Mittwoch, 15. April 2009

Ostern, Gastronomie und was sonst so passierte

Mittlerweile gibt es doch wieder so einiges zu berichten, weshalb ich mich hier mal wieder frohgemut ans Werk mache.
Zunächst mal, waren wir mal wieder sehr gut essen, und zwar in der Villa Esche. Da ist nichts dazu zu sagen, Essen und Service waren tadellos. Nur eines verstehe ich nicht, warum in allen Restaurantführern immer wieder die Villa Esche allein auf weiter Flur steht und zum Beispiel ein zumindest ebenbürtiges Alexxanders gar nicht erwähnt wird ...
Auch das Janssen bekam neulich mal wieder Besuch von uns. Dort hat es uns zwar geschmeckt, aber der Service war an diesem Abend absolut unmöglich, da hat man dort wahrlich schon Besseres erlebt. Es geht einfach nicht, dass das Personal ab 10 uhr abends nur noch mit Aufräumen beschäftigt ist, während die Gäste auf dem Trockenen sitzen.
Das fabelhafte Wetter bot uns Gelegenheit, rund um Moritzburg eine ausgedehnte Wanderung durch eine sehr abwechslungsreiche Teich- und Hügellandschaft zu unternehmen. Das Schloss und die verschiedenen Gebäude in seiner Umgebung bedürfen sicher keiner Werbung, deshalb sei hier noch mal ausdrücklich auf das wunderschöne Umland hingewiesen. Übrigens lässt auch die gastronomische Versorgung dort nichts zu wünschen übrig, da könnte sich manch andere Ausflugsregion mal inspieren lassen.
Wir waren nämlich am Ostersamstag wandern. Und zwar im Flöhatal, von Pockau nach Hohenfichte. Auch das ein sehr schöner Weg, immer im Tal der Flöha und bis auf den ersten Abschnitt auch ohne nennenswerte Anstiege. Es gibt eine abwechslungsreiche Tallandschaft, mit überraschend vielen alten Industriebauten und Kraftwerken am Fluss, teils schön saniert, teils aber auch in erbärmlichem Zustand. Dazwischen immer wieder ruhige Tallandschaften und vor allem kaum Straßen. Aus den geplanten 15 km wurden zwar 27, woraus wir lernen, dass Bahn- und Wanderstrecke doch deutlich voneinander abweichen können, aber letzlich war das für alle gut zu bewältigen. Bedauerlich nur, dass es uns, obwohl wild entschlossen, nicht gelang, in der ortsansässigen Gastronomie Umsatz zu machen. Es gab nämlich schlicht keine. Am ganzen Weg fanden wir nur zwei Wirtschaften, davon war eine überfüllt, die andere hatte geschlossen. Ja, warum soll man an so einem traumhaften Feiertag, wo unzählige Wanderer und Radler das Tal bevölkern, auch seine Kneipe aufmachen. Statt dessen zieht es der gemeine Gastronom offenbar vor, rumzujammern dass die Umsätze zurückgehen (so gelesen am Tag nach Ostern in der Sächsischen Zeitung). Tja, da kann ich nur sagen, ihr geht zu Recht pleite ...
Anonsten kamen Ostern die kulinarischen Genüsse dann doch nicht zu kurz, schließlich fand ich mal wieder Zeit zum Kochen. Aufgetischt wurden eine sehr delikate Gazpacho (kalte Gemüsesuppe), diverse Tapas und eine schöne saftige Lammkeule nach mallorquinischer Art (mit viel Zitrone, Zwiebeln, Tomaten und natürlich Knoblauch). Zur Abrundung sollte es noch "molekulare" Desserts geben, von denen aber der molekulare Teil komplett misslang. Immerhin hab ich jetzt auch verstanden wieso, die Physikochemie der Küche erlaubt halt keine Kreativität und ansonsten gab es auch noch einen Fehler im Rezept. Von molekularer Küche wird man hier sicher bald noch mehr lesen, denn ich habe mir auch noch einen Schaumschläger, neudeutsch Espuma (vulgo Sahnesiphon) zugelegt.
Auch die geistige Erbauung an Ostern kam in Form einer sehr schönen Aufführung der Matthäuspassion in der Kreuzkirche über uns.
Nicht zuletzt sei erwähnt, dass der Kleinstgarten bei dem warmen Wetter der letzten Wochen geradezu explodiert ist, und die Blüte von Krokussen, Traubenhyazinthen, Narzissen und Tulpen beinahe an aufeinanderfolgenden Tagen zu beobachten war. Leider hat die schöne Clematis den harten Winter nicht überlebt, aber dann hab ich wenigstens Platz für die gelbe Clematis tangutica, die schon lange auf meiner Wunschliste steht ;)

