Freitag, 14. September 2012

Erntedankfest

Tomaten - leckere Vielfalt
Der Spätsommmer ist die Zeit der Ernte und ich mache diese Zeit zu meinem persönlichen Erntedankfest! Zu keiner anderen Zeit des Jahres gibt es eine solche Fülle an leckeren vielfältigen Genüssen, die direkt aus unserer Region kommen. Zu keiner anderen Zeit ist es leichter, regional und saisonal einzukaufen und zu kochen. Jetzt gibt es Äpfel, Birnen und Pflaumen in zahlreichen Sorten, eine Vielfalt, die man leider im Supermarkt nicht mehr findet - wohl aber auf dem Markt oder bei ausgewählten Händlern. Vom Markt Chemnitz bringe ich heute mit nach Hause: Birnen (Butterbirne und Köstliche), diverse vollreife und zuckersüße Pflaumen, Pfirsiche (!), leckere Tomaten, Paprika, alles aus der weiteren Umgebung von Chemnitz. Die Auswahl an Gemüse ist riesig, Kartoffeln gibt es in verschiedensten Farben, Formen und Größen, verschiedene Kohlsorten werden reif, es gibt zahllose Varianten von Kürbisgemüsen, die geliebten Bete und allerlei anderes Wurzelwerk sind im Angebot. Regional und saisonal ist kein Wert an sich - aber der tolle Geschmack dieser Produkt ist das alles Entscheidende. Ich kann nur jedem empfehlen, sich durch diese Vielfalt mal durchzukosten und selbst zu probieren, wie lecker vollreife Tomaten, Paprika sein können und welche Genüsse bunte Bete oder verschiedene Kartoffelsorten bieten. Eine irre Vielfalt, die dem Supermarktkunden leider völlig unbekannt ist.
Für mich gibt es derzeit so gar keinen Grund, Obst und Gemüse im Supermarkt zu kaufen. Einzig ein paar späte Pfirsiche und die jetzt sehr leckeren Weintrauben aus Europa oder auch mal eine Melone dürfen in den Korb.
Zu wünschen wäre, dass sich auch die Gastronomie diese geschmackliche Vielfalt zu Nutze macht und Gerichte jenseits des ewig gleichen Jahresgangs der immer gleichen Bärlauch-, Spargel- und Pfifferlingskarten zu kreieren. Ich kann's doch auch :-)

Dienstag, 4. September 2012

Wo sich Fuchs und Hase Gute Nacht sagen oder Im und Um das Schwarzwassertal herum

