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Sonntag, 24. März 2013

Auf alten Gleisen und schönen Wegen nach Hohenstein-Ernstthal

Nach der schönen Wanderung mit den Rosa Löwen im Oktober wurde schnell eine Neuauflage in Chemnitz vereinbart. Als Termin wurde der 23. März ausgewählt, man war sich sicher, dass da schönster Frühling herrschen würde!
Aber weit gefehlt, am Vormittag weht uns ein eisiger Hauch um die Nase, die Wetterberichte melden negative Temperaturrekorde und wir zweifeln schon ein wenig am Sinn dieser Unternehmung. Umso mehr freuen wir uns, als wir am Bahnhof in Chemnitz auf nicht weniger als 6 wanderbereite Rosa Löwen treffen, so dass wir mit immerhin 10 wild entschlossenen Wanderern dem Winter trotzen.
Schon bald zeigt sich zudem, dass die Märzsonne Einiges zu leisten vermag und es in der Sonne beinahe schon gemütlich ist, zumindest wenn man zügig wandert. Das tun wir auch, laufen zunächst durch den  Küchwald nach Borna, wo wir in der Nähe des Haltepunkts in die stillgelegte Bahnlinie nach Wüstenbrand einsteigen. Dieser folgen wir durch den Küchwald zum Güterbahnhof Altendorf und weiter Richtung Rottluff. Nachdem wir in Rottluff ein Stück tief verschneites Gleis zu laufen haben, bahnt sich ein gewisser Unmut bei einigen Mitwanderern an und wir beschließen, den Rest der Strecke auf das reguläre Wegenetz zu verlegen.
Wir laufen also erst einmal ein Stück am idyllischen Autobahnzubringer Richtung Rabenstein. An dessen Ende entschließt sich der experimentierfreudige Teil der Gruppe, nicht den Umweg über den Harthweg weiter zu laufen, sondern ein Stück querfeldein zu gehen. Keine besonders gute Idee, denn auf dem Feld lauert ein tödlich kalter Wind, der offenbar direkt aus Sibirien nach Rabenstein weht. Entsprechend groß ist die Begeisterung auf dieser Passage und einzig die überraschend auftauchende Picknickstation vermag die Truppe wieder gnädig zu stimmen.
Olaf, Uwe, Frank und Ronny haben eine gemütliche Picknicklandschaft aufgebaut und heiße Brühe sowie Glühwein vorbereitet. Zusammen mit den Köstlichkeiten aus den Rucksäcken der Wanderer ergibt sich ein leckeres und vielfältiges Picknick. Mein Favorit ist definitiv Svens Kuchen! Einziger Wermutsstropfen: wir haben für das Picknick zielsicher die kälteste und windigste Ecke der ganzen Tour ausgesucht. Das merken wir spätestens, als wir weiterlaufen und es schon 30 m weiter wieder wohlig warm wird. Aber egal, auch mit durchgefrorenen Fingern hat es gemundet.
Weiter gehts nun weitgehend parallel zur Bahnlinie Richtung Forsthaus Grüna, wo wir die Bahntrasse endgültig links liegen lassen. Auf aussichtsreichen und sonnig-milden Wegen geht es nun immer am Waldrand entlang nach Wüstenbrand und schließlich hinauf zum Heidelberg. Hier versuchen wir noch einmal ein Picknick, Ilka verteilt die zweitbesten Buletten der Tour aber wiederum wird es nach wenigen Minuten eisig kalt und windig. Wir sollen also nicht picknicken und wandern daher zügig weiter hinauf auf den "Wind", wo es gar nicht mal so windig ist. Nach einigen Kilometern aussichtsreichen Weges erreichen wir den Stadtpark von Hohenstein und laufen hinunter in den Ort,wo wir am Markt im Postgut zünftig einkehren.
Im Wirtshaus stößt auch Olaf wieder zu uns. Die nur 24 km lange Tour steckt allen sichtlich in den Beinen, wandern auf Gleisen und auf Schnee im Gebirge ist eben doch was anderes, als Flachlandwandern auf gefegten Wegen. Doch im Wirtshaus läuft die Truppe noch einmal zur Hochform auf und nach einer kurzen Auftauphase werden schon wieder Pläne für die nächsten Wandertage geschmiedet. Nach einer Besichtigung des Pinklers von Hohenstein-Ernstthal bibbern wir noch ein wenig auf dem Bahnsteig herum, ehe uns der Zug zurück nach Chemnitz und Leipzig bringt.
So geht ein schöner Wandertag zu Ende und wir freuen uns schon wieder auf den nächsten!

Linuxtage - das Alternativprogramm

Mit Kind und Kegel
Während sich die Infis auf den Linuxtagen tummeln, gilt es, ein interessantes Alternativprogramm auf die Beine zu stellen. Neben dem leckeren Essen mit dem Riedschor haben inzwischen auch die Wanderungen mit Freunden, Kindern und Kegel eine gewisse Tradition (siehe bspw. 2011).
Das leckere Essen mit dem Riedschor am Freitagabend gab es in diesem Jahr gemeinsam mit der Corinna bei Strellers. Hier macht man nichts falsch, es gibt konstant gutes Essen und auch die Vegetarierin kommt auf ihre Kosten. Etwas befremdlich einzig die harte Ansage, dass der geneigte Gast doch bitteschön um 22 Uhr das Restaurant verlassen möge, da die Wirtschaft anderntags auch noch was arbeiten muss.
Zum Wandern zog es uns dieses Jahr auf den Borsberg bei Pillnitz, wo Heidi, Berni, Oskar, Kurt und Fritz nunmehr ihr Hauptquartier aufgeschlagen haben. Aus der ursprünglich erhofften Frühlingswanderung wurde zwar nichts, aber immerhin hatten wir noch einen halbwegs freundlichen Wintertag. Mit dem Friedrichsgrund und den Borsberghängen ist auch schnell eine schöne Runde identifiziert. Zur Mittagszeit ging es los, schon nach wenigen halben Stunden waren alle Kinder (6) und Erwachsene (7) gehbereit und für die kleinen Prinzen musste auch der rote Bollerwagen mit. Es dauert auch gar nicht lange, es ist genau genommen gleich nach dem Verlassen des Hauses, dass ich mich an der Deichsel des Bollerwagens sehe und Oskar fröhlich singend hinten drin sitzt.
Von der Hochlandstraße biegen wir in ein schönes Tal, welches uns hinunter zur Meixmühle bringt. Dort stoßen wir auf den malerischen Friedrichsgrund, dem wir bis hinunter nach Pillnitz folgen. Ich kann Tom, Suse und Merlin überreden, noch die berühmte Kamelie zu besichtigen, während die Meute schon wieder heimwärts zieht. Nach der kurzen Stippvisite geht es oberhalb der Pillnitzer Weinberge mit vielen schönen Aussichten auf Weinberge, Park und Elbtal Richtung Borsberghänge. Durch die Borsberghänge zieht sich ein schöner Weg, der auch ein paar schöne Aussichten bietet. Auch wenn sich die letzten Meter ein wenig ziehen, was nicht zuletzt auch am Bollerwagen liegt, bleibt eine schöne Runde von etwa drei Stunden in Erinnerung. Ein mehrfaches der verbrannten Kalorien nehmen wir sodann gleich wieder zu uns, Suse hat einen feinen schokoladig fettigen kalten Hund gemacht - genau das Richtige nach so einer Winterwanderung. Gestreckt wird der kalte Hund im Bauch mit lecker Zitronenkuchen, ebenfalls aus Suses Küche. Schnell gehen ein paar schöne Stunden dahin, in denen die Kinder natürlich im Mittelpunkt stehen - zumindest akustisch. Hungrig ist danach zwar keiner, aber dennoch gibt es noch Kartoffelsuppe mit Würstchen, die auch fast allen mundet. Ein schöner Tag - gern treffen wir uns wieder mal in Borsberg, vielleicht bei etwas wärmerem Wetter.

