippchen waren ebenso lecker wie die Buttermilchgetzen.
Die ca. 29 km lange Tour findet sich in Gänze hier.
Und hier gibts Bilder.

Mittwoch, 22. August 2012

Harz V in der Villa Lückendorf

Bei Lückendorf (Bild von Rene)
Schon wieder Urlaub in der schönsten aller Villen! Eigentlich war alles fast so wie vor einem Jahr, außer dass wir ein Erwachsener und drei (fast dreieinhalb) Kinder mehr waren und alles viel länger, viel sonniger und auch viel dreidimensionaler war!
Zur Villa ward hier und da bereits genug gesagt, es sei vielleicht hinzugefügt, dass es bei Sommerwetter im Sommer noch mal ein ganzes Stück schöner ist, vor allem wenn man Terasse und Park intensiv nutzen kann.
Böhmische Dörfer
Auch wenn einige Teilnehmer ob der wachsenden Kinderschar nur eingeschränkt mobil waren, gab es doch etliche schöne Wanderungen und Ausflüge, so unter anderem wiederum zu unserer liebsten Tschechenkneipe in Dolni Svetla (von Jonsdorf kommend gleich am Ortseingang), nach Jonsdorf durch tolle Felslandschaften zum putzigen Gondelteich und durch malerische Dörfchen, natürlich nach Oybin und zur schönsten aller Wiesen beim Kletterparadies Mönchswand.  Zu letzterem schleppten wir sogar anderthalb Bleche Pflaumenkuchen über Stock und Stein, um diesen in trauter (und vollzähliger!) Runde in uns reinzustopfen.
Im Wald (Bild von Rene)
Überhaupt gab es diverse kulinarische Highlights, die Bohnenbündchen von Keva haben eine neue Referenz in ihrer Klasse gesetzt! Zusammen mit dem leckeren Reh aus Görlitzer Wäldern und den tollen schlesischen Kartoffelklößen von Mische und Matz war das ein dem Ort würdiges Festessen. Überraschend gut war übrigens auch ein Mittagessen im Restaurant Siebert des Hotels Am Berg Oybin mit feiner Knoblauchsuppe, einem sehr guten Schnitzel und leckeren Stupperle.
Festessen (Bild von Rene)
Kurzum, schön war's, gern wieder!
Diverse Bilder von unserem Urlaub in Lückendorf gibt es von Rene und von uns.

Sonntag, 15. Juli 2012

Auf dem Kammweg durch Erzgebirge und Vogtland

Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah? Ganz in diesem Sinne gab es letzte Woche mal wieder Nahurlaub - Wandern auf dem Kammweg durch Erzgebirge und Vogtland. Auf größtenteils sehr schönen und oftmals aussichtsreichen Wegen legten wir in 10 Tagen ca. 230 km zu Fuß zurück. Sowohl Menschenmaterial als auch Ausrüstung kamen damit überraschend gut zurecht. Manche Etappen erwiesen sich als recht sportlich und rückblickend würde man wohl eher höchstens 25 km pro Tag als Optimum anstreben, um genug Zeit zu haben, auch mal in der Sonne zu liegen oder die zahlreichen Ausblicke zu genießen.
Neben vielen tollen Landschaften erwies sich auch das Kennenlernen der extrem großen qualitativen Bandbreite des sächsischen Beherbungsgewerbes als recht spannend. Der Begriff "durchwachsen" beschreibt das Ganz wohl ganz gut, einige dieser Herbergen wird man künftig meiden und nur drei von neun wird man gern wieder besuchen. Liebe sächsische Gastronomen und Hoteliers - hier dürft ihr ruhig noch etwas tun, um den geneigten Gast zur Wiederkehr zu bewegen! Doch nun genug der Vorrede, zur Tour:
Anreise nach Oberholzhau: Mit der Bahn geht es sehr flott und preiswert von Chemnitz nach Rechenberg bei Holzhau, von wo wir entlang des Muldentals über Holzhau und das Teichhaus ca. zwei Stunden hinauf zur ersten Übernachtung zum Torfhaus laufen. Das Torfhaus, eine ehemalige Jugendherberge liegt mitten im Wald, nahebei findet sich ein idyllischer Teich. Unterkunft und Essen entsprechen noch immer dem Jugendherbergsniveau. Was diese Unterkunft dennoch so angenehm macht, ist die herzliche Aufnahme durch die Betreiber Kerstin und Jörg, mit denen wir am Abend beim Bier und später beim Frühstück in fast familiärer Atmosphäre sitzen. Hier kommen wir bestimmt mal wieder hin.