Idyll im Hinteren Grund
Sonntag war feinstes Wanderwetter und da wir nach dem Aufarbeiten der Küchenarbeitsplatten zuhause eh nichts Sinnvolles mehr machen konnten, ging es mal wieder ins Grüne!
Start und Ziel war die Schwarzbeerschänke im Tal der Schwarzen Pockau, bekannter unter dem Namen Schwarzwassertal. Von da ging es zunächst vorbei an der Stiftskanzel nach Zöblitz, wo es nichts zu sehen gab. Von Zöblitz wandern wir hinab ins schön gelegene Knesenbachtal, in dem wir bis zum Tal der Schwarzen Pockau bleiben. Unter Hinzuziehung einer zufällig herumstehenden Eisenbahnbrücke gelangen wir auf die Westseite der Schwarzen Pockau wo wir uns flußaufwärts halten um sobald Niederlauterstein zu passieren, wo wir mit der Bahnlinie auf die andere Flußseite wechseln. Weiter geht es bis zur ehemaligen Kniebreche, dem dazumal führenden alternativen Jugendzentrum des Erzgebirges.
Werbung für Kurt
Davon ist aber nichts mehr zu sehen und übrig ist eine recht unübersichtliche und hässliche Kreuzung, die wir schnell verlassen und wiederum links der Bahnlinie weiterwandern, bis wir die Straße nach Pobershau erreichen. Dieser folgen wir in und durch den schön gelegenen Ort. Eine Hinweistafel verheisst Eis, was uns aber nicht daran hindert, zur Sicherheit erst einmal im Museumscafe leckeren Kuchen zu essen. Einen Kilometer weiter gibt es dann aber tatsächlich noch ein gutes Softeis, welches auch mit muss. Mit so viel Stärkung erklimmen wir mühelos den Katzenstein, wo sich offenbar eine internationale Hund und Herrchen Gemeinde vergnügt. Wir genießen kurz den Ausblick ins Schwarzwassertal und folgen sogleich dem grünen Graben. Entlang des Grabens und damit auch weitgehend entlang der Höhenlinie geht es weiter und wir erreichen nach einiger Zeit und einigen schönen Blicken ins Tal Kurts Waldcafe (Waldrand bei Felsen, Ecke Grüner Graben/Weg zur Holzbrücke, Geheimtipp!!!1). Leider sind wir noch immer satt, so dass wir Kurt versichern müssen ein anderes mal seine leckeren Sachen zu probieren.  Das Tal flacht nun zunehmend ab, die Landschaft wird offener, ab und an begleiten Wiesen den Grünen Graben. Wir verlassen den Grünen Graben auf Höhe der Steinernen Brücke, über die wir das Schwarzwassertal erreichen. Durch dieses vor allem im oberen Bereich sehr malerische Tal laufen wir nun hinunter bis zur Schwarzbeerschänke, vorbei an vielen imposanten Felsen, die den mitreisenden Kletterer unruhig werden lassen.
Oberes Schwarzwassertal
Im Pobershauer Ortsteil Hinterer Grund besichtigen wir noch schnell einen Uhu, der tatsächlich die ganze Zeit "Uhu" sagt und in wirklich bemerkenswerter Weise seinen Kopf drehen kann. Unweit vom Uhu findet sich auch noch ein wunderschönes Idyll, Fuchs und Hase in trauter Eintracht untermalt von sanften Volksmusikklängen.
Natürlich gibt es in der Schwarzbeerschänke noch ein leckeres Abendessen, eine durchaus empfehlenswerte Einkehr für müde Wanderer! Die Rippchen waren ebenso lecker wie die Buttermilchgetzen.
Die ca. 29 km lange Tour findet sich in Gänze hier.
Und hier gibts Bilder.

Freitag, 24. August 2012

Kalbsgeschnetzeltes mit Pfifferlingen

Heut war mal wieder Zeit zum Kochen und mir stand der Sinn nach Pfifferlingen. Gesagt getan, Pfifferlinge gibts, ein Becher Sahne steht im Kühlschrank und ein großes Kalbsschnitzel ist schnell über die Theke gewandert. Jetzt gibts auch jede Menge leckere Kartoffeln, dieses Mal wandern die kleinen feinen Drillinge in den Korb. Allerdings fehlt mir jegliches Verständnis, warum man diese leckeren Kartoffeln zusammen mit einer Gewürzmischung verkaufen muss. Letztere wandert unbesehen im Müll.
Das Kalbsschnitzel wird in Streifen geschnitten und mit Senf, Knoblauch, einer klein geschnittenen Gewürzgurke sowie Salz und Pfeffer angemacht und ein wenig stehen gelassen. Die Kartoffeln aufsetzen und währenddessen werden Pilze geputzt und eine große Zwiebel klein geschnitten. Dann kommt Butter in die Pfanne, Pilze und Zwiebeln werden anbraten, bis die Zwiebeln gar sind und die Pilze Farbe bekommen haben. Nun kommt das Fleisch dazu, nicht länger als zwei Minuten bis schließlich die Sahne aufgegossen wird. Das Ganze kurz  reduzieren lassen und schon ist das Leckerli fertsch! Etwas Petersilie und Schnittlauch schaden nicht.
Das Ganze zusammen mit den Pellkartöffelchen anrichten - mmmhhh, lecker!