Montag, 11. Februar 2013

Wandern und Feinschmeckern in Aue!

Tunnel am Muldentalweg
Und das in Aue! So etwa dachte ich nach den ersten Gängen des Degustationsmenüs im Restaurant St. Andreas im Blauen Engel in Aue. Das erste Haus am Platze in Aue hatten wir schon lange im Auge und das derzeitige Exil gab den Anlass für ein schönes Wochenende im Blauen Engel.
Das Degustationsmenü gehört ganz ohne Zweifel zum Besten, was ich in letzter Zeit gegessen habe. Die drei Fleischgänge (Gänseleber, Blutente und Variationen vom Sosaer Reh) waren perfekt zubereitet und kamen mit ebenso perfekter Begleitung. Wenn man hier überhaupt etwas kritisieren möchte, dann vielleicht, dass auf den Tellern zu viele kleine Häufchen, Schäumchen, Kleckschen und Sößchen zu finden waren, zwischen denen man schnell den Überblick verlor. Auch wenn der freundliche Servicechef alles im Detail erklärt, bleiben doch nicht mehr als drei Punkte hängen. Hier könnte sich die Küche noch etwas fokussieren. Geschmacklich und von der Konsistenz war natürlich alles hervorragend. Ebenso wie die zwei Grüße aus der Küche (Maronensüppchen, eine Kleinigkeit Fleisch), das Zwischengericht (Orchideensorbet mit Champagner-genial!), der Käse (wenigstens 12 erlesene Sorten zur Auswahl) sowie das Dessert (Schokoladenvariationen) sehr lecker waren. Die starke Dominanz von Fleisch (und Fisch) als Hauptgericht ist wohl in einem Degustationsmenü noch immer Standard.  Zumindest einen vegetarischen Hauptgang hätte ich erfrischend gefunden. Wie auch immer, ein wunderbares Menü mit einer perfekten Weinbegleitung zu einem Preise, der absolut fair ist.
Aussicht bei Lauter
Nach einem leckeren Frühstück im Hotel ging es dann am nächsten Tag auf Wanderung. Es hatte frisch geschneit, aber nur so viel, dass man noch gut laufen konnte. Vom Stadtzentrum erreicht man schnell beim Anton-Günther-Platz den Floßgraben, der auf nahezu konstantem Höhenniveau durch die Stadt führt. Heute folgen wir ihm durch das Muldental Richtung Rechenhaus, welches wir nach 10 km Weges durch herrlich verschneite Winterlandschaft erreichen. Vom Rechenhaus geht es zurück im Muldental auf dem neu gebauten Radweg, der auf der alten Bahntrasse errichtet wurde. Einen Kilometer nach dem Tunnel halten wir uns rechts bergauf hinauf zum Erzengelweg. Von dort geht es hinüber Richtung Lauter, wo wir am Waldrand entlang Richtung Oberpfannenstiel gehen.  Hier gibt es viele schöne Aussichten weit ins Gebirge, hinüber Richtung Schwarzenberg, Spiegelwald und noch viel weiter ins Gebirge. Bald erreichen wir das Schwarzwasser, dem wir linkerhand zurück nach Aue folgen. Nach 27 km schliesst sich am Blauen Engel die Runde - durch den Schnee merkt man die Strecke doch ein wenig mehr als sonst.
Da kommt gerade recht, dass es im Blauen Engel nicht nur ein Feinschmeckerrestaurant sondern auch einen Brauereigasthof gibt. In Lotters Wirtschaft gibt es nicht nur Selbstgebrautes sondern auch lecker Hausmannskost. Bei angenehmer Livemusik und einigen Lotter wird auch dieser Abend sehr schön.
Blick nach Schneeberg
Anderntags gehen wir wiederum auf Wanderschaft und folgen dem Floßgraben nun in die andere Richtung, nach Bad Schlema. Wiederum geht es durch eine schöne und dieses Mal auch sehr aussichtsreiche Landschaft, der Floßgraben zieht sich schön durch die Orte bis wir im Kurpark von Schlema sein Ende erreichen. Auf dem Lehrpfad geht es nun durch die nach der Wende komplett umgestaltete Haldenlandschaft von Schlema. Auf einigen alten Bildern kann man allenfalls erahnen, was hier in den letzten knapp 70 Jahren passiert ist. Der Begriff "Deformationsgebiet" spricht für sich und man kann sich dennoch kaum vorstellen, was hier im Dienste des Uranbergbaus getan wurde. Vom Biedenkopfstein hat man einen herrlichen Ausblick über die neue Landschaft, Reste des alten Ortes und hinüber zur stolzen Bergstadt Schneeberg, deren Silhouette von Rathaus und Kiche geprägt wird. Von den Halden steigen wir hinab ins Schlematal und gehen herunter ins Muldental, wo uns eine Brücke über die Mulde führt, der wir zunächst linkerhand und dann mit einer Straße über den Fluß wechselnd ins Zentrum von Aue folgen. Hier suchen wir noch einmal kurz nach einer Innenstadt, die es aber offenbar nicht gibt. Man findet Reste mit einstmals stolzen Bürgerhäusern, jedoch ist das gesamte Stadtgebiet derart zerbaut, dass sich einfach keine städtische Anmutung einstellen will. Die zweite, mit 16 km etwas kürzere Wanderung findet sich hier.
Keine Innenstadt, aber ein gut gehendes Feinschmeckerrestaurant. Und das in Aue!
Bilder folgen.

Montag, 7. Januar 2013

Ein Jahr in Bildern - Rückblick 2012

Ein Jahr ist um und graue Wintertage boten Zeit, Bilder zu sortieren und online zu stellen. Damit gibt es wieder den schönen grafischen Jahresüberblick 2012. Passwort gibts wie immer beim Autor.
2012 gab es eine ganze Menge schöner Wanderungen, von denen hier ja auch ausgiebig berichtet wurde. Höhepunkte der Wandersaison im letzten Jahr waren zweifelsohne die 9-tägige Kammtour durch Erzgebirge und Vogtland sowie eine dreitägige Tour durchs Elbsandsteingebirge. Daneben ging es durch so ziemlich alle umliegenden Flusstäler (Zschopautal und Flöhatal, Chemnitztal, Muldental, Schwarze Pockau), ins Erzgebirge, ins Limbacher Land und ein weiteres Mal ins Elbsandstein. Neben alten Gleisen bewanderten wir letztes Jahr auch neue Straßen. Eine schöne Tour führte uns mit den Rosa Löwen in die Anhaltinische Provence. Die geballte Bilderflut zu all diesen Touren gibts hier: [Wanderbilder 2012]

Neben den vielen mehr oder weniger ausgedehnten Wanderungen gab es 2012 auch zwei schöne Urlaube. Im Mai waren wir zwei Wochen auf den Kanaren, auf La Palma und unserer geliebten Insel El Hierro [Blog] [Bilder]. Im August gab es die nunmehr 5. Auflage der sogenannten Harz-Treffen mit alten Freunden und deren immer größer werdenden Familien. Mit nicht weniger als 6 Kindern hatten wir eine herrliche Woche in der Villa Lückendorf [Blog] [Bilder]. Kurzurlaube führten uns zudem nach Marienbad und zwei mal ins weihnachtliche Erzgebirge [Adventswochenende I] [Adventswochenende II].