Sonntag, 22. März 2009

Vorösterliche Kulinaria

Der Feinschmecker preist in seiner jüngsten Ausgabe in Form eines kleinen Heftchens die kulinarische Landschaft in Sachsen. Wenngleich ich in Chemnitz einige wichtige Adressen vermisse, wird dieses Heftchen sicherlich Anlass zu einigen leckeren Restaurantbesuchen sein. Mal sehen, ob der Geschmack der Feinschmecker-Tester mit dem Meinigen übereinstimmt ;) Insgesamt teile ich auf alle Fälle mit den Feinschmeckern schon mal den Eindruck, dass sich in Sachsens Genusslandschaft in den vergangenen Jahren sehr viel getan hat.
Heute hab ich erst mal wieder selbst gekocht, und zwar einen Rücken vom Lamm. Dieses Stück wird auch oft als Karree bezeichnet. Letztlich ist es nichts anderes, als eine Reihe von Koteletts am Stück.
Dieses Stück (ca. 400 g für zwei) habe ich unter dem Grill von beiden Seiten jeweils gut 5-7 Minuten gebräunt und dann mit einer Paste bestrichen, die nach weiteren 10 Minuten Grill für eine leckere Kruste sorgt (Mischung aus Senf, Parmesan, Walnüssen, Semmelbröseln und Thymian, Koriander sowie etwas Feuchtigkeit). Schließlich durfte das Fleisch noch 5 Minuten ruhen, bevor es mit süß sauren Linsen und einem Paprikagemüse auf den Teller kam. Das Fleisch war nach dieser Behandlung perfekt rosig und zart, so wie Lamm sein sollte. Die Kruste kann ich mir übrigens auch gut zusammen mit anderen zarten Fleischstücken vorstellen.

Dienstag, 17. Februar 2009

Kneipen in Chemnitz

Irgendwie fühle ich mich grad extrem vom Pech verfolgt, was die Kneipen für unseren montäglichen Stammtisch angeht.
Versuch 1) Dieses tolle neue Haus in der Carolastraße, Villa Zimmermann nennt es sich stolz. Man sagt, das Haus offeriere allerlei gastronomische Möglichkeiten, also kurzentschlossen zum Ziel gemacht. Ok, sicherheitshalber noch mal die Webseite gecheckt - keine verwertbaren Infos über Öffnunszeiten - wozu auch. Also mal weiter gesucht, und tatsächlich finden sich vielversprechende Metainformationen bei Dritt- und Viertanbietern, die darauf hindeuten, dass zumindest das Kartoffelhaus in diesem Objekt schon mal montags auf hatte. Also hin, und siehe da - alles verrammelt ...
Liebe Chemnitzer Gastronomen, das Internet existiert! Und es heule mir keiner rum, wenn diese Bude pleite geht, solange man es nicht mal für nötig hält, elementarste Informationen für die Gäste bereitzustellen.
Versuch 2) Eine uns wohlbekannte Kneipe, das Imagine ausgewählt. Abends hin - und zu ... Urlaub. Ok, kann passieren, sei der guten Frau gegönnt.
Versuch 3) Larrys Pub. Internet vielversprechend, montags offen, Seite wirkt auch leidlich aktuell. Der nächste dort angekündigte Auftritt ist nur wenige Tage vorbei. Also hin. Ok, kann sein, dass wir alle zu blöd waren ... Diverse Zugänge probiert, alles dicht. Immerhin, ein Schild, täglich geöffnet ... Naja, jedenfalls waren wir dann nicht drin, wie auch ... Wieder einer weniger ...
Fazit) Wir haben dafür eine tolle neue Kneipe für uns entdeckt. Das Diebels - nette Atmosphäre, souveräne, freundliche Bedienung, Bier - was will man mehr :-)
Aber der Rest könnte sich echt mal bissel anstrengen - Ihr müsst was tun, dass Gäste zu euch kommen, nicht umgekehrt. Und ich verbleibe mit der hoffnungsvollen Erwartung, dass vielleicht doch einer von denen, die gemeint sind, diesen Hilferuf liest.

Über allen Gipfeln ist Ruh ...

Über allen Gipfeln
Ist Ruh, In allen Wipfeln
Spürest du
Kaum einen Hauch;
Die Vögelein schweigen im Walde.
Warte nur, balde
Ruhest du auch.