1. Etappe von Oberholzhau nach Olbernhau: Zunächst geht es über die Fischerbaude hinab nach Rechenberg, von dort an Sayda vorbei über Neuhausen und den Schwartenberg nach Seiffen. Viele ausgesucht schöne Wege, viel offenes Land und tolle Aussichten. Von Seiffen geht es durch den Wald hinab nach Olbernhau, wo wir nach einer langen Etappe von ca. 35 km unsere Unterkunft, das Hotel zum Poppschen Gut erreichen. Alles sehr ordentlich und auch das Essen ist gut, ein ganz normales Durchschnittshotel. 
Am Torfhaus
2. Etappe von Olbernhau zum Hirtstein: Auf dem Wege vom Hotel zurück zum Kammweg passieren wir die schöne Anlage der Saigerhütte und mit dem Erreichen des Kammwegs verlassen wir Olberhau auch schon wieder im schönen Tal der Natzschung. Zunächst viel Wald, beim Stößerfelsen gibt es einen schönen Ausblick ins Tal. Offene Landschaft gibt es dann erst wieder in Rübenau, das erste der drei schönen Kammdörfer die wir auf dieser Etappe passieren, alle schön gelegen inmitten großzügier Wiesen. Das nächste dieser Dörfer ist Kühnhaide, dessen Verlauf wir auf einem sehr schönen Weg entlang des Waldrandes und später auf dem Moorlehrpfad folgen. Wenig später erreichen wir auch schon Reitzenhain, wo wir entlang der Grenze durch ein schönes Hochtal mit einem mäandernden Bach laufen. Nach kurzer Waldpassage erreichen wir auf einem  schönem Wiesenweg schließlich den Hirtstein, wo die gleichnamige Baude unser nächstes Quartier sein wird. Zuvor bewundern wir jedoch noch den Basaltfächer und die großartige Aussicht. Die Hirtsteinbaude überrascht in jeder Hinsicht positiv, zunächst mit einem sehr schönen Zimmer mit phantastischer Aussicht, später durch lecker Essen und freundlichen Service. Man merkt, dass hier mit Hingabe gekocht wird und frische und regionale Produkte verarbeitet werden. Nach dem Essen bringt uns die Gastgeberin noch den letzten Rest vom köstlichen Blaubeerkuchen und schließlich ordern wir noch die gebackenen Holunderblüten, ebenfalls sehr lecker. Fast schon nicht mehr überraschend, dass dann beim Frühstück noch ein Töpfchen Quarkspeise mit leckeren frischen Himbeeren und Blaubeeren auf dem Tisch steht. Die Hirtsteinbaude ist unsere Entdeckung und Empfehlung - hier kommen wir gern wieder her! Hinweise auf ähnliche Unterkünfte sind willkommen!