Auch auf den Seiten von Saxdorf und dem Kleinstgarten sind 2012 wieder schöne Bilder hinzugekommen: [Saxdorf 2012], [Kleinstgarten 2012, neueste Bilder ganz unten]

Mittwoch, 2. Januar 2013

Chemnitzer Rundwanderweg - Der Norden

Blick auf Chemnitz bei Draisdorf
Das frühlingshafte Wetter lockt nach draußen - heute mal rund um Chemnitz bzw. die erste Hälfte davon. Auf dem Chemnitzer Rundwanderweg geht es vom Zeisigwald über den Chemnitzer Norden bis nach Rottluff.
Wir starten an der Endstelle der Linie 31 im Yorckgebiet und verlassen das Plattenbauviertel zügig Richtung Heideschänke. An der Heideschänke treffen wir schon auf den Chemnitzer Rundwanderweg, dessen grün-weiße Markierung über die ganze Strecke kaum zu übersehen ist. Lediglich in Röhrsdorf wird mal eine Markierung fehlen.
In der Hilbersdorfer Gartenanlage
Los gehts also durch den Zeisigwald bis zur Dresdner Straße. Gleich danach laufen wir durch eine große Gartenanlage Richtung Hilbersdorf, wo wir kurz in den lärmenden Verkehr eintauchen. Gleich darauf geht es aber wieder auf ruhige Nebenstraßen bis wir am Schnellen Markt wieder Wald in den Wal eintauchen. Durch den Schnellen Markt erreichen wir die ehemaligen Kasernen, die gerade zu einem schönen Wohnviertel umgebaut werden. Gleich darauf folgt wieder Wald, dieses Mal der Ebersdorfer. Zwischendurch gibt es mal eine schöne Aussicht Richtung Glösa am Waldrand wo wir auf einem Hochstand Rast machen. Bald darauf queren wir die Bahnlinie nach Riesa und erreichen durch die Kohlung die Glösaer Straße.
Damit haben wir das erste Drittel und leider nun auch das ruhigste Stück des Weges hinter uns. Gleich nach der Glösaer Straße überqueren wir die Autobahn, die wir für den restlichen Teil des Weges mehr oder weniger deutlich hören werden. Es ist eigentlich geradezu erschreckend, wie große Teile der Stadt durch die grenzenlose automobile Freiheit in Mitleidenschaft gezogen werden. Wir passieren auf unserem Weg viele auf den ersten Blick idyllische Wohnlagen, schöne Häuser im Grünen, aber leider mit unerträglichem Lärm gestraft.
Ende des Chemnitztalweges und
Beginn eines neuen Abenteuers
Wir laufen nun durch den dank der Autobahn sehr lauten Sechsruthenwald und erst als sich der Weg hinüber nach Draisdorf wendet, wird es wieder angenehmer. Wir überqueren bei Draisdorf die Chemnitz und stellen fest, dass am derzeitigen Ende des Chemnitztalradweges die stillgelegte Bahnstrecke, auf der der Weg mal weitergebaut werden soll, einer Erwanderung harrt. Das machen wir aber jetzt nicht, sondern laufen vorbei an der Kläranlage durch die schöne Heinersdorfer Siedlung bis an den Rand von Wittgensdorf. Von dort geht ein schöner Weg durch eine Gartenanlage in einem idyllischen Tal hinüber zum Chemnitz-Center. Ok, schön ist es hier natürlich nur für Leute, die das Gehör verloren haben. Am Chemnitz-Center ist schön ohnehin vorbei und wir laufen entlang der Ringstraße parallel zur Autobahn. Beim Blick auf den Parkplatz kann man allenfalls Mitleid haben mit all den armen Irren, die kurz nach der großen Konsumorgie schon wieder die Läden stürmen. Sofern Sie einen Parkplatz finden ...
Nach Passieren des Chemnitz-Centers tauchen wir recht unvermittelt in die Röhrsdorfer Dorflage ein, wo es wirklich schön sein könnte, wenn da nicht ... Unser Weg führt uns nun vorbei am Kreuz Chemnitz, wo wir noch mal so richtig Autobahnfeeling erleben dürfen. Man fragt sich, wo diese ganzen Autos eigentlich hinwollen ... Wahrscheinlich shoppen ... Zum Glück wendet sich unser Weg nun wieder ein wenig von der A 4 ab und kurz bevor wir in den akustischen Einzugsbereich der A 72 kommen, ist es für einen ganz kurzen Moment fast so ein bißchen wie ruhig. Wenn man sich die Autobahn weg denkt, könnte es hier richtig schön sein, weitläufig liegt die Rottluffer Flur vor uns und nach Erreichen des Höhenzuges haben wir einen tollen Ausblick auf die Höhenzüge im Süden von Chemnitz, die wir in gar nicht all zu ferner Zeit im zweiten Teil des Chemnitzer Rundwanderweges erkunden werden. Der erste Teil ist nun mit Erreichen der Rottluffer Dorflage auch schon zu Ende und der Bus 32 bringt uns schnell nach Hause.
Diese kleinere Hälfte des Chemnitzer Rundwanderweges ist knapp 25 km lang und nimmt gut 5 h in Anspruch. Die Route findet sich wie immer online. Und hier gibts Bilder.

Freitag, 28. Dezember 2012

Rund um Augustusburg

Blick von Augustusburg übers Land
Nach dem anhaltenden Tauwetter sind die Wege schon wieder frei von Schnee und bei strahlender Wintersonne können wir entspannt wandern gehen. Heute geht es auf die Augustusburg und auf einem großen Bogen durch die Täler von Flöha und Zschopau einmal südlich um die Burg herum.

Wir starten unsere Runde in Erdmannsdorf am Bahnhof gleich bei der Talstation der Drahtseilbahn.  Sogleich geht der Weg steil bergauf nach Augustusburg, parallel zur Drahtseilbahn, die weniger lauffreudige Naturen natürlich auch zum Erklimmen des Berges nutzen können. Nach einer guten halben Stunde sind wir jedoch auch zu Fuß oben, halten uns an der Bergstation links und gehen an der Stadt vorbei auf blauer Markierung Richtung Hohenfichte. Schnell verlassen wir den Ort wieder  und ein schöner alter Weg gesäumt von Obstbäumen führt uns in einem großen Bogen und mit vielen schönen Blicken auf Stadt und Burg hinunter ins Tal der Flöha. 
Auf dem Weg nach Hohenfichte: Burgblick
Die Flöha überqueren wir in Hohenfichte auf der alten überdachten Holzbrücke. Nach der Brücke geht rechts ein schöner schmaler Weg an der Flöha entlang, dank des Hochwassers teils nur knapp neben dem Fluss. Bald erreichen wir Schellenberg, wo wir auf die andere Seite des Flusses wechseln und die Straße hoch nach Marbach laufen. Stetig bergan laufen wir durch den schön gelegenen Ort und halten uns nach der Ortsmitte rechts auf eine schmale Straße, die bald in einen Feldweg übergeht, der den Ort verlässt und zum Höhenzug hinauf führt. Wiederum ein schöner Weg mit alten Obstbäumen und wiederum herrliche Blicke herüber zur Augustusburg, die wir bei einer ausgedehnten Rast genießen. 
Hochwasser im Flöhatal
Wenig später stoßen wir auf den gelb markierten Weg "Rund um Waldkirchen", der uns bald hinab ins Zschopautal bringt. An einem Felsen genießen wir einen großartigen Ausblick auf Zschopau und das Zschopautal hinauf. Weiter folgen wir dann einem grünen Weg, der schließlich bei Witzschdorf das Tal erreicht. Der offizielle Zschopautalweg verlässt hier das Tal, die Wanderkarte behauptet aber, dass man im Tal parallel zur Bahn laufen kann. Zwei Jugendliche erklären uns, dass man nur kurz nach dem Bahnhof ein Stück auf der Bahntrasse und später noch eine fehlende Brücke wiederum auf der Bahntrasse überwinden muss, sonst aber der Weg super wäre. 
Burgblick oberhalb von Marbach
Und so ist es dann auch, einfach am Bahnhof Witzschdorf ca. 50 m die Gleise lang Richtung Hennersdorf und man trifft auf einen schmalen Weg direkt an der Zschopau. Schön geht es jetzt durchs Zschopautal und nach ca. einem Kilometer fehlt tatsächlich mal eine Brücke und man muss über den Bahndamm ausweichen, was aber problemlos möglich ist. Hier treffen wir auch wieder auf den originalen Zschopautalweg, dem wir im weiteren Verlauf bis Erdmannsdorf folgen. Bei Hennersdorf passieren wir eine weitere überdachte Holzbrücke, die wir aber dieses Mal links liegen lassen. Schon im Dämmerlicht geht es nun die letzten Kilometer auf dem schönem schmalem Weg entlang der Felsen unterhalb des Kunnersteins und pünktlich mit dem Einbruch vollständiger  Dunkelheit erreichen wir Erdmannsdorf. Hier schließt sich eine schöne Runde durch zwei idyllische Flußtäler und über Höhenzüge mit schönen Ausblicken weit übers Land und vor allem immer wieder zur Augustusburg. 