So erlebt dieser Tage auf dem Kickelhahn bei Ilmenau, eine Wanderung durch tiefen frischen Schnee, durch frisch verschneiten märchenhaften Winterwald auf olle Goethes Spuren. Durch das malerisch gelegene Manebach bis in das, trotz zahlreicher Studenten, sehr verträumte Ilmenau. Das war zweifelsohne der Höhepunkt eines Kurzurlaubs in Thüringen, im Jagdhaus Gabelbach bei Ilmenau. Endlich konnte ich auch mal Erfurt besichtigen, eine wirklich schöne Stadt, die nach einem wiederholten Besuch bei eher sommerlichem Wetter ruft. Ansonsten Märchenwald, so weit das Auge reicht, in den Orten Schneeberge, weit höher als der Autor und dazwischen vereinzelt wirklich schöne Ortschaften mit vielen schönen Häusern, leider nicht immer im besten Zustand. Sehr ambivalent erscheint Oberhof, punktuell sehr nett und quirlig, daneben schreckliche Bausünden der DDR, schöne alte Häuser und eine Kirche versteckt hinter Neubauplatten - warum darf denn sowas 20 Jahre nach der Wende immer noch das Stadtbild zerstören?
Heimwärts durch das Schwarzatal, in Schwarzenburg sehen wir ein anderes schreckliches Erbe der DDR, eine Burg in phantastischer Lage, deren einstige Pracht nur noch zu erahnen ist, die kümmerlichen Reste erhalten wohl jetzt zumindest eine Notsicherung. In wesentlich besserem aber immer noch schlechten äußeren Zustand die Heidecksburg in Rudolstadt, aber dafür gibt es dort immerhin ein wundervoll gelegenes Cafe, hoch über der Stadt mit Blick über die schöne Altstadt bis weit in das Saaletal.
Auf jeden Fall wird Thüringen mich jetzt öfter sehen, nicht nur wegen der Bratwürste.
Dazu hören wir die Jazz-Suiten von Shostakovich und verdauen ein köstliches Ossobuco :-)

Montag, 19. Januar 2009

An langen Winterabenden

An den langen und dunklen Winterabenden widmet sich die Menschheit seit jeher allerlei Handarbeiten. So werkeln auch wir derzeit an der Saxdorfer Webseite herum, allerdings für den Besucher unsichtbar im Hintergrund. Dabei ensteht, aufgesetzt auf Digikam, ein sehr leistungsstarkes Bildverwaltungssystem, welches eine direkte Publikation von in Digikam verwalteten Galerien auf der Webseite ohne aufwändiges Hin- und Hergeschiebe von Daten erlaubt. Das Beste daran ist, dass alle Informationen, wie Verschlagwortung oder Beschriftungen direkt für die Web-Galerien genutzt werden können.
Damit werden die Nutzer von www.saxdorf.de künftig auf viele neue Pflanzen-Galerien zugreifen können, die zudem durch neue Bilder ohne viel zusätzliche Arbeit kontinuierlich erweitert werden können. Und wenn ich dann irgendwann mal die Verschlagwortung der Bilder abgeschlossen habe, werden einige tausend faszinierende Bilder aus dem Saxdorfer Garten zu besichtigen sein.
Als erstes Appetit-Häppchen gibt es hier mal ein Galerie-Preview.

