Sonntag, 15. Juli 2012

Auf dem Kammweg durch Erzgebirge und Vogtland

Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah? Ganz in diesem Sinne gab es letzte Woche mal wieder Nahurlaub - Wandern auf dem Kammweg durch Erzgebirge und Vogtland. Auf größtenteils sehr schönen und oftmals aussichtsreichen Wegen legten wir in 10 Tagen ca. 230 km zu Fuß zurück. Sowohl Menschenmaterial als auch Ausrüstung kamen damit überraschend gut zurecht. Manche Etappen erwiesen sich als recht sportlich und rückblickend würde man wohl eher höchstens 25 km pro Tag als Optimum anstreben, um genug Zeit zu haben, auch mal in der Sonne zu liegen oder die zahlreichen Ausblicke zu genießen.
Neben vielen tollen Landschaften erwies sich auch das Kennenlernen der extrem großen qualitativen Bandbreite des sächsischen Beherbungsgewerbes als recht spannend. Der Begriff "durchwachsen" beschreibt das Ganz wohl ganz gut, einige dieser Herbergen wird man künftig meiden und nur drei von neun wird man gern wieder besuchen. Liebe sächsische Gastronomen und Hoteliers - hier dürft ihr ruhig noch etwas tun, um den geneigten Gast zur Wiederkehr zu bewegen! Doch nun genug der Vorrede, zur Tour:
Anreise nach Oberholzhau: Mit der Bahn geht es sehr flott und preiswert von Chemnitz nach Rechenberg bei Holzhau, von wo wir entlang des Muldentals über Holzhau und das Teichhaus ca. zwei Stunden hinauf zur ersten Übernachtung zum Torfhaus laufen. Das Torfhaus, eine ehemalige Jugendherberge liegt mitten im Wald, nahebei findet sich ein idyllischer Teich. Unterkunft und Essen entsprechen noch immer dem Jugendherbergsniveau. Was diese Unterkunft dennoch so angenehm macht, ist die herzliche Aufnahme durch die Betreiber Kerstin und Jörg, mit denen wir am Abend beim Bier und später beim Frühstück in fast familiärer Atmosphäre sitzen. Hier kommen wir bestimmt mal wieder hin.
1. Etappe von Oberholzhau nach Olbernhau: Zunächst geht es über die Fischerbaude hinab nach Rechenberg, von dort an Sayda vorbei über Neuhausen und den Schwartenberg nach Seiffen. Viele ausgesucht schöne Wege, viel offenes Land und tolle Aussichten. Von Seiffen geht es durch den Wald hinab nach Olbernhau, wo wir nach einer langen Etappe von ca. 35 km unsere Unterkunft, das Hotel zum Poppschen Gut erreichen. Alles sehr ordentlich und auch das Essen ist gut, ein ganz normales Durchschnittshotel. 
Am Torfhaus
2. Etappe von Olbernhau zum Hirtstein: Auf dem Wege vom Hotel zurück zum Kammweg passieren wir die schöne Anlage der Saigerhütte und mit dem Erreichen des Kammwegs verlassen wir Olberhau auch schon wieder im schönen Tal der Natzschung. Zunächst viel Wald, beim Stößerfelsen gibt es einen schönen Ausblick ins Tal. Offene Landschaft gibt es dann erst wieder in Rübenau, das erste der drei schönen Kammdörfer die wir auf dieser Etappe passieren, alle schön gelegen inmitten großzügier Wiesen. Das nächste dieser Dörfer ist Kühnhaide, dessen Verlauf wir auf einem sehr schönen Weg entlang des Waldrandes und später auf dem Moorlehrpfad folgen. Wenig später erreichen wir auch schon Reitzenhain, wo wir entlang der Grenze durch ein schönes Hochtal mit einem mäandernden Bach laufen. Nach kurzer Waldpassage erreichen wir auf einem  schönem Wiesenweg schließlich den Hirtstein, wo die gleichnamige Baude unser nächstes Quartier sein wird. Zuvor bewundern wir jedoch noch den Basaltfächer und die großartige Aussicht. Die Hirtsteinbaude überrascht in jeder Hinsicht positiv, zunächst mit einem sehr schönen Zimmer mit phantastischer Aussicht, später durch lecker Essen und freundlichen Service. Man merkt, dass hier mit Hingabe gekocht wird und frische und regionale Produkte verarbeitet werden. Nach dem Essen bringt uns die Gastgeberin noch den letzten Rest vom köstlichen Blaubeerkuchen und schließlich ordern wir noch die gebackenen Holunderblüten, ebenfalls sehr lecker. Fast schon nicht mehr überraschend, dass dann beim Frühstück noch ein Töpfchen Quarkspeise mit leckeren frischen Himbeeren und Blaubeeren auf dem Tisch steht. Die Hirtsteinbaude ist unsere Entdeckung und Empfehlung - hier kommen wir gern wieder her! Hinweise auf ähnliche Unterkünfte sind willkommen!