Die knapp 24 km lange Runde ist wie immer online verfügbar. Und hier gibts die Bilder dazu.

Sonntag, 9. Dezember 2012

Adventswochenende mit den Queerschlägern

Die Adventswochenenden der Queerschläger haben nun schon eine lange Tradition. Nach vielen schönen Jahren bei Jürgen Seltner in Oberwiesenthal haben wir uns für dieses Jahr zur Abwechslung mal einen anderen Ort ausgesucht - Weitersglashütte bei Eibenstock, wo uns die Pension Waldhaus ein gemütliches Quartier bot.
Schon bei der Anfahrt wird klar, dass der Winter es hier ernst meint. Wir fahren durch tief verschneite Wälder, die Bäume tragen viel Schnee, Teile der Strecke sind nach Schneebruch gerade erst wieder freigegeben worden. Schnell wird auch klar, dass die geplante Wanderung so nicht klappen wird, zu viel Schnee liegt in den Wäldern und die meisten Wege sind unzugänglich. Beim gemütlichen Abendessen und der einen oder anderen Schwarzbierbowle werden schließlich alternative Pläne geschmiedet.
Nach einem leckeren und vielfältigen Frühstück fahren wir dann mit den Autos nach Wildenthal, denn dort gibt es einen einigermaßen geräumten Winderwanderweg. Dieser führt uns bei strahlendem Sonnenschein und grimmiger Kälte durch eine herrliche Winterlandschaft. Zunächst laufen wir durch das Tal der Großen Bockau und schließlich geht es hinüber nach Eibenstock. Schade, dass uns dieser schöne Ort mit einem Plattenbaugebiet empfängt. Zum Glück muss man sich nur umdrehen und kann weit über das Erzgebirge schauen!
Zum Bekämpfen der grimmigen Kälte werden am nahe liegenden Discounter die Vorräte an Glühkerzen aufgefrischt und dann dauert es gar nicht mehr lange, bis näher kommende Glöckchen den Höhepunkt des Tages ankündigen: die Fahrt mit dem Pferdeschlitten. Zwei schöne Schlitten mit je zwei kräftigen Pferden stehen nun für den Rückweg zur Verfügung. Reichlich warme Decken und Felle sowie Glühwein, Tee und Glühkerzen sorgen dafür, dass es in den Schlitten schnell kuschlig warm wird. So lassen wir uns durch den Winterwald fahren und genießen die herrliche Landschaft - das lässt sich aushalten. Bei einem Halt im Wald dürfen wir auch die vier Pferde und deren Kutscher kennenlernen. Nach einer guten Stunde erreichen wir Wildenthal, wo wir uns von den Pferden trennen und uns in der Schmugglerstube beim Mittagessen aufwärmen.
Uwe, Ron und ich haben noch nicht genug vom Wandern und während die anderen in die Autos steigen, versuchen wir, uns bis zur Pension zu Fuss durchzuschlagen. Nach einem kurzen Stück Straße treffen wir auf einen geräumten Forstweg, der uns recht weit in die gewünschte Richtung bringt. Leider ändert sich das Bild am Abzweig nach Weiterglashütte abrupt : ein tief verschneiter Weg für die nächsten 700 m. Hier hilft nur noch Augen zu und durch - immerhin wird uns dabei so richtig schön warm! Wenig später sind wir wieder in der Pension, offenbar nicht viel später als einige der Autofahrer, die sich ein wenig verfahren hatten.
In der Pension geht es in die Sauna, die bei gutem Willen etwa vier Leuten Platz bietet. Das hindert uns freilich nicht daran, es uns dort zu zwölft nebst zwei weiteren Pensionsgästen gemütlich zu machen. Na gut, so richtig schön ist es nicht, aber dafür umso wärmer!
Mit einem schönen Abendessen, Gesprächen und Spielen sowie einigen weiteren Schwarzbierbowlen klingt der schöne Tag aus. Am nächsten Vormittag heisst es auch schon wieder Abschied zu nehmen und schon bleibt nur noch die Erinnerung an ein weiteres schönes Adventswochenende mit vielen netten Menschen.
Hier gibts die Bilder dazu.

Sonntag, 25. November 2012

Highway to Flöha

Highway to Flöha
Highway to Hell, so heisst es in einem Klassiker. Ganz so schlimm war es nicht, als wir die künftige Flöhaer Stadtautobahn kurz vor der Inbetriebnahme noch mal unter die Füße nahmen. Man denkt ja immer, so eine Autoschneise durch eine Stadt baut seit den 70ern keiner mehr, aber vielleicht lag es ja auch daran, dass die Planer Flöha einfach nicht als Stadt erkannt haben.  Jedenfalls hat Flöha jetzt ne tolle Stadtautobahn mit einem jeweils irrsinnigen Netz von verschachtelten Auf- und Abfahrten an beiden Enden, mit Brücken für Autos, Fußgänger und allerlei anderes Getier und dazwischen ca. 5 km Rennstrecke mitten durch das, was man wohlwollend City nennen könnte.
Wir starten also am Anfang der Trasse am Ortsende von Niederwiesa, bestaunen das Gewirr von Auf- und Abfahrten und laufen frohen Mutes über frischen Asphalt. Eigentlich fast schon idyllisch liegt die Trasse zwischen Wald und Eisenbahn und bald erreichen wir den Ort. Wir laufen auf Höhe der Obergeschosse der Wohnhäuser, die teils kaum mehr als 10 m von der Trasse entfernt sind. Fairerweise muss man natürlich sagen, dass diese Häuser immer schon in Rufweite der Eisenbahntrasse lagen, so dass die neue Trasse hier einfach nur für anderen und noch kontinuierlicheren Lärm sorgen wird. Anderes als Autos ist auf der Trasse nicht vorgesehen, daher baut man für Fußgänger und Radfahrer auf Höhe des Bahnhofs nicht weniger gigantische, teils canyonartige Auffahrten und verwegene Brückenbauwerke, die es dem Nutzer auf wunderbare Weise erlauben, die zeitgenössische Betonbaukunst in allen Details zu erleben.
Kurz nach dem Bahnhof endet die Trasse recht unvermittelt in einer langgezogenen Linkskurve und einem gigantischen Kreisel, in dem die Trasse sich sogar selbst schneidet. Respekt! Rechten Sinn ergibt das Ganze nicht, aber man hat vielleicht letztmalig in Sachsen zeigen dürfen, was moderne Verkehrsbaukunst vermag.
Blick zur Augustusburg
Da wir natürlich nicht über die Trasse zurücklaufen möchten, schließen wir noch eine größere Wanderung an.  Am Trassenende halten wir uns querfeldein waldwärts, wo wir am Waldrand auf den Wanderweg ins Flöhatal treffen. Entlang der Flöhaaue laufen wir Richtung Falkenau. Es steht zu befürchten, dass sich auch hier die Planer und Straßenbauer noch mal austoben dürfen. Lesenswertes zur Flöhatalaue findet sich übrigens im Netz, entsprechende Verfahren sind bei Gericht anhängig. Wie auch immer, noch genießen wir die Ruhe und das dörfliche Falkenau.
In Falkenau queren wir die Bundesstraße und wandern hinauf zum Höhenzug zwischen Flöha und Frankenberg. Auf diesem Höhenzug verläuft dann auch unser Rückweg, mit immer wieder schönen Aussichten ins Flöhatal und ins Frankenberger Land, später auch zur Augustusburg, die majestätisch vor der Silhouette des Erzgebirges thront. Am Finkenmühlengebiet verlassen wir die Höhe und laufen hinunter ins Zschopautal, von wo es nur noch wenige Schritte bis zu unserem Ausgangspunkt sind. Auf den letzten Metern dürfen wir noch den Irrsinn des baulichen Hochwasserschutzes in Sachsen bewundern. Mit immer höheren Betonwänden werden die Flüsse eingeschnürt, um weiteren Wüstenrotwarzen in den früheren Überflutungsgebieten und Auen Platz machen. Wir sehen uns beim nächsten Jahrtausendhochwasser.
Damit schließt sich eine schöne spätherbstliche Runde in einer zum Glück noch nicht vollends betonierten Landschaft. Den Verlauf der 18 km langen Tour findet man hier. Und hier gibts Bilder.