Mittwoch, 22. August 2012

Harz V in der Villa Lückendorf

Bei Lückendorf (Bild von Rene)
Schon wieder Urlaub in der schönsten aller Villen! Eigentlich war alles fast so wie vor einem Jahr, außer dass wir ein Erwachsener und drei (fast dreieinhalb) Kinder mehr waren und alles viel länger, viel sonniger und auch viel dreidimensionaler war!
Zur Villa ward hier und da bereits genug gesagt, es sei vielleicht hinzugefügt, dass es bei Sommerwetter im Sommer noch mal ein ganzes Stück schöner ist, vor allem wenn man Terasse und Park intensiv nutzen kann.
Böhmische Dörfer
Auch wenn einige Teilnehmer ob der wachsenden Kinderschar nur eingeschränkt mobil waren, gab es doch etliche schöne Wanderungen und Ausflüge, so unter anderem wiederum zu unserer liebsten Tschechenkneipe in Dolni Svetla (von Jonsdorf kommend gleich am Ortseingang), nach Jonsdorf durch tolle Felslandschaften zum putzigen Gondelteich und durch malerische Dörfchen, natürlich nach Oybin und zur schönsten aller Wiesen beim Kletterparadies Mönchswand.  Zu letzterem schleppten wir sogar anderthalb Bleche Pflaumenkuchen über Stock und Stein, um diesen in trauter (und vollzähliger!) Runde in uns reinzustopfen.
Im Wald (Bild von Rene)
Überhaupt gab es diverse kulinarische Highlights, die Bohnenbündchen von Keva haben eine neue Referenz in ihrer Klasse gesetzt! Zusammen mit dem leckeren Reh aus Görlitzer Wäldern und den tollen schlesischen Kartoffelklößen von Mische und Matz war das ein dem Ort würdiges Festessen. Überraschend gut war übrigens auch ein Mittagessen im Restaurant Siebert des Hotels Am Berg Oybin mit feiner Knoblauchsuppe, einem sehr guten Schnitzel und leckeren Stupperle.
Festessen (Bild von Rene)
Kurzum, schön war's, gern wieder!
Diverse Bilder von unserem Urlaub in Lückendorf gibt es von Rene und von uns.

Montag, 20. August 2012

Was blüht uns denn heute?

Orange Cosmeen
Jetzt im Hochsommer steht der Kleinstgarten in voller Blüte, Grund genug, mal wieder eine kleine Bestandsaufnahme der blühenden Welt zu machen.
Im Kräuterkorb blüht es wild durcheinander, weiße Blüten vom Koriander, gelbe vom Dill, violett vom Schnittlauch und der wilden Wicke. Bald wird hier auch der Oregano blühen.
Drei im Frühjahr gekaufte Fuchsien sind rasant gewachsen und beeindrucken mit üppig-großen gefüllten Blüten in verschiedenen Farben.  Die schöne Rose Eye Paint ist leider schon wieder verblüht, gleich nebenan blühen aber dafür Zinnien, Löwenmaul und Cosmeen üppig.
Eine nicht namentlich bekannte Pflanze aus Saxdorf trägt Dolden mit unzähligen kleinen gelben und violetten Kügelchen, die in den späten Nachmittagsstunden aufblühen. Im gleichen Topf blühen üppig verschiedene Lobelien in Varianten von weiß, violett und blau. Die Hechtrose trägt zahlreiche Hagebutten und bildet zugleich das Gerüst für eine dunkelblau blühende Winde. Gleich nebenan blüht die Schönmalve mit roten Glockenblüten, die gelb gefüllt sind. Verschiedene Kapuzinerkressen schlängeln sich überall durch und blühen in Orangetönen. Einen Blickfang setzen sattgelbe Rudbeckien, die gerade zu blühen beginnen.
Auf dem Fenster vorn blühen überreich die Portulakröschen sowie eine orange Agastache.
Auf der oberen Terasse ist der Agapanthus mit fünf noch immer beeindruckenden Blütenbällen am Verblühen und setzt einen schönen Kontrast zu den gelb schwebenden Coreopsis. Zwischen den Coreopsis blühen blaue Agastachen. Eine der zahlreiche Kakteen blüht gerade in rosa. Schön und üppig wie nie zuvor blüht der Enzianstrauch, der über und über mit leuchtend blauen Blüten bedeckt ist. Gleich daneben ist eine rote Schönmalve voller Blüten. Eine andere Schönmalve mit großen gelben Blüten habe ich aus Saxdorf mitgebracht und auch diese kleine Pflanze zeigt erste Blüten.
Im Topf der Dattelpalme blühen orange Cosmeen, kalifornischer Mohn in orange und violett sowie Ringelblumen. Anderswo hat sich eine dunkelblau  blühende Petunie eingefunden. Das hoch wachsende Peargonium ist ebenso voller Blüten wie sein kleinblütig und kompakt wachsender Namensvetter. Dazwischen auch hier Kapuzinerkresse in verschiedenen Farbtönen. Verschiedene Wicken runden das Farbspektrum ab. Hier und da findet man noch Erdbeerspinat, blühenden Schlafmohn oder eines der Hornveilchen, die sich überall aussähen.  Die Verbenen beginnen ebenfalls zu blühen, darunter auch neue Sorten, die ich ebenfalls aus Saxdorf mitb´gebracht habe.
Lauch, Dill, Koriander, Wicken.
In Summa sind das wohl nicht viel weniger als ca. 40 verschiedene Blüten, die man jetzt im Kleinstgarten finden kann. Wäre mal interessant, wie viele da übers Jahr so zusammen kommen, insgesamt sind hier sicher mehr als hundert verschiedene Pflanzen unterwegs, von denen die allermeisten auch mal blühen.