Montag, 22. Dezember 2008

Weihnachten

Tja, das Fest der Freude und Besinnlichkeit, wie man sie dieser Tage sehr schön in den Supermärkten und Einkaufszentren beobachten kann.
Es ist schon seltsam, zu beobachten, dass so mancher dieses Fest zum Anlass nimmt, seine Kontaktlisten abzuarbeiten und all den Leuten, die man das ganze Jahr weitgehend ignoriert hat, eine wenig individuelle Grußbotschaft zu übermitteln.
Auch ich habe wie viele andere die Vorweihnachtszeit ausgiebig genutzt, um mal wieder etwas bodenständige Kulinaria aus dem Angebot der Weihnachtsmärkte in mich hineinzustopfen. Letztlich zeigen sich auch hier erhebliche Qualitätsunterschiede, so dass es gute Gründe gibt, immer wieder auf die selben bewährten Anbieter zurückzugreifen. Meine Favoriten der Weihnachtsmarktschlemmerei sind ganz klar die gebratenen und gesottenen Würste der ungarischen Fleischerei, das Knoblauchbrot vom Mittelaltermarkt, Backfisch und natürlich der Langosz, das Ganze abgerundet mit ein paar Krapfen. Versuche an anderen Ständen waren wenig glücklich, von geschmacksarm bis arg magenquälend reicht die Palette der Ergebnisse. Insbesondere sei von diversen Mega-Bratereien abgeraten, die ein recht liebloses Potpurri von Fleischvariationen anbieten, deren einziger gemeinsamer Nenner wohl die Profitmaximierung ist. Von zwei getesten Speisen fielen auch prompt zwei durch. Interessant ist der russische Stand, die Produkte sind sehr lecker, allerdings sollte man zwischen Bestellung und Übergabe der Ware besser nicht allzu scharf hinsehen, russisch eben ...
Auf einem ganz anderen Niveau kocht man im Pattis. Ich könnte jetzt frech behaupten daselbst erstmalig in einem Sterne-Restaurant gegessen zu haben, aber das ist nur die halbe Wahrheit, denn wir besuchten nicht das Feinschmeckerrestaurant Pattis sondern das daneben befindliche Restaurant Vitalis, welches aber von der gleichen Küche beschickt wird. Mal von einigen Patzern beim Service abgesehen, war der Abend wunderbar, zum hervorragenden Menü suchte uns das Personal eine sehr leckere Weinbegleitung aus. Insgesamt war das Ganze zudem für die gebotene Leistung spektakulär billig. Allerdings bin ich nun natürlich erst recht neugierig, ob der Unterschied zur benachbarten Sterneküche nur noch in der aufwändigeren Dekoration besteht oder ob man da geschmacklich auch noch mal einen Sprung macht. Kurz, das Pattis wird mich auf jeden Fall noch mal wiedersehen ;)
Von einer betrüblichen Entwicklung in der Chemnitzer Gastronomie wäre noch zu berichten. So machte sich jüngst bei einem Besuch im Delicate nach 22:00 Uhr ein längst vergessen geglaubter Geruch breit, der von brennenden Zigaretten. Das Personal beschied uns dann, das wäre jetzt so, nach Küchenschluss dürfe wieder geraucht werden. Hoffen wir, dass diese Unsitte nicht weiter um sich greift und noch weitere Kneipen potentielle Stammkunden verlieren. So langsam wird es ohnehin eng in Chemnitz, denn auch eine andere vormalige Stammkneipe, das Exil (vormals DiFranco deluxe) hält seit längerem die Montagsrunde mit DJ-Mugge fern.
Im Übrigen wünsche ich allen, die mich kennen und mögen frohe Festtage und ein gesundes neues Jahr bevor ich mich in einen ganz und gar nicht weihnachtlichen Urlaub verabschiede.

Mittwoch, 19. November 2008

Novemberblüten

Was bleibt an so einem trüben Novembertag schon zu tun, als Blogeinträge zu schreiben. Die letzten Kübelpflanzen sind angesichts drohender starker Fröste in der Wohnung untergebracht und ich bin wie in jedem Jahr wieder erstaunt, wie kompakt man die doch alle nach einem beherzten Rückschnitt unterbringen kann. Draußen blüht noch die letzte Kresse, aber auch das wird wohl mit dem Wochenende endgültig vorbei sein. Immerhin ringt sich der Hibiskus in der Wohnung noch mal schöne Blüten ab, ehe er in winterliche Lethargie verfällt und auch der Enzianstrauch geruht nun im Treppenhaus endlich zu blühen, was er eigentlich den Sommer über draußen hätte tun sollen.
Gestern ist es uns nun auch gelungen, endlich mal das Scala zu testen, das neue Restaurant im Hotel an der Oper. Insgesamt war es sehr lecker, wobei ich die Vorspeisen und Suppen fast spannender fand, als die Hauptgerichte. Ein kleiner Wermutstropfen waren eine Verwechslung beim Dessert und eine etwas zu geschwätzige Bedienung, sehr positiv hingegen das Ambiente, übrigens auch das der angrenzenden Bar Mozart. Auf jeden Fall darf sich das Scala damit in die Liga der einen wiederholten Besuch werten Restaurants einreihen.
In einer ganz andere Klasse spielt übrigens das Sissi. Wie der Name schon vermuten lässt, handelt es sich dabei um etwas durch und durch österreichisches, nämlich ein Wiener Kaffeehaus, und das mitten in Chemnitz. Das Sissi ist sehr klein und sehr gemütlich, wirkt aber in dem es umgebenden Gebäude (Parkhaus) merkwürdig deplaciert. Auf jeden Fall kann man dort lecker eine Vielzahl von Kaffeevariationen, Torten und kleinen Speisen geniessen, allerdings zu Preisen, die man eher im Zentrum Wiens erwarten würde.
Schließlich gibt es auch auf dem Kassberg etwas Neues, das Lax. Kulinarisch definitiv nicht weiter erwähnenswert, könnte das Lax aber zur netten Kneipe nebenan werden, insbesondere scheint es für den Sommer auch einen netten Freisitz zu geben.
Heut abend gibt es auch mal wieder hausgemachte Kulinaria, nämlich ein Filet von einem Hirsch, der vor kurzem noch durch das ehemalige Staatsjagdgebiet streifte, dazu ein Kartoffelgratin und ein feines Gemüse von Roten Beten. Vielleicht werde ich auch noch ein leckeres Süppchen zaubern und eine vage Dessertidee spukt auch schon durch mein Hirn. Mal sehen ;)