Sonntag, 18. November 2012

Auf alten Gleisen vom Küchwald ins Chemnitztal

Güterbahnhof Altendorf
Ein schöner trüber Novembertag, was könnte man also Besseres tun, als alte Wege durch posturbane Stadtlandschaften zu erkunden. Und was eignet sich dazu besser, als stillgelegte Bahnstrecken, die eine wundersame Nebenwelt mitten in der Stadt erschließen.
Den ersten Teil dieser Strecke vom Küchwald nach Rabenstein gab es hier schon vor einiger Zeit, heute folgt nun die andere Richtung vom Küchwald ins Chemnitztal. Wir steigen unweit der Erzbergerstraße am Pleißbach auf dem Gelände des ehemaligen Altendorfer Güterbahnhofes in die Strecke ein. Von dort geht es Richtung Norden, durch Gartenanlagen zum Klnikum Küchwald und weiter durch den Wald, bis wir die Leipziger Straße unterqueren. 

Streckenende am Stellwerk Küchwald
(verwachsene Trasse in Bildmitte)
Weiter geht es in einem Taleinschnitt und bald erreichen wir alte Industriegebiete. Nach einiger Zeit queren wir die Bahnlinie nach Leipzig. Eine wirklich seltsame Welt eröffnet sich uns, alte Industriebrachen, eine eigenartige Hügellandschaft, vermutlich eine ehemalige Deponie und rundherum eine dschungelartige Wildnis. Land, das der Mensch nicht mehr braucht, man will es nicht Natur nennen, aber offenbar erfreut sich selbige hier bester Gesundheit. Erstaunlich, wie viele brach liegende Flächen es hier mitten in der Stadt gibt. Hier ist die Strecke auch etwas verwachsen, der Weg ist mühsam, bis wir am Stellwerk Küchwald urplötzlich wieder in der normalen Welt sind. Am Stellwerk biegt die Bahntrasse auf die Strecke nach Leipzig ein und da dort doch noch der eine oder andere Zug fährt, ziehen wir es vor, für den weiteren Weg das gängige Wegenetz zu nutzen.
Alter Bahnviadukt Chemnitztal
Durch ruhige Nebenstraßen laufen wir Richtung Kraftwerk, überqueren die Blankenauer und gelangen entlang des Fischwegs zum Chemnitztal. Wir folgen dem Chemnitztalweg und auf Höhe des Kraftwerks sehen wir, dass der alte Bahnviadukt über das Tal offenbar auch nicht mehr genutzt wird. Das wäre sicher auch mal interessant, über diesen Viadukt zu laufen, aber da muss man wohl erst mal ein paar Karten wälzen, um den Ein- und Ausstieg zu finden, ohne unter den Zug zu geraten.
Am Schönherrpark verlassen wir das Chemnitztal. In einer der urigen Kneipen am Schlossberg gibt es noch einen Kaffee und Kuchen und gestärkt geht es dann am Schloßteich entlang schnell nach Hause, wo sich die schöne Runde schließt. 
Heizkraftwerk
Die 12 km lange Tour kann hier nachvollzogen werden.
Weitere Bilder gibts hier.

Sonntag, 4. November 2012

Winterwanderung im Herbst

Auch wenn's schon ne Woche her ist, soll hier noch von einer Herbstwanderung, die überrraschend zum Winterausflug mutierte, berichtet werden.
Am letzten Samstag im Oktober trau ich morgens meinen Augen kaum, eine dicke Schneedecke die im Tagesverlauf auf fast 15 Zentimeter anwächst! Draußen noch blühende Pflanzen, die sich unter der Schneelast beugen! Vormittags schnell erst mal  in den Garten, um die blühenden Winterastern zu retten. Diese findet man aber auch nur, wenn man noch weiß, wo sie stehen, denn alles ist tief verschneit! Zumindest teilweise ist die Rettung aber gelungen, denn drei wunderschöne Sträuße stehen nun seit einer Woche in der Wohnung und werden sicher auch noch ne Weile aushalten. Diejenigen, die im Garten verblieben sind, haben übrigens die leichten Fröste auch überstanden und blühen ebenfalls noch. Gleiches ist über die schönen Sonnenhüte auf dem Balkon zu sagen, die munter mit einigen Löwenmäulchen um die Wette blühen.
Letzten Sonntag war Wandern im Erzgebirge geplant und das wurde dann auch durchgezogen. Wir treffen uns in Ehrenfriedersdorf, denn Ron war bei Schnee und Kälte zum Abklettern (!). Im Erzgebirge liegt ähnlich viel Schnee wie in Chemnitz, nur dass es hier kein Matsch ist und die Schneedecke bei Temperaturen um Null auch stabil bleibt.
Von Ehrenfriedersdorf geht es zunächst entlang der ehemaligen Bahnstrecke des Thumer Schmalspurnetzes nach Thum. Thum verlassen wir dann in nordöstlicher Richtung vorbei am Sportplatz. Kurz vor der Höhe bemitleiden wir frierende Kühe und genießen die schöne Aussicht auf die Winterlandschaft. Nach Überqueren der Kuppe gelangen wir in ein schönes Tal welches uns über die Forsthäuser und ein altes Kalkwerk gemütlich nach Herold führt. Die Mischung aus Schnee und buntem Herbstlaub ist faszinierend und ich kann mich nicht erinnern, diese Kombination schon mal erlebt zu haben.
In einem Ausläufer von Herold stoßen wir auf das Wilischtal, dem wir bis in den Ort Spinnerei entlang der Hauptstraße folgen. Vor der gleichnamigen Fabrik halten wir uns rechts und folgen auf einem Waldweg weiter dem Tal bis wir kurz vor Wiltzsch wieder die Straße erreichen. Dort halten wir uns wiederum rechts vorbei an einer Villa in den Wald und folgen so weiter dem Tal. Beim Waldhof erreichen wir wieder kurz die Straße und halten uns gleich wieder rechts, vorbei am Waldhof Richtung Venusberg. Zwischendurch wärmen wir uns immer mal wieder mit heißem Tee auf, eine feine Sache bei diesen Temperaturen. Wir laufen nun Richtung Zschopautal, jedoch nicht bis ganz hinab sondern folgen dem Zankerweg, der parallel zum Zschopautal auf einen Höhenzug führt. Dort beginnt der Rückweg, bald sehen wir das langgezogene Dorf Drebach, dass uns auf dem ganzen Rückweg begleiten wird. Nun gehts hinab nach Drebach, kurz entlang der Hauptstraße und alsbald nach rechts, immer mit gelber Markierung. Mit Verlassen des Ortes erreichen wir den Planetenwanderweg Drebach-Ehrenfriedersdorf. Wir halten uns nun auf dem Höhenzug westlich von Drebach mit vielen schönen Ausblicken über den Ort und bis weit über das Zschopautal hinaus. Es wird nun zunehmend frostiger, der Schnee knirscht und schnell bricht die Dämmerung herein, eine Stunde früher als tags zuvor! Mit dem Dunkelwerden erreichen wir Ehrenfriedersdorf und unser Rundweg schließt sich nach fast 30 Kilometern. Eine schöne, aber durch die Schneeverhältnisse sehr anstrengende Tour.
Darum haben wir uns lecker Essen verdient und das gibt es in der Topfmarktscheune in Burkhardtsdorf. Immer wieder eine lohnende Einkehr und bei Kürbissuppe, Landente und Reh sowie lecker Eis vom Rößlerhof klingt der Abend bei einigen Specht-Bieren gemütlich aus. Übrigens ist die Topfmarktscheune eines von zwei Restaurants der Region mit einer SlowFood-Empfehlung. Ich finde, das sollten mehr werden!
Ganz im Sinne von SlowFood gab es heute übrigens noch eine Kaffeeverkostung und Schaurösten bei der Kaffeefee in Wüstenbrand. Lecker, interessant und sehr sympathisch - auf jeden Fall ebenfalls eine Empfehlung wert!
Hier gibts weitere Bilder.