Sonntag, 15. Juli 2012

Auf dem Kammweg durch Erzgebirge und Vogtland

Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah? Ganz in diesem Sinne gab es letzte Woche mal wieder Nahurlaub - Wandern auf dem Kammweg durch Erzgebirge und Vogtland. Auf größtenteils sehr schönen und oftmals aussichtsreichen Wegen legten wir in 10 Tagen ca. 230 km zu Fuß zurück. Sowohl Menschenmaterial als auch Ausrüstung kamen damit überraschend gut zurecht. Manche Etappen erwiesen sich als recht sportlich und rückblickend würde man wohl eher höchstens 25 km pro Tag als Optimum anstreben, um genug Zeit zu haben, auch mal in der Sonne zu liegen oder die zahlreichen Ausblicke zu genießen.
Neben vielen tollen Landschaften erwies sich auch das Kennenlernen der extrem großen qualitativen Bandbreite des sächsischen Beherbungsgewerbes als recht spannend. Der Begriff "durchwachsen" beschreibt das Ganz wohl ganz gut, einige dieser Herbergen wird man künftig meiden und nur drei von neun wird man gern wieder besuchen. Liebe sächsische Gastronomen und Hoteliers - hier dürft ihr ruhig noch etwas tun, um den geneigten Gast zur Wiederkehr zu bewegen! Doch nun genug der Vorrede, zur Tour:
Anreise nach Oberholzhau: Mit der Bahn geht es sehr flott und preiswert von Chemnitz nach Rechenberg bei Holzhau, von wo wir entlang des Muldentals über Holzhau und das Teichhaus ca. zwei Stunden hinauf zur ersten Übernachtung zum Torfhaus laufen. Das Torfhaus, eine ehemalige Jugendherberge liegt mitten im Wald, nahebei findet sich ein idyllischer Teich. Unterkunft und Essen entsprechen noch immer dem Jugendherbergsniveau. Was diese Unterkunft dennoch so angenehm macht, ist die herzliche Aufnahme durch die Betreiber Kerstin und Jörg, mit denen wir am Abend beim Bier und später beim Frühstück in fast familiärer Atmosphäre sitzen. Hier kommen wir bestimmt mal wieder hin.
1. Etappe von Oberholzhau nach Olbernhau: Zunächst geht es über die Fischerbaude hinab nach Rechenberg, von dort an Sayda vorbei über Neuhausen und den Schwartenberg nach Seiffen. Viele ausgesucht schöne Wege, viel offenes Land und tolle Aussichten. Von Seiffen geht es durch den Wald hinab nach Olbernhau, wo wir nach einer langen Etappe von ca. 35 km unsere Unterkunft, das Hotel zum Poppschen Gut erreichen. Alles sehr ordentlich und auch das Essen ist gut, ein ganz normales Durchschnittshotel. 
Am Torfhaus
2. Etappe von Olbernhau zum Hirtstein: Auf dem Wege vom Hotel zurück zum Kammweg passieren wir die schöne Anlage der Saigerhütte und mit dem Erreichen des Kammwegs verlassen wir Olberhau auch schon wieder im schönen Tal der Natzschung. Zunächst viel Wald, beim Stößerfelsen gibt es einen schönen Ausblick ins Tal. Offene Landschaft gibt es dann erst wieder in Rübenau, das erste der drei schönen Kammdörfer die wir auf dieser Etappe passieren, alle schön gelegen inmitten großzügier Wiesen. Das nächste dieser Dörfer ist Kühnhaide, dessen Verlauf wir auf einem sehr schönen Weg entlang des Waldrandes und später auf dem Moorlehrpfad folgen. Wenig später erreichen wir auch schon Reitzenhain, wo wir entlang der Grenze durch ein schönes Hochtal mit einem mäandernden Bach laufen. Nach kurzer Waldpassage erreichen wir auf einem  schönem Wiesenweg schließlich den Hirtstein, wo die gleichnamige Baude unser nächstes Quartier sein wird. Zuvor bewundern wir