Saigerhütte Olbernhau
3. Etappe vom Hirtstein zum Bärenstein: Wir verlassen den Hirtstein mit einem kleinen Umweg durch das schön gelegene Satzung, in das ein wunderschöner Wiesenweg durch Bergwiesen führt. Auch wenn der Höhepunkt der Wiesenblüte schon überschritten ist, sind doch viele dieser Wiesen noch immer wunderschön. In den Wäldern blühen zudem unzählige Fingerhüte, oft sehen wir die prächtigen blauen Disteln und in den Sumpfgebieten sehen wir das Wollgras und ab und an auch mal eine der heimische Orchideen.  Von Satzung geht es nun durch den Wald hinab nach Schmalzgrube, ein Ort, der ebenfalls wunderschön inmitten von Wiesen liegt. Von Schmalzgrube geht es entlang des Pressnitztals mit seiner Schmalspurbahn hinüber nach Jöhstadt. Jöhstadt selbst erweist sich als weitestgehend tot, wie so viele der ostdeutschen Kleinstädte. Von Jöhstadt geht es wieder zurück auf den Kammweg, der auf einem schönen Wiesenweg und mit tollen Aussichten der Grenze folgt. Wieder im Wald geht es hinüber nach Königswalde, wo wir uns in der Brettmühle für den Aufstieg zum Bärenstein stärken. Zuvor folgen wir noch auf idyllischem Weg einem alten Floßgraben durch den Pöhlagrund bis nach Kühberg. Hier geht es nun auf schönem Wege bergauf und bald genießen wir die Aussicht vom Bärenstein hinab nach Cranzahl. Über das Hotel auf dem Bärenstein schweigen wir besser.  Lediglich hartgesottene Nostalgiker und Ewiggestrige sollten einen Besuch wagen. Alle Anderen wandern besser weiter und suchen sich woanders eine schöne Unterkunft.
Fichtelberghaus
4. Etappe vom Bärenstein zum Fichtelberg: Auf dieser Etappe weichen wir ein wenig vom Kammweg ab und folgen statt dessem dem Bimmelbahn-Erlebnispfad, der uns auf schönem Wege entlang der Schmalspurbahn von Cranzahl nach Oberwiesenthal bringt, von wo es nur noch ein kurzer, wenn auch steiler Weg zum Fichtelberg ist. Dort empfängt uns Nebel sowie das Fichtelberghaus, wo wir die Nacht verbringen. Letzteres überrascht durch schöne und große Zimmer sowie ein Feinschmeckerrestaurant, welches aber leider an diesem Abend geschlossen hat. Dennoch essen wir ganz gut und der nächste Morgen erfreut uns zudem mit einer wunderbaren Aussicht und einem Frühstück im schön gestalteten Hotelrestaurant "Das Guck". Der Name ist hier Programm, denn neben einer Aussicht bietet "Das Guck" auch eine sehenswerte Sammlung von Kunstwerken aus dem Erzgebirge zum Gucken. Eine weitere Empfehlung!