Sonntag, 7. Oktober 2012

Feine tschechische Küche in Marienbad


Auf Grund des beschränkten Zeitbudgets des Autors gibt es vom Wochenende in Marienbad nur ein ganz kurzes Feedback.
Marienbad ist ein schöner Ort, viele herrliche Villen rund um den Kurpark, ein angenehmes kleines Städtchen, ganz im Gegenteil zu seinem Vetter Karlsbad, welches uns vergleichsweise eher zu groß, teils sehr hässlich und so gar kein bißchen mondän erschien.
Marienbad dagegen ist angenehm, der schöne Park und das nette Umland mit vielen überraschend spektakulär rot und gold gefärbten Ahornen tun ein Übriges.
Zum Vormerken fürs nächste Mal: beim Kaffee im Swiss House fühlten wir uns sehr wohl, aber es gibt auch noch viele andere interessante Häuser beim Vorbeigehen, etwa Villa Regent, Villa Sant Georg, Saint Antonius oder das San Remo. Unser Hotel (La Passionara) ist dagegen vergleichsweise einfach, aber dennoch ok und punktet durch riesige Zimmerlandschaften - so großzügig wohnt mancher zu Hause nicht!
Das Highlight des Aufenthaltes ist aber zweifelsohne das Essen am Abend im U Zlaté Koule, welches sich bescheiden Nationalrestaurant oder sogar Nationales Gourmetrestaurant nennt. Hier gehen böhmische, österreichisch-ungarische und internationale Küche eine feine Allianz ein. Mein Hauptgericht war ein sehr gutes Wildschweinragout mit Nockerln. Zuvor gab es eine leckere Gänseleber und auch die werten Mitreisenden waren mit ihren Speisen sehr zufrieden. Damit wäre bewiesen, dass Tschechien und gutes Essen keine Feinde sein müssen! Besser noch, auch die tschechischen Weine, die es dazu gab, müssen den Vergleich mit anderen Regionen nicht scheuen, der mährische Rotwein (Tanzberg) war ganz vorzüglich, ebenso toll war ein heimischer Strohwein zum Dessert.
Einzig Russen im Trainingsanzug wirken etwas fehl am Platze bei so einem Essen - aber damit muss man in Marienbad wohl leben und vermutlich wäre der Ort ohne die Russen auch nicht das Kleinod, das er jetzt ist.
Hier gibt es weitere Bilder von diesem schönen Wochenende.

Mit den Rosa Löwen durch die Anhaltinische Provence

Wandern mit den netten Menschen von den Löwen stand schon lange auf der Agenda und nachdem wir in Rabenberg schon x-mal drüber geredet hatten, war es nun endlich so weit. Das Thema der Wanderung klang vielversprechend: "Zu Fuss durch die Sachsen-Anhaltinische Provence"!
Irrweg I

So mieteten wir uns in Leipzig bei Micha (ein großartiger Gastgeber!) ein und fanden uns am Morgen des Tages der Deutschen Einheit ca. 1 Minute vor Abfahrt der S-Bahn auf dem Leipziger Bahnhof ein und wurden in einen Waggon gewunken wo wir auf eine große Zahl Löwen beiderlei Geschlechts stießen, darunter sogar richtiges Vereinsurgestein! Flugs waren wir in Halle, welches sich rund um Bahnhof und Busbahnhof von seiner hässlichsten Seite zeigte. Das wurde auch auf der anschließenden Busfahrt durch die Weiten von HaNeu nicht besser. Kurz nach Halle begann die Steppe, verendete Tiere auf Stoppelfeldern ließen schlimmste Befürchtungen aufkommen. Das Land der Frühauftsteher - na super! Inmitten der Pampa spuckte uns der Bus aus, nahe bei Langenbogen, welches wir sodann zu erreichen versuchten. Dies schlug jedoch gründlich fehlt und wir irrten fast eine Stunde umher, um schließlich kurz vor Erreichen der Zivilisation von einem deutlich zu früh aufgestandenen und wenig entspannten Eingeborenen  zurück in die Pampa geschickt zu werden. Man meide die DC-Ranch in Langenbogen weitläufig.
Irrweg II

Wie auch immer, irgendwann waren wir auf dem rechten Weg und liefen durch das schöne Salzatal mit seinen Muschelkalkhängen und Weinbergen. Der großen Zahl an Besen- und Straußenwirtschaften konnten wir nicht lange widerstehen und fanden uns bald auf einer schönen Wiese unter Obstbäumen wieder. Es wurde Federweißer kredenzt, dazu gab es lecker Picknickkuchen, Brot, Wurst und Käse von Micha sowie weitere Leckereien diverser Mitwandernder. Toll!
Weiter ging es bei Höhnstedt mit Weinbergen, vorbei an ungezählten Wirtschaften durch eine Landschaft mit der ich an dieser Stelle wirklich nicht gerechnet hätte. Provence oder Toskana können fern bleiben, wir fahren jetzt nur noch nach Anhalt! In einer weiteren Besenwirtschaft, die vom Ansturm der Besucher dezent überfordert war, gelingt es uns, weiteren Federweißen in uns zu füllen und so langsam frage ich mich, ob das eine Wanderung oder ein Gelage werden soll.
Federweiße Leichtigkeit

Aus Gründen die sich mir nicht erschlossen, tauchte aber plötzlich Ehrgeiz auf und die folgenden 15 Kilometer bis Eisleben wurden mit hoher Geschwindigkeit und ohne jede weitere Ablenkung zurückgelegt. Auf dem Weg vorbei an Seeburg folgte weiteres schönes Hügelland und schließlich Eisleben. Eisleben ist so wie viele ostdeutsche Kleinstädte, hübsch, aber tot. Nach allerlei Hin und Her finden wir eine Wirtschaft am Markt, die sich rückblickend als gar nicht so schlecht erwies. Schnell steigen Pegel und Stimmung und auf der Rückfahrt nach Halle und Leipzig unterhalten wir nicht nur uns bestens, sondern auch ein ganzes Zugabteil. Gern wieder!
Die nächste Wanderung mit den Löwen wollen wir im Frühjahr in Chemnitz machen, dann heisst es "Auf alten Gleisen durch Chemnitz", so ähnlich wie hier. Auch ein Wanderwochenende im Zittauer Gebirge ward angedacht - mal sehen, ob das was wird!
Land der Frühaufsteher oder Provence?

Bilder dazu gibts hier.