jedoch noch den Basaltfächer und die großartige Aussicht. Die Hirtsteinbaude überrascht in jeder Hinsicht positiv, zunächst mit einem sehr schönen Zimmer mit phantastischer Aussicht, später durch lecker Essen und freundlichen Service. Man merkt, dass hier mit Hingabe gekocht wird und frische und regionale Produkte verarbeitet werden. Nach dem Essen bringt uns die Gastgeberin noch den letzten Rest vom köstlichen Blaubeerkuchen und schließlich ordern wir noch die gebackenen Holunderblüten, ebenfalls sehr lecker. Fast schon nicht mehr überraschend, dass dann beim Frühstück noch ein Töpfchen Quarkspeise mit leckeren frischen Himbeeren und Blaubeeren auf dem Tisch steht. Die Hirtsteinbaude ist unsere Entdeckung und Empfehlung - hier kommen wir gern wieder her! Hinweise auf ähnliche Unterkünfte sind willkommen!
Saigerhütte Olbernhau
3. Etappe vom Hirtstein zum Bärenstein: Wir verlassen den Hirtstein mit einem kleinen Umweg durch das schön gelegene Satzung, in das ein wunderschöner Wiesenweg durch Bergwiesen führt. Auch wenn der Höhepunkt der Wiesenblüte schon überschritten ist, sind doch viele dieser Wiesen noch immer wunderschön. In den Wäldern blühen zudem unzählige Fingerhüte, oft sehen wir die prächtigen blauen Disteln und in den Sumpfgebieten sehen wir das Wollgras und ab und an auch mal eine der heimische Orchideen.  Von Satzung geht es nun durch den Wald hinab nach Schmalzgrube, ein Ort, der ebenfalls wunderschön inmitten von Wiesen liegt. Von Schmalzgrube geht es entlang des Pressnitztals mit seiner Schmalspurbahn hinüber nach Jöhstadt. Jöhstadt selbst erweist sich als weitestgehend tot, wie so viele der ostdeutschen Kleinstädte. Von Jöhstadt geht es wieder zurück auf den Kammweg, der auf einem schönen Wiesenweg und mit tollen Aussichten der Grenze folgt. Wieder im Wald geht es hinüber nach Königswalde, wo wir uns in der Brettmühle für den Aufstieg zum Bärenstein stärken. Zuvor folgen wir noch auf idyllischem Weg einem alten Floßgraben durch den Pöhlagrund bis nach Kühberg. Hier geht es nun auf schönem Wege bergauf und bald genießen wir die Aussicht vom Bärenstein hinab nach Cranzahl. Über das Hotel auf dem Bärenstein schweigen wir besser.  Lediglich hartgesottene Nostalgiker und Ewiggestrige sollten einen Besuch wagen. Alle Anderen wandern besser weiter und suchen sich woanders eine schöne Unterkunft.
Fichtelberghaus
4. Etappe vom Bärenstein zum Fichtelberg: Auf dieser Etappe weichen wir ein wenig vom Kammweg ab und folgen statt dessem dem Bimmelbahn-Erlebnispfad, der uns auf schönem Wege entlang der Schmalspurbahn von Cranzahl nach Oberwiesenthal bringt, von wo es nur noch ein kurzer, wenn auch steiler Weg zum Fichtelberg ist. Dort empfängt uns Nebel sowie das Fichtelberghaus, wo wir die Nacht verbringen. Letzteres überrascht durch schöne und große Zimmer sowie ein Feinschmeckerrestaurant, welches aber leider an diesem Abend geschlossen hat. Dennoch essen wir ganz gut und der nächste Morgen erfreut uns zudem mit einer wunderbaren Aussicht und einem Frühstück im schön gestalteten Hotelrestaurant "Das Guck". Der Name ist hier Programm, denn neben einer Aussicht bietet "Das Guck" auch eine sehenswerte Sammlung von Kunstwerken aus dem Erzgebirge zum Gucken. Eine weitere Empfehlung!