5. Etappe vom Fichtelberg nach Rittersgrün: Toll, einen Tag lang fast nur bergab! Da die Etappe zudem recht kurz ist, bleibt Zeit, noch ein wenig um den schön gelegenen Ort herumzulaufen. Bereits nachmittags checken wir dieses Mal ins Landhotel Rittersgrün ein, was uns Zeit für ausgiebiges Saunieren und Wellness gibt.  Hier essen wir ebenfalls gut und genießen ein reichhaltiges Frühstücksbüffet, wie auch schon am Morgen zuvor. Allerdings kostet die Übernachtung hier auch fast doppelt so viel wie die Übernachtungen zuvor und um so vieles besser ist dieses Hotel dann nun auch nicht. Für ein Hotel dieser Preisklasse fehlt uns irgendwie das gewisse "Wow!".
6. Etappe von Rittersgrün nach Weitersglashütte: Beim Weg zurück zum Kammweg genießen wir noch einmal viele schöne Blicke auf Rittersgrün. Erwähnte ich schon, dass dies einer meiner liebsten Orte im Erzgebirge ist? Nun geht es auch wieder bergan, bis wir die wunderschön im Wald gelegene Himmelswiese erreichen. Dann folgt nochmals viel Wald und schließlich geht es hinab nach Johanngeorgenstadt, welches wir auf Höhe der Jugendherberge bald wieder auf einem schönen Wiesenwege verlassen. Nun geht es planmäßig Richtung Auersberg, nach einem heftigen Gewitterguss beschließen wir aber, den Weg abzukürzen und von der Sauschwemme direkt nach Weitersglashütte zu gehen, da man auf dem Berg eh nichts sehen würde. Hier lernen wir auch, dass Wiesenwege zwar wunderschön, aber nach einem Regen auch verdammt nass sind, so dass unser Schuhwerk nach einiger Zeit Land unter meldet. Gut also, dass wir im Hotel Zum Kranichsee ankommen und uns und die Schuhe trocknen können. In der urigen Gaststube gibt es zudem auch lecker Futter, so dass sich die Mienen bei dem einen oder anderen Bier und freundlicher Bedienung schnell aufhellen. Es gibt sogar noch einen kurzen Barfuß-Abendspaziergang auf der Dorfstraße, wo wir die ruhige Abendstimmung genießen. Auch Weitersglashütte liegt wie viele Dörfer auf dem Kamm sehr schön inmitten ausgedehnter Wiesen. Das Hotel ist an sich auch ganz nett, allerdings sind die Zimmer und speziell das Bad nicht mehr so ganz auf dem Niveau des 21. Jahrhunderts. Der Toilettenhäcksler macht zudem durch unmotiviertes gelegentliches Aufbrüllen fast ein wenig Angst.
Mühlleithen
7. Etappe von Weitersglashütte nach Schöneck: Zunächst führt uns der Weg an den Rand von Carlsfeld, ebenfalls sehr schön inmitten von Wiesen gelegen. Von dort geht es in den Wald, den wir dann auch längere Zeit nicht mehr verlassen, schließlich nähern wir uns dem vogtländischen Waldgebiet rund um Morgenröthe-Rautenkranz. In Morgenröthe treffen wir auf einen Floßgraben, dem wir ein Stücke folgen, ehe es bergauf, wiederum durch viel Wald, nach Mühlleithen geht. Dort nutzen wir erst mal die schönen Wiesen für Rast und Sonnenbad bevor es weiter zum Schneckenstein geht. Den erreichen wir um 14:32 Uhr, also ca. 2 Minuten zu spät, denn wir sehen grad noch den Bewacher mit der Kasse um die Ecke verschwinden. Tourismus gibt es im Vogtland also nur bis 14:30 Uhr. Statt des Schneckensteins besteigen wir alsdann eine nahegelegene Halde, die einen weiten Blick über das Vogtland erlaubt, auf der einen Seite die klingenden Täler, auf der anderen der Blick hinüber nach Falkenstein und zu den umliegenden Orten. Vorbei an der Talsperre Muldenberg geht es dann nach Schöneck, Balkon des Vogtlands und Heimat meiner Vorfahren. Wir wohnen nett in der Brauereischänke, deren Küche allerdings noch Verbesserungsmöglichkeiten hat. Abends ziehen wir noch mal durch den Ort, besuchen Orte meiner Kindheit, klauen Erdbeeren im verwilderten Garten meiner Tante und genießen den Blick vom Alten Söll. Leider ist auch dieses schöne Städtchen menschenleer, es gibt kaum Gastronomie und das in dieser wunderschönen Urlaubsgegegend. Allein das riesige FDGB-Ferienheim am Ortsrand erfreut sich regen Besuchs und verhindert wohl auch jedes touristische Leben im Ort. Schade! Möchte nicht mal jemand ein kleines feines Hotel, Kneipen, Straßencafés oder Lädchen in Schöneck aufmachen?