Saigerhütte Olbernhau
3. Etappe vom Hirtstein zum Bärenstein: Wir verlassen den Hirtstein mit einem kleinen Umweg durch das schön gelegene Satzung, in das ein wunderschöner Wiesenweg durch Bergwiesen führt. Auch wenn der Höhepunkt der Wiesenblüte schon überschritten ist, sind doch viele dieser Wiesen noch immer wunderschön. In den Wäldern blühen zudem unzählige Fingerhüte, oft sehen wir die prächtigen blauen Disteln und in den Sumpfgebieten sehen wir das Wollgras und ab und an auch mal eine der heimische Orchideen.  Von Satzung geht es nun durch den Wald hinab nach Schmalzgrube, ein Ort, der ebenfalls wunderschön inmitten von Wiesen liegt. Von Schmalzgrube geht es entlang des Pressnitztals mit seiner Schmalspurbahn hinüber nach Jöhstadt. Jöhstadt selbst erweist sich als weitestgehend tot, wie so viele der ostdeutschen Kleinstädte. Von Jöhstadt geht es wieder zurück auf den Kammweg, der auf einem schönen Wiesenweg und mit tollen Aussichten der Grenze folgt. Wieder im Wald geht es hinüber nach Königswalde, wo wir uns in der Brettmühle für den Aufstieg zum Bärenstein stärken. Zuvor folgen wir noch auf idyllischem Weg einem alten Floßgraben durch den Pöhlagrund bis nach Kühberg. Hier geht es nun auf schönem Wege bergauf und bald genießen wir die Aussicht vom Bärenstein hinab nach Cranzahl. Über das Hotel auf dem Bärenstein schweigen wir besser.  Lediglich hartgesottene Nostalgiker und Ewiggestrige sollten einen Besuch wagen. Alle Anderen wandern besser weiter und suchen sich woanders eine schöne Unterkunft.
Fichtelberghaus
4. Etappe vom Bärenstein zum Fichtelberg: Auf dieser Etappe weichen wir ein wenig vom Kammweg ab und folgen statt dessem dem Bimmelbahn-Erlebnispfad, der uns auf schönem Wege entlang der Schmalspurbahn von Cranzahl nach Oberwiesenthal bringt, von wo es nur noch ein kurzer, wenn auch steiler Weg zum Fichtelberg ist. Dort empfängt uns Nebel sowie das Fichtelberghaus, wo wir die Nacht verbringen. Letzteres überrascht durch schöne und große Zimmer sowie ein Feinschmeckerrestaurant, welches aber leider an diesem Abend geschlossen hat. Dennoch essen wir ganz gut und der nächste Morgen erfreut uns zudem mit einer wunderbaren Aussicht und einem Frühstück im schön gestalteten Hotelrestaurant "Das Guck". Der Name ist hier Programm, denn neben einer Aussicht bietet "Das Guck" auch eine sehenswerte Sammlung von Kunstwerken aus dem Erzgebirge zum Gucken. Eine weitere Empfehlung!
5. Etappe vom Fichtelberg nach Rittersgrün: Toll, einen Tag lang fast nur bergab! Da die Etappe zudem recht kurz ist, bleibt Zeit, noch ein wenig um den schön gelegenen Ort herumzulaufen. Bereits nachmittags checken wir dieses Mal ins Landhotel Rittersgrün ein, was uns Zeit für ausgiebiges Saunieren und Wellness gibt.  Hier essen wir ebenfalls gut und genießen ein reichhaltiges Frühstücksbüffet, wie auch schon am Morgen zuvor. Allerdings kostet die Übernachtung hier auch fast doppelt so viel wie die Übernachtungen zuvor und um so vieles besser ist dieses Hotel dann nun auch nicht. Für ein Hotel dieser Preisklasse fehlt uns irgendwie das gewisse "Wow!".