Samstag, 15. September 2012

Wandern durchs Elbi mit ganz vielen Stiegen



Rast auf dem Lilienstein
Der eine oder andere wird sich ja gefragt haben, was diese komische Kalendereinladung sollte, die von mir versehentlich an die halbe Welt, bzw. das was wir dafür halten, geschickt wurde. Hier nun die Auflösung.
Wir waren also letztes Wochenende kreuz und quer durchs Elbi unterwegs. Los ging es Donnerstag abend mit der Bahn von Chemnitz nach Schmilka von wo wir noch einen kurzen aber knackigen Aufstieg zum großen Winterberg, unserem ersten Quartier zu absolvieren hatten. Das sogenannte Berghotel Großer Winterberg liegt mitten im Wald und bietet eher Jugendherbergs- als Hotelniveau. Nichtsdestotrotz ein schönes Quartier, denn lecker Essen, freundliches Personal, Begrüßungssekt (!), lecker Bio-Bier und ein entspannter Plausch mit dem Chef lassen den Aufenthalt angenehm werden.
Zugang zur Starken Stiege
In der Häntzschelstiege
Am nächsten Tag haben wir es gar nicht weit zu unserem Tagesziel, den Affensteinen. Denen rücken wir mittels der Ultimativen Stiegentour tagesfüllend auf die Pelle. Diese Tour sei nur trittsicheren und schwindelfreien Wanderern empfohlen (vor allem der letzte Teil ab der Starken Stiege). Vom großen Winterberg bewegen wir uns Richtung Carolafelsen, genießen noch kurz die Aussicht und schon gehts los, die Wilde Hölle hinunter. Das ist zwar noch ein markierter Wanderweg, der aber auch schon ein paar schöne Kraxelstellen bietet. Am Fuße der Felsen angekommen halten wir uns hart rechts (Bergunsgbox) und folgen einem unmarkierten aber gut erkennbaren Pfad, der immer am Fuß der Felsen bleibt. Bald stoßen wir auf den Beginn der Zwillingsstiege und das muntere Stiegenklettern kann beginnen. Die fetzige Zwillingsstiege führt auf  die obere Affensteinpromenade, der wir nach links bis zum Beginn des oberen Teils der Häntzschelstiege folgen. Diese beginnt spektakulär in einem sehr sehr schmalen Felspalt, durch den man sich erst zwängen muss, bis man eine etwa 10 m hoch führende Leiter erreicht. Luftig klettern wir im Spalt rum und ruck zuck sind wir oben, suchen uns einen schönen Aussichtspunkt und schauen dabei weniger geschickten Wanderern zu. Weiter gehts zur Heiligen Stiege, einer sehr sehr langen Treppenanlage, die wir am unteren Ende wiederum auf einem unmarkierten Weg nach rechts verlassen. Wir befinden uns nun auf dem mittleren Terassenweg, einem schmalen und teils recht luftigem Bergpfad, der mit vielen grandiosen Aussichten um die Felsen herumführt. Wir treffen auf den Bergpfad Rotkehlchenstiege (grüner Pfeil), dem wir wieder nach oben folgen. Oben angekommen verlassen wir gleich wieder nach links den markierten Weg und folgen dem oberen Terassenweg, der uns wiederum auf konstanter Höhe um die Felsen herumführt, bis wir auf den Einstieg in die Starke Stiege treffen (sehr markantes Felsgebilde). Diese geht es nun wieder abwärts, was ich recht anspruchsvoll finde, die letzten paar Meter nach unten sind sehr luftig und man sieht beim Runterklettern immer nicht so recht, wo man hintreten kann.  Die Starke Stiege führt uns in den wunderschönen Rauschengrund, dem wir bis zum Elbleitenweg folgen. Den Elbleitenweg gehen wir nach links (nach wenigen Metern zweigt links der Bergpfad Rotkehlchenstiege ab), bis wir  auf den markierten Weg in den Heringsgrund treffen, dem wir nach links folgen. Nach etwa 5 Minuten verlassen wir den Weg, der zur Heiligen Stiege führt, nach rechts auf einem Kletterzugang (Schild "Kletterzugang, kein Wanderweg").  Dieser Weg führt uns zunächst zu einer Boofe, wir sehen die Markierung "R" und halten uns erst rechts und dann links, der Markierung Kletterzugang folgend. Und dann stehen wir vor der Mutter aller Stiegen, der Rübezahlstiege. Nach etwa drei Meter freiem Klettern helfen ein paar Eisen auf dem weiteren, dennoch recht luftigen Kletterweg über einen Felsrücken. Dann kommt auch schon gleich das Highlight der Tour, die Höhle, durch die wir uns senkrecht kletternd zwängen um schließlich durch ein enges Loch in der Höhlendecke wieder ins Freie zu finden. Und das wars auch schon, kurz, knackig, geil! Durch den Wald geht es zurück auf markierte Wege, zum Abschluss nehmen wir noch Frienstein und Idahöhle mit, um ebenda noch ein wenig zu faulenzen, bevor es auf bekannten und vergleichsweise wenig spektakulären Wegen zum nächsten Quartier nach Ostrau geht. Hinter uns eine tolle Tour in den Affensteinen, mit nicht weniger als 7 Stiegen und diversen Panoramawegen. Bei der Orientierung auf den oftmals unmarkierten Wegen hat uns die Wanderkarte Schrammsteine-Affensteine von Dr. Rolf Böhm geholfen. Beschreibungen der einzelnen Stiegen findet man im Netz.

In Ostrau übernachten wir sehr gemütlich im Zschiehädelhof. Durch den schönen kleinen Ort geht es am Samstag hinunter ins Kirnitzschtal, dem wir sehr sehr lange folgen. Der Weg am Fluß (Flößersteig) überrascht mit einigen unerwarteten Klettereinlagen, die aber alle gut gesichert sind. Das Kirnitzschtal verlassen wir beim Tiefen Hahn, dem wir hoch nach Ottendorf folgen. Auf einer ruhigen Straße geht es nun hinüber nach Sebnitz, oftmals bieten sich tolle Fernsichten auf die Hintere Sächsische und Böhmische Schweiz, die Affensteine und die Schrammsteine. In Sebnitz gibts am Markt leckeren Kuchen und Eis. Für den weiteren Weg ward der Sebnitztalweg ausgesucht. Bis Ulbersdorf ist der Weg auch recht schön, einen winzigen, alten und verblichenen Zettel an einer Wegmarkierung, auf dem etwas von fehlenden Brücken steht, ignorieren wir zunächst, was sich als Fehler herausstellen wird. Kurz nach Ulbersdorf stellen wir fest, dass der Weg sich recht wirr verläuft. Nach kurzer Suche stellen wir fest, dass der Weg sehr wohl weiter geht - aber auf der anderen Flußseite. Da war doch was ...
Über den weiteren Verlauf schweigen wir besser, jedenfalls fehlten noch etliche Brücken und das Wandern auf befahrenen Bahnstrecken ist bekanntlich auch nicht so die reine Freude. Erst beim Haltepunkt Mittelndorf finden wir wieder auf den rechten Weg zurück. An der nächsten Wegmarkierung finden wir dann auch große Hinweisschilder, die erläutern, dass bei einem Hochwasser im August 2010 etliche Brücken weggespült wurden. Dazu gibt es sogar eine Karte, die die fehlenden Brücken anzeigt. Allerdings ist auch diese nur mäßig aktuell, denn mindestens eine der dort als fehlenden angezeigten Brücken stand schon im Herbst 2011 wieder. Für eine Touristenregion dieser Klasse ist das Fehlen aktueller Informationen zum Wegezustand schon ein ganz schönes Armutszeugnis.
Wie auch immer, weiter geht es, durch diverse Umwege und Wegsuche haben wir allerhand Zeit verloren und bis zur nächsten Unterkunft ist es noch ein Stück. Beim Ort Kohlmühle verlassen wir das Sebnitztal und folgen dem schönen Weg durch den Kohllichtgraben, den wir schließlich Richtung Waitzdorf verlassen. In der Dämmerung erreichen wir das wunderschön inmitten von Wiesen gelegene Dorf und auch unser Quartier,  die Waitzdorfer Schänke. Nach freundlichem Empfang gibt es die verdiente Stärkung und wir schlafen nach dieser recht anstrengenden Tour schon nach recht wenigen Bier sehr bald und sehr tief.
Anderntags geht es durch eine schöne Schlucht steil hinab in den Tiefen Grund und gleich ebenso steil wieder hoch, zur Brandaussicht. So toll diese Aussicht über weite Teile der Sächsischen  Schweiz auch ist, so ätzend ist der Auftrieb dort, so dass wir schnell wieder das Weite suchen und durch den ebenfalls sehr schönen Schulzengrund ins Polental absteigen. Auch das verlassen wir bald wieder, um hinauf nach Waltersdorf zu laufen. Durch den schönen Ort führt uns der Weg zum Lilienstein, den wir über den Nordaufstieg erklettern. Die vielen Leute lassen Schlimmes ahnen, aber glücklicherweise verlaufen sich die Massen auf dem Gipfelplateau und wir finden etliche halbwegs ruhige Aussichtsplätze. Die Aussicht ist grandios, zu unseren Füßen liegt das Elbtal mit dem Ort Königsstein,  eine Landschaft wie auf der Einsenbahnplatte, nur dass all die kleinen Häuschen, Züge, und Dampfer echt sind. Man sieht weit ins Land und auf der anderen Seite des Liliensteins auch noch bis zur Bastei und den angrenzenden Felsen. Überraschend gut auch die Gastronomie, mal nicht das übliche Junkfood sondern eine schöne Auswahl von Gerichten, die alle sehr ansprechend klingen und offenbar auch schmecken.