Im Vogtland
8. Etappe von Schöneck nach Süßebach: Von Schöneck aus geht es bergab, wir streifen viele schöne Dörfer, der Wald wird weniger und man hat viele schöne Aussichten. Leider können wir nirgends verweilen denn zahllose Bremsen verfolgen uns und warten nur darauf, dass wir kurz ruhig halten, um dann erbarmungslos zuzustechen. Erst nach Passieren des Elstertals können wir die lästigen Viecher abschütteln und eine ausgiebige Rast machen. Nun geht es wieder bergauf, es ergeben sich immer wieder tolle Ausblicke hinauf nach Schöneck, das majestätisch am Horizont thront.  Den Umweg des Kammwegs über Gettengrün lassen wir aus und laufen direkt über Bergen und Eichigt nach Süßebach. Dort wartet unsere letzte Übernachtung, der Landgasthof Süßebach. Zimmer und Essen passen ganz gut, allein die naheliegende Straße stört mächtig. Offenbar sind auf dieser Straße alle Grenzdebilen des Vogtlandes unterwegs, bei dem was dort innerorts gerast wird, vergisst man jede Menschlichkeit und wünscht man dem einen oder anderen Rennteilnehmer dann doch ein vorzeitiges Ausscheiden. 
Im Vogtland
Rückfahrt: Auf schönen Wegen wandern wir von Süßebach hinüber nach Oelsnitz, wiederum tun sich viele Aussichten auf. Auch Oelsnitz präsentiert sich an einem Sonntagmittag wie ausgestorben, Überreste eines Festes auf dem Markt künden aber von möglichem Leben. Nach etwas Suchen finden wir sogar eine offene Wirtschaft, den Sperk,  wo wir uns an leckeren Bambes mit Gulasch laben, die freilich nicht ganz an die bekannten Referenzbambes heranreichen. Sodann begeben wir uns zum Bahnhof von Oelsnitz, der einen recht traurigen Anblick bietet. Immerhin bringt uns von dort die Vogtlandbahn nach Plauen und 2 Stunden später setzen wir die Füße schon wieder auf Chemnitzer Boden.
Weitere Bilder zur Tour gibt es wie immer hier.

Sonntag, 3. Juni 2012

Holunderblüten

Es ist wieder soweit, der Holunder blüht und überzieht das Land mit seinem schweren Duft. Unsereins macht sich ein leckeres Getränk, so wie auch schon letztes Jahr.
Gestern war ich in Jena, den äußerlich unversehrten Langstreckenwanderer abzuholen. Ringsum nur Siechtum und Elend, doch dieser Eine war noch erstaunlich fit. Wir aßen dann noch lecker beim Ziegenhainer, der feine Zickengerichte und natürlich auch eine wohlschmeckende hausgemachte Holunderlimonade im Angebot hat.
Zuvor ging es mit Muttern bei Kahla durch den wunderschönen Leubengrund, hinauf nach Lindig, mit tollem Blick zur Leuchtenburg und auf schönen Wegen zurück nach Kahla. Die Muschelkalkhänge im und am Saaletal sind schon eine recht faszinierende Landschaft, viele schöne Wiesen und kleine verträumte Dörflein. Das müsste man sich öfter mal erwandern!

Montag, 28. Mai 2012

Urlaub auf La Palma und El Hierro

La Palma, Caldera de Taburiente
Nachdem sich heute angesichts der Ausschüttung des Heiligen Geistes ein wenig Muse fand, die Urlaubsbilder zu sichten und zu beschriften, soll hier nun von unserem nunmehr schon zwei Wochen zurückliegenden Urlaub auf den Kanareninseln La Palma und El Hierro berichtet werden.