6. Etappe von Rittersgrün nach Weitersglashütte: Beim Weg zurück zum Kammweg genießen wir noch einmal viele schöne Blicke auf Rittersgrün. Erwähnte ich schon, dass dies einer meiner liebsten Orte im Erzgebirge ist? Nun geht es auch wieder bergan, bis wir die wunderschön im Wald gelegene Himmelswiese erreichen. Dann folgt nochmals viel Wald und schließlich geht es hinab nach Johanngeorgenstadt, welches wir auf Höhe der Jugendherberge bald wieder auf einem schönen Wiesenwege verlassen. Nun geht es planmäßig Richtung Auersberg, nach einem heftigen Gewitterguss beschließen wir aber, den Weg abzukürzen und von der Sauschwemme direkt nach Weitersglashütte zu gehen, da man auf dem Berg eh nichts sehen würde. Hier lernen wir auch, dass Wiesenwege zwar wunderschön, aber nach einem Regen auch verdammt nass sind, so dass unser Schuhwerk nach einiger Zeit Land unter meldet. Gut also, dass wir im Hotel Zum Kranichsee ankommen und uns und die Schuhe trocknen können. In der urigen Gaststube gibt es zudem auch lecker Futter, so dass sich die Mienen bei dem einen oder anderen Bier und freundlicher Bedienung schnell aufhellen. Es gibt sogar noch einen kurzen Barfuß-Abendspaziergang auf der Dorfstraße, wo wir die ruhige Abendstimmung genießen. Auch Weitersglashütte liegt wie viele Dörfer auf dem Kamm sehr schön inmitten ausgedehnter Wiesen. Das Hotel ist an sich auch ganz nett, allerdings sind die Zimmer und speziell das Bad nicht mehr so ganz auf dem Niveau des 21. Jahrhunderts. Der Toilettenhäcksler macht zudem durch unmotiviertes gelegentliches Aufbrüllen fast ein wenig Angst.
Mühlleithen
7. Etappe von Weitersglashütte nach Schöneck: Zunächst führt uns der Weg an den Rand von Carlsfeld, ebenfalls sehr schön inmitten von Wiesen gelegen. Von dort geht es in den Wald, den wir dann auch längere Zeit nicht mehr verlassen, schließlich nähern wir uns dem vogtländischen Waldgebiet rund um Morgenröthe-Rautenkranz. In Morgenröthe treffen wir auf einen Floßgraben, dem wir ein Stücke folgen, ehe es bergauf, wiederum durch viel Wald, nach Mühlleithen geht. Dort nutzen wir erst mal die schönen Wiesen für Rast und Sonnenbad bevor es weiter zum Schneckenstein geht. Den erreichen wir um 14:32 Uhr, also ca. 2 Minuten zu spät, denn wir sehen grad noch den Bewacher mit der Kasse um die Ecke verschwinden. Tourismus gibt es im Vogtland also nur bis 14:30 Uhr. Statt des Schneckensteins besteigen wir alsdann eine nahegelegene Halde, die einen weiten Blick über das Vogtland erlaubt, auf der einen Seite die klingenden Täler, auf der anderen der Blick hinüber nach Falkenstein und zu den umliegenden Orten. Vorbei an der Talsperre Muldenberg geht es dann nach Schöneck, Balkon des Vogtlands und Heimat meiner Vorfahren. Wir wohnen nett in der Brauereischänke, deren Küche allerdings noch Verbesserungsmöglichkeiten hat. Abends ziehen wir noch mal durch den Ort, besuchen Orte meiner Kindheit, klauen Erdbeeren im verwilderten Garten meiner Tante und genießen den Blick vom Alten Söll. Leider ist auch dieses schöne Städtchen menschenleer, es gibt kaum Gastronomie und das in dieser wunderschönen Urlaubsgegegend. Allein das riesige FDGB-Ferienheim am Ortsrand erfreut sich regen Besuchs und verhindert wohl auch jedes touristische Leben im Ort. Schade! Möchte nicht mal jemand ein kleines feines Hotel, Kneipen, Straßencafés oder Lädchen in Schöneck aufmachen?