Vom Lilienstein geht es über den Südaufstieg recht schnell hinunter nach Königstein, wo wir in den Zug steigen, der uns wieder heimwärts bringt. Zumindest bis Freiberg ist die Rückfahrt entspannt, dort steigt allerlei Volk zu, welches sich auf dem Tag der Sachsen rumgetrieben hatte. Ich liebe es, wenn meine Vorurteile bestätigt werden ...
In Chemnitz gibt es beim Michaelis noch ein lecker Eis und wir denken noch mal zurück an drei tolle Tage im Elbi.
Tracks [Aufstieg Winterberg] [Stiegentour] [Kirnitzschtal und Sebnitztal (letzter Teil fehlt)] [Lilienstein]
Bilder dazu gibts hier.

Dienstag, 4. September 2012

Wo sich Fuchs und Hase Gute Nacht sagen oder Im und Um das Schwarzwassertal herum

Idyll im Hinteren Grund
Sonntag war feinstes Wanderwetter und da wir nach dem Aufarbeiten der Küchenarbeitsplatten zuhause eh nichts Sinnvolles mehr machen konnten, ging es mal wieder ins Grüne!
Start und Ziel war die Schwarzbeerschänke im Tal der Schwarzen Pockau, bekannter unter dem Namen Schwarzwassertal. Von da ging es zunächst vorbei an der Stiftskanzel nach Zöblitz, wo es nichts zu sehen gab. Von Zöblitz wandern wir hinab ins schön gelegene Knesenbachtal, in dem wir bis zum Tal der Schwarzen Pockau bleiben. Unter Hinzuziehung einer zufällig herumstehenden Eisenbahnbrücke gelangen wir auf die Westseite der Schwarzen Pockau wo wir uns flußaufwärts halten um sobald Niederlauterstein zu passieren, wo wir mit der Bahnlinie auf die andere Flußseite wechseln. Weiter geht es bis zur ehemaligen Kniebreche, dem dazumal führenden alternativen Jugendzentrum des Erzgebirges.
Werbung für Kurt
Davon ist aber nichts mehr zu sehen und übrig ist eine recht unübersichtliche und hässliche Kreuzung, die wir schnell verlassen und wiederum links der Bahnlinie weiterwandern, bis wir die Straße nach Pobershau erreichen. Dieser folgen wir in und durch den schön gelegenen Ort. Eine Hinweistafel verheisst Eis, was uns aber nicht daran hindert, zur Sicherheit erst einmal im Museumscafe leckeren Kuchen zu essen. Einen Kilometer weiter gibt es dann aber tatsächlich noch ein gutes Softeis, welches auch mit muss. Mit so viel Stärkung erklimmen wir mühelos den Katzenstein, wo sich offenbar eine internationale Hund und Herrchen Gemeinde vergnügt. Wir genießen kurz den Ausblick ins Schwarzwassertal und folgen sogleich dem grünen Graben. Entlang des Grabens und damit auch weitgehend entlang der Höhenlinie geht es weiter und wir erreichen nach einiger Zeit und einigen schönen Blicken ins Tal Kurts Waldcafe (Waldrand bei Felsen, Ecke Grüner Graben/Weg zur Holzbrücke, Geheimtipp!!!1). Leider sind wir noch immer satt, so dass wir Kurt versichern müssen ein anderes mal seine leckeren Sachen zu probieren.  Das Tal flacht nun zunehmend ab, die Landschaft wird offener, ab und an begleiten Wiesen den Grünen Graben. Wir verlassen den Grünen Graben auf Höhe der Steinernen Brücke, über die wir das Schwarzwassertal erreichen. Durch dieses vor allem im oberen Bereich sehr malerische Tal laufen wir nun hinunter bis zur Schwarzbeerschänke, vorbei an vielen imposanten Felsen, die den mitreisenden Kletterer unruhig werden lassen.
Oberes Schwarzwassertal
Im Pobershauer Ortsteil Hinterer Grund besichtigen wir noch schnell einen Uhu, der tatsächlich die ganze Zeit "Uhu" sagt und in wirklich bemerkenswerter Weise seinen Kopf drehen kann. Unweit vom Uhu findet sich auch noch ein wunderschönes Idyll, Fuchs und Hase in trauter Eintracht untermalt von sanften Volksmusikklängen.
Natürlich gibt es in der Schwarzbeerschänke noch ein leckeres Abendessen, eine durchaus empfehlenswerte Einkehr für müde Wanderer! Die Rippchen waren ebenso lecker wie die Buttermilchgetzen.
Die ca. 29 km lange Tour findet sich in Gänze hier.
Und hier gibts Bilder.

Mittwoch, 22. August 2012

Harz V in der Villa Lückendorf

Bei Lückendorf (Bild von Rene)
Schon wieder Urlaub in der schönsten aller Villen! Eigentlich war alles fast so wie vor einem Jahr, außer dass wir ein Erwachsener und drei (fast dreieinhalb) Kinder mehr waren und alles viel länger, viel sonniger und auch viel dreidimensionaler war!
Zur Villa ward hier und da bereits genug gesagt, es sei vielleicht hinzugefügt, dass es bei Sommerwetter im Sommer noch mal ein ganzes Stück schöner ist, vor allem wenn man Terasse und Park intensiv nutzen kann.
Böhmische Dörfer
Auch wenn einige Teilnehmer ob der wachsenden Kinderschar nur eingeschränkt mobil waren, gab es doch etliche schöne Wanderungen und Ausflüge, so unter anderem wiederum zu unserer liebsten Tschechenkneipe in Dolni Svetla (von Jonsdorf kommend gleich am Ortseingang), nach Jonsdorf durch tolle Felslandschaften zum putzigen Gondelteich und durch malerische Dörfchen, natürlich nach Oybin und zur schönsten aller Wiesen beim Kletterparadies Mönchswand.  Zu letzterem schleppten wir sogar anderthalb Bleche Pflaumenkuchen über Stock und Stein, um diesen in trauter (und vollzähliger!) Runde in uns reinzustopfen.
Im Wald (Bild von Rene)
Überhaupt gab es diverse kulinarische Highlights, die Bohnenbündchen von Keva haben eine neue Referenz in ihrer Klasse gesetzt! Zusammen mit dem leckeren Reh aus Görlitzer Wäldern und den tollen schlesischen Kartoffelklößen von Mische und Matz war das ein dem Ort würdiges Festessen. Überraschend gut war übrigens auch ein Mittagessen im Restaurant Siebert des Hotels Am Berg Oybin mit feiner Knoblauchsuppe, einem sehr guten Schnitzel und leckeren Stupperle.
Festessen (Bild von Rene)
Kurzum, schön war's, gern wieder!
Diverse Bilder von unserem Urlaub in Lückendorf gibt es von Rene und von uns.