5. Etappe vom Fichtelberg nach Rittersgrün: Toll, einen Tag lang fast nur bergab! Da die Etappe zudem recht kurz ist, bleibt Zeit, noch ein wenig um den schön gelegenen Ort herumzulaufen. Bereits nachmittags checken wir dieses Mal ins Landhotel Rittersgrün ein, was uns Zeit für ausgiebiges Saunieren und Wellness gibt.  Hier essen wir ebenfalls gut und genießen ein reichhaltiges Frühstücksbüffet, wie auch schon am Morgen zuvor. Allerdings kostet die Übernachtung hier auch fast doppelt so viel wie die Übernachtungen zuvor und um so vieles besser ist dieses Hotel dann nun auch nicht. Für ein Hotel dieser Preisklasse fehlt uns irgendwie das gewisse "Wow!".
6. Etappe von Rittersgrün nach Weitersglashütte: Beim Weg zurück zum Kammweg genießen wir noch einmal viele schöne Blicke auf Rittersgrün. Erwähnte ich schon, dass dies einer meiner liebsten Orte im Erzgebirge ist? Nun geht es auch wieder bergan, bis wir die wunderschön im Wald gelegene Himmelswiese erreichen. Dann folgt nochmals viel Wald und schließlich geht es hinab nach Johanngeorgenstadt, welches wir auf Höhe der Jugendherberge bald wieder auf einem schönen Wiesenwege verlassen. Nun geht es planmäßig Richtung Auersberg, nach einem heftigen Gewitterguss beschließen wir aber, den Weg abzukürzen und von der Sauschwemme direkt nach Weitersglashütte zu gehen, da man auf dem Berg eh nichts sehen würde. Hier lernen wir auch, dass Wiesenwege zwar wunderschön, aber nach einem Regen auch verdammt nass sind, so dass unser Schuhwerk nach einiger Zeit Land unter meldet. Gut also, dass wir im Hotel Zum Kranichsee ankommen und uns und die Schuhe trocknen können. In der urigen Gaststube gibt es zudem auch lecker Futter, so dass sich die Mienen bei dem einen oder anderen Bier und freundlicher Bedienung schnell aufhellen. Es gibt sogar noch einen kurzen Barfuß-Abendspaziergang auf der Dorfstraße, wo wir die ruhige Abendstimmung genießen. Auch Weitersglashütte liegt wie viele Dörfer auf dem Kamm sehr schön inmitten ausgedehnter Wiesen. Das Hotel ist an sich auch ganz nett, allerdings sind die Zimmer und speziell das Bad nicht mehr so ganz auf dem Niveau des 21. Jahrhunderts. Der Toilettenhäcksler macht zudem durch unmotiviertes gelegentliches Aufbrüllen fast ein wenig Angst.
Mühlleithen
7. Etappe von Weitersglashütte nach Schöneck: Zunächst führt uns der Weg an den Rand von Carlsfeld, ebenfalls sehr schön inmitten von Wiesen gelegen. Von dort geht es in den Wald, den wir dann auch längere Zeit nicht mehr verlassen, schließlich nähern wir uns dem vogtländischen Waldgebiet rund um Morgenröthe-Rautenkranz. In Morgenröthe treffen wir auf einen Floßgraben, dem wir ein Stücke folgen, ehe es bergauf, wiederum durch viel Wald, nach Mühlleithen geht. Dort nutzen wir erst mal die schönen Wiesen für Rast und Sonnenbad bevor es weiter zum Schneckenstein geht. Den erreichen wir um 14:32 Uhr, also ca. 2 Minuten zu spät, denn wir sehen grad noch den Bewacher mit der Kasse um die Ecke verschwinden. Tourismus gibt es im Vogtland also nur bis 14:30 Uhr. Statt des Schneckensteins besteigen wir alsdann eine nahegelegene Halde, die einen weiten Blick über das Vogtland erlaubt, auf der einen Seite die klingenden Täler, auf der anderen der Blick hinüber nach Falkenstein und zu den umliegenden Orten. Vorbei an der Talsperre Muldenberg geht es dann nach Schöneck, Balkon des Vogtlands und Heimat meiner Vorfahren. Wir