Los ging die ganze Geschichte in München, wo wir uns einen halben Tag Voraburlaub gönnten. Wir spazierten durch den Nymphenburger Park, tranken lecker Kaffee im Palmenhaus, lustwandelten durch den herrlich blühenden botanischen Garten und endeten schließlich beim Pschorr, wo es gar lecker Haxen und Bier gab. Schöner kann man sich den Einstieg in den Urlaub kaum wünschen!
Unglücklicherweise war die folgende Nacht ein wenig kurz, da die dauerstreikende Iberia einen Flug strich und wir in aller Herrgottsfrühe nach Madrid aufbrechen mussten. Das freilich gab uns wiederum Zeit, noch ein paar Stunden in der City von Madrid zu verbringen. Allerdings herrschten dort verglichen mit München winterliche Temperaturen, die man in Spanien um diese Jahreszeit nicht vermutet hätte. Trotzdem war es ganz nett, mal ein wenig durch Madrid zu spazieren. Spektakulär war die Markthalle, wo an den Ständen jegliche Köstlichkeit in kleinen Naschportionen angeboten wurde, was offenbar auch halb Madrid für den Mittagsimbiß nutzte.
La Palma, Vulkanlandschaft
Wenig später waren wir dann schon auf La Palma und bezogen unser Hotel, das Parador de La Palma, unweit der Inselhauptstadt Santa Cruz. Zu den Paradores wäre zu sagen, dass man da sehr gut wohnt, das Frühstücksbüffet auf La Palma war toll, das auf El Hierro war wohl auf Grund der Gästekrise etwas dünn. Das im Restaurant angebotene Essen wird dem Niveau, welches die Paradores haben wollen, jedoch nicht gerecht. Auf El Hierro beherrschte offenbar auch kaum jemand im Hotel eine Fremdsprache, was wohl auch nicht so recht zu dieser Hotelkategorie passt. Aber nun genug gemeckert - das sind schon eher Luxusprobleme.
Am ersten Tag auf La Palma erkunden wir die Südhälfte der Insel mit tollen Vulkanen und den dazugehörigen unwirtlichen Lava-Landschaften, durchbrochen von schönen Kiefernwäldern. Während man die ersten Tage auf Meereshöhe freundliche 20 - 23°C hatte, ist es auf 1000 m Höhe und darüber schon empfindlich kühl, oftmals auch wolkenverhangen. Das wird allerdings von Tag zu Tag besser und am Ende unseres Aufenthaltes ist es überall schön warm und die ganze Insel fast wolkenfrei. Unten am Wasser ist es ohnehin immerzu angenehm temperiert, so dass man dort auch bis weit in die Nacht draußensitzen kann.
Die nächsten Tage folgen viele spektakuläre Wanderungen. Herausragend ist sicher die Tunneltour bei den Corderos Quellen, wo wir durch mehr als 10 unterschiedlich lange Tunnel einem Wasserkanal folgen. In einem der Tunnel läuft man quasi im und durch das tobende Wasser, welches frisch aus den Quellen kommt. Eine Tour führt uns zu vielen tollen Vulkankratern und Kuppen in der Inselmitte. Das Highlight schlechthin ist natürlich die Caldera de Taburiente, der riesige (ca. 10 km) Vulkankessel, den wir von oben, unten und auf mittlerer Höhe erkunden. Bei einer Grattour auf 2000 m begehen wir den Rand der Caldera und sehen beim Roque de los Muchachos die Observatorien der europäischen Nordsternwarte. Die Caldera selbst ist an diesem Tag wolkenverhangen, nur der Grat ist über den Wolken und ab und zu ergibt sich ein spektakulärer Blick ins Innere. Das gewaltige Innere der Caldera sehen wir später, bei einer kleinen Tour von der Cumbrecita aus  - ein außerordentlich eindrucksvolles Bild! Eine weitere Wanderung führt uns ganz von unten durch eine Schlucht in die Caldera, eine ebenfalls sehr eindrucksvolle Tour, bei der man immer wieder auf Steinen balancierend einen Bach durchqueren muss, bisweilen müssen dafür auch erst mal neue Steine plaziert werden.