Im Vogtland
8. Etappe von Schöneck nach Süßebach: Von Schöneck aus geht es bergab, wir streifen viele schöne Dörfer, der Wald wird weniger und man hat viele schöne Aussichten. Leider können wir nirgends verweilen denn zahllose Bremsen verfolgen uns und warten nur darauf, dass wir kurz ruhig halten, um dann erbarmungslos zuzustechen. Erst nach Passieren des Elstertals können wir die lästigen Viecher abschütteln und eine ausgiebige Rast machen. Nun geht es wieder bergauf, es ergeben sich immer wieder tolle Ausblicke hinauf nach Schöneck, das majestätisch am Horizont thront.  Den Umweg des Kammwegs über Gettengrün lassen wir aus und laufen direkt über Bergen und Eichigt nach Süßebach. Dort wartet unsere letzte Übernachtung, der Landgasthof Süßebach. Zimmer und Essen passen ganz gut, allein die naheliegende Straße stört mächtig. Offenbar sind auf dieser Straße alle Grenzdebilen des Vogtlandes unterwegs, bei dem was dort innerorts gerast wird, vergisst man jede Menschlichkeit und wünscht man dem einen oder anderen Rennteilnehmer dann doch ein vorzeitiges Ausscheiden. 
Im Vogtland
Rückfahrt: Auf schönen Wegen wandern wir von Süßebach hinüber nach Oelsnitz, wiederum tun sich viele Aussichten auf. Auch Oelsnitz präsentiert sich an einem Sonntagmittag wie ausgestorben, Überreste eines Festes auf dem Markt künden aber von möglichem Leben. Nach etwas Suchen finden wir sogar eine offene Wirtschaft, den Sperk,  wo wir uns an leckeren Bambes mit Gulasch laben, die freilich nicht ganz an die bekannten Referenzbambes heranreichen. Sodann begeben wir uns zum Bahnhof von Oelsnitz, der einen recht traurigen Anblick bietet. Immerhin bringt uns von dort die Vogtlandbahn nach Plauen und 2 Stunden später setzen wir die Füße schon wieder auf Chemnitzer Boden.
Weitere Bilder zur Tour gibt es wie immer hier.

Sonntag, 3. Juni 2012

Holunderblüten

Es ist wieder soweit, der Holunder blüht und überzieht das Land mit seinem schweren Duft. Unsereins macht sich ein leckeres Getränk, so wie auch schon letztes Jahr.
Gestern war ich in Jena, den äußerlich unversehrten Langstreckenwanderer abzuholen. Ringsum nur Siechtum und Elend, doch dieser Eine war noch erstaunlich fit. Wir aßen dann noch lecker beim Ziegenhainer, der feine Zickengerichte und natürlich auch eine wohlschmeckende hausgemachte Holunderlimonade im Angebot hat.
Zuvor ging es mit Muttern bei Kahla durch den wunderschönen Leubengrund, hinauf nach Lindig, mit tollem Blick zur Leuchtenburg und auf schönen Wegen zurück nach Kahla. Die Muschelkalkhänge im und am Saaletal sind schon eine recht faszinierende Landschaft, viele schöne Wiesen und kleine verträumte Dörflein. Das müsste man sich öfter mal erwandern!

Montag, 28. Mai 2012

Urlaub auf La Palma und El Hierro

La Palma, Caldera de Taburiente
Nachdem sich heute angesichts der Ausschüttung des Heiligen Geistes ein wenig Muse fand, die Urlaubsbilder zu sichten und zu beschriften, soll hier nun von unserem nunmehr schon zwei Wochen zurückliegenden Urlaub auf den Kanareninseln La Palma und El Hierro berichtet werden.
Los ging die ganze Geschichte in München, wo wir uns einen halben Tag Voraburlaub gönnten. Wir spazierten durch den Nymphenburger Park, tranken lecker Kaffee im Palmenhaus, lustwandelten durch den herrlich blühenden botanischen Garten und endeten schließlich beim Pschorr, wo es gar lecker Haxen und Bier gab. Schöner kann man sich den Einstieg in den Urlaub kaum wünschen!