wohnen nett in der Brauereischänke, deren Küche allerdings noch Verbesserungsmöglichkeiten hat. Abends ziehen wir noch mal durch den Ort, besuchen Orte meiner Kindheit, klauen Erdbeeren im verwilderten Garten meiner Tante und genießen den Blick vom Alten Söll. Leider ist auch dieses schöne Städtchen menschenleer, es gibt kaum Gastronomie und das in dieser wunderschönen Urlaubsgegegend. Allein das riesige FDGB-Ferienheim am Ortsrand erfreut sich regen Besuchs und verhindert wohl auch jedes touristische Leben im Ort. Schade! Möchte nicht mal jemand ein kleines feines Hotel, Kneipen, Straßencafés oder Lädchen in Schöneck aufmachen?
Im Vogtland
8. Etappe von Schöneck nach Süßebach: Von Schöneck aus geht es bergab, wir streifen viele schöne Dörfer, der Wald wird weniger und man hat viele schöne Aussichten. Leider können wir nirgends verweilen denn zahllose Bremsen verfolgen uns und warten nur darauf, dass wir kurz ruhig halten, um dann erbarmungslos zuzustechen. Erst nach Passieren des Elstertals können wir die lästigen Viecher abschütteln und eine ausgiebige Rast machen. Nun geht es wieder bergauf, es ergeben sich immer wieder tolle Ausblicke hinauf nach Schöneck, das majestätisch am Horizont thront.  Den Umweg des Kammwegs über Gettengrün lassen wir aus und laufen direkt über Bergen und Eichigt nach Süßebach. Dort wartet unsere letzte Übernachtung, der Landgasthof Süßebach. Zimmer und Essen passen ganz gut, allein die naheliegende Straße stört mächtig. Offenbar sind auf dieser Straße alle Grenzdebilen des Vogtlandes unterwegs, bei dem was dort innerorts gerast wird, vergisst man jede Menschlichkeit und wünscht man dem einen oder anderen Rennteilnehmer dann doch ein vorzeitiges Ausscheiden. 
Im Vogtland
Rückfahrt: Auf schönen Wegen wandern wir von Süßebach hinüber nach Oelsnitz, wiederum tun sich viele Aussichten auf. Auch Oelsnitz präsentiert sich an einem Sonntagmittag wie ausgestorben, Überreste eines Festes auf dem Markt künden aber von möglichem Leben. Nach etwas Suchen finden wir sogar eine offene Wirtschaft, den Sperk,  wo wir uns an leckeren Bambes mit Gulasch laben, die freilich nicht ganz an die bekannten Referenzbambes heranreichen. Sodann begeben wir uns zum Bahnhof von Oelsnitz, der einen recht traurigen Anblick bietet. Immerhin bringt uns von dort die Vogtlandbahn nach Plauen und 2 Stunden später setzen wir die Füße schon wieder auf Chemnitzer Boden.
Weitere Bilder zur Tour gibt es wie immer hier.

Sonntag, 3. Juni 2012

Holunderblüten

Es ist wieder soweit, der Holunder blüht und überzieht das Land mit seinem schweren Duft. Unsereins macht sich ein leckeres Getränk, so wie auch schon letztes Jahr.
Gestern war ich in Jena, den äußerlich unversehrten Langstreckenwanderer abzuholen. Ringsum nur Siechtum und Elend, doch dieser Eine war noch erstaunlich fit. Wir aßen dann noch lecker beim Ziegenhainer, der feine Zickengerichte und natürlich auch eine wohlschmeckende hausgemachte Holunderlimonade im Angebot hat.
Zuvor ging es mit Muttern bei Kahla durch den wunderschönen Leubengrund, hinauf nach Lindig, mit tollem Blick zur Leuchtenburg und auf schönen Wegen zurück nach Kahla. Die Muschelkalkhänge im und am Saaletal sind schon eine recht faszinierende Landschaft, viele schöne Wiesen und kleine verträumte Dörflein. Das müsste man sich öfter mal erwandern!