Unglücklicherweise war die folgende Nacht ein wenig kurz, da die dauerstreikende Iberia einen Flug strich und wir in aller Herrgottsfrühe nach Madrid aufbrechen mussten. Das freilich gab uns wiederum Zeit, noch ein paar Stunden in der City von Madrid zu verbringen. Allerdings herrschten dort verglichen mit München winterliche Temperaturen, die man in Spanien um diese Jahreszeit nicht vermutet hätte. Trotzdem war es ganz nett, mal ein wenig durch Madrid zu spazieren. Spektakulär war die Markthalle, wo an den Ständen jegliche Köstlichkeit in kleinen Naschportionen angeboten wurde, was offenbar auch halb Madrid für den Mittagsimbiß nutzte.
La Palma, Vulkanlandschaft
Wenig später waren wir dann schon auf La Palma und bezogen unser Hotel, das Parador de La Palma, unweit der Inselhauptstadt Santa Cruz. Zu den Paradores wäre zu sagen, dass man da sehr gut wohnt, das Frühstücksbüffet auf La Palma war toll, das auf El Hierro war wohl auf Grund der Gästekrise etwas dünn. Das im Restaurant angebotene Essen wird dem Niveau, welches die Paradores haben wollen, jedoch nicht gerecht. Auf El Hierro beherrschte offenbar auch kaum jemand im Hotel eine Fremdsprache, was wohl auch nicht so recht zu dieser Hotelkategorie passt. Aber nun genug gemeckert - das sind schon eher Luxusprobleme.
Am ersten Tag auf La Palma erkunden wir die Südhälfte der Insel mit tollen Vulkanen und den dazugehörigen unwirtlichen Lava-Landschaften, durchbrochen von schönen Kiefernwäldern. Während man die ersten Tage auf Meereshöhe freundliche 20 - 23°C hatte, ist es auf 1000 m Höhe und darüber schon empfindlich kühl, oftmals auch wolkenverhangen. Das wird allerdings von Tag zu Tag besser und am Ende unseres Aufenthaltes ist es überall schön warm und die ganze Insel fast wolkenfrei. Unten am Wasser ist es ohnehin immerzu angenehm temperiert, so dass man dort auch bis weit in die Nacht draußensitzen kann.
Die nächsten Tage folgen viele spektakuläre Wanderungen. Herausragend ist sicher die Tunneltour bei den Corderos Quellen, wo wir durch mehr als 10 unterschiedlich lange Tunnel einem Wasserkanal folgen. In einem der Tunnel läuft man quasi im und durch das tobende Wasser, welches frisch aus den Quellen kommt. Eine Tour führt uns zu vielen tollen Vulkankratern und Kuppen in der Inselmitte. Das Highlight schlechthin ist natürlich die Caldera de Taburiente, der riesige (ca. 10 km) Vulkankessel, den wir von oben, unten und auf mittlerer Höhe erkunden. Bei einer Grattour auf 2000 m begehen wir den Rand der Caldera und sehen beim Roque de los Muchachos die Observatorien der europäischen Nordsternwarte. Die Caldera selbst ist an diesem Tag wolkenverhangen, nur der Grat ist über den Wolken und ab und zu ergibt sich ein spektakulärer Blick ins Innere. Das gewaltige Innere der Caldera sehen wir später, bei einer kleinen Tour von der Cumbrecita aus  - ein außerordentlich eindrucksvolles Bild! Eine weitere Wanderung führt uns ganz von unten durch eine Schlucht in die Caldera, eine ebenfalls sehr eindrucksvolle Tour, bei der man immer wieder auf Steinen balancierend einen Bach durchqueren muss, bisweilen müssen dafür auch erst mal neue Steine plaziert werden.
Die Abende verbringen wir meist in Santa Cruz, der Inselhauptstadt, die neben einer hübschen Altstadt auch mit einigen guten Restaurants aufwarten kann, wo man teils recht beschaulich draußen sitzen und dem Leben auf den Straßen zusehen kann. 
Schnell ist die erste Woche um und wir wechseln über Teneriffa nach El Hierro. Beim dritten Besuch fühlen wir uns hier schon fast zu Hause und als wir am ersten Tag die schönsten Plätze abklappern, kommt ein richtig vertrautes Gefühl auf, alles ist noch so schön wie eh und je, keine großen Bausünden und hier und da ist sogar ein neuer toller Aussichtspunkt entstanden. Ähnlich wie auf La Palma sind inzwischen auch alle Wege aufs Vorbildlichste markiert - einzig Hinweise auf gesperrte Wege hätte man sich vielleicht bisweilen etwas früher gewünscht. 
Auch die Wanderungen sind längst vertraut und doch immer wieder schön - zumal sich die Insel jetzt im Mai in ganz anderen Farben zeigt, viele Sträucher und Pflanzen blühen jetzt. Die landschaftliche Vielfalt ist immer wieder beeindruckend. Saftig grüne Hochebenen wechseln sich ab mit spektakulären Steilküsten, Lavaflächen, Vulkankratern, Kiefernwäldern und dem Nebelurwald in der Inselmitte. Wir wandern von Sabinosa auf die Hochfläche, über die Hochflächen im Norden zum Heiligen Baum, durch den Nebelwald und natürlich darf die hochalpine Tour (1000 m rauf, zwei Stunden rüber und 1000 m senkrecht wieder runter)  rund um Las Playas nicht fehlen. 
Erstmalig begehen wir dieses Mal die Wände des Golftals, von El Matorral (am Tunnelausgang) nach La Frontera und dort durch die Steilwand hoch zum Mirador de Jinama (ca. 1000 m). Danach folgt diese wunderbare Tour der Steilküste, immer hart an der Abbruchkante mit spekakulären Tiefblicken bis zum Mirador de La Pena. Leider ist der Abstieg von dort ernsthaft gesperrt, so dass wir den Rückweg nach unten mit dem Taxi machen müssen.
Den Weg zur Teufelshöhle brechen wir ebenfalls ab. Zwar ist die schwierigste Kletterstelle dieses Mal leicht zu überwinden, der überall herumliegende frische Steinschlag gibt uns aber dann doch zu denken. Immerhin können wir dort noch ein wenig an unserer ganz speziellen Badewanne rasten.
Die Tage enden meist an dem ebenfalls für uns neu entdeckten schönen Badeplatz La Maceta, wo wir zwischen Wandern und Abendessen noch die eine oder andere Stunde rumfaulen. Zum Abendessen geht es zwei mal in den wunderschön gelegenen Mirador de la Pena mit grandioser Sicht ins Golftal. Dort ist nicht nur die Aussicht sehr gut, auch das Essen kann da locker mithalten. Das beste Essen der Insel gab es in einem kleinen Restaurant in Valverde (La Mirada Profunda, Calle Santiago 25). Zwei mal essen wir auch sehr gut in einem kleinen Restaurant in Las Puntas (La Mareta), wo wir nicht nur freundlich auf deutsch bedient werden, sondern zudem auch noch das Neueste von der Insel hören. Diese Nachrichten sind allerdings wenig erfreulich, die Zahl der Touristen hat seit den vulkanischen Aktiviätet im Herbst dramatisch abgenommen, viele kleine Restaurants und Pensionen werden das wohl nicht mehr lange überstehen. Das erklärt nun auch, warum wir selbst an den tollsten Highlights der Insel kaum mal andere Touristen gesehen haben.  
El Hierro, Golftal
Die letzten Tage auf der Insel wird es sehr heiß, teils weit über 30 Grad und die heiße Luft bringt viel Staub aus der Sahara, so dass wir uns nur noch mit Mühe und mit Hilfe des Autos zu den noch ausstehenden Highlights schleppen können.
Insgesamt wieder ein wunderschöner Urlaub und wir kommen ganz bestimmt mal wieder her.
Bilder vom Urlaub gibt es wie immer hier. Das dazugehörige Passwort kann per EMail erfragt werden.