Die Abende verbringen wir meist in Santa Cruz, der Inselhauptstadt, die neben einer hübschen Altstadt auch mit einigen guten Restaurants aufwarten kann, wo man teils recht beschaulich draußen sitzen und dem Leben auf den Straßen zusehen kann. 
Schnell ist die erste Woche um und wir wechseln über Teneriffa nach El Hierro. Beim dritten Besuch fühlen wir uns hier schon fast zu Hause und als wir am ersten Tag die schönsten Plätze abklappern, kommt ein richtig vertrautes Gefühl auf, alles ist noch so schön wie eh und je, keine großen Bausünden und hier und da ist sogar ein neuer toller Aussichtspunkt entstanden. Ähnlich wie auf La Palma sind inzwischen auch alle Wege aufs Vorbildlichste markiert - einzig Hinweise auf gesperrte Wege hätte man sich vielleicht bisweilen etwas früher gewünscht. 
Auch die Wanderungen sind längst vertraut und doch immer wieder schön - zumal sich die Insel jetzt im Mai in ganz anderen Farben zeigt, viele Sträucher und Pflanzen blühen jetzt. Die landschaftliche Vielfalt ist immer wieder beeindruckend. Saftig grüne Hochebenen wechseln sich ab mit spektakulären Steilküsten, Lavaflächen, Vulkankratern, Kiefernwäldern und dem Nebelurwald in der Inselmitte. Wir wandern von Sabinosa auf die Hochfläche, über die Hochflächen im Norden zum Heiligen Baum, durch den Nebelwald und natürlich darf die hochalpine Tour (1000 m rauf, zwei Stunden rüber und 1000 m senkrecht wieder runter)  rund um Las Playas nicht fehlen. 
Erstmalig begehen wir dieses Mal die Wände des Golftals, von El Matorral (am Tunnelausgang) nach La Frontera und dort durch die Steilwand hoch zum Mirador de Jinama (ca. 1000 m). Danach folgt diese wunderbare Tour der Steilküste, immer hart an der Abbruchkante mit spekakulären Tiefblicken bis zum Mirador de La Pena. Leider ist der Abstieg von dort ernsthaft gesperrt, so dass wir den Rückweg nach unten mit dem Taxi machen müssen.
Den Weg zur Teufelshöhle brechen wir ebenfalls ab. Zwar ist die schwierigste Kletterstelle dieses Mal leicht zu überwinden, der überall herumliegende frische Steinschlag gibt uns aber dann doch zu denken. Immerhin können wir dort noch ein wenig an unserer ganz speziellen Badewanne rasten.
Die Tage enden meist an dem ebenfalls für uns neu entdeckten schönen Badeplatz La Maceta, wo wir zwischen Wandern und Abendessen noch die eine oder andere Stunde rumfaulen. Zum Abendessen geht es zwei mal in den wunderschön gelegenen Mirador de la Pena mit grandioser Sicht ins Golftal. Dort ist nicht nur die Aussicht sehr gut, auch das Essen kann da locker mithalten. Das beste Essen der Insel gab es in einem kleinen Restaurant in Valverde (La Mirada Profunda, Calle Santiago 25). Zwei mal essen wir auch sehr gut in einem kleinen Restaurant in Las Puntas (La Mareta), wo wir nicht nur freundlich auf deutsch bedient werden, sondern zudem auch noch das Neueste von der Insel hören. Diese Nachrichten sind allerdings wenig erfreulich, die Zahl der Touristen hat seit den vulkanischen Aktiviätet im Herbst dramatisch abgenommen, viele kleine Restaurants und Pensionen werden das wohl nicht mehr lange überstehen. Das erklärt nun auch, warum wir selbst an den tollsten Highlights der Insel kaum mal andere Touristen gesehen haben.  
El Hierro, Golftal
Die letzten Tage auf der Insel wird es sehr heiß, teils weit über 30 Grad und die heiße Luft bringt viel Staub aus der Sahara, so dass wir uns nur noch mit Mühe und mit Hilfe des Autos zu den noch ausstehenden Highlights schleppen können.
Insgesamt wieder ein wunderschöner Urlaub und wir kommen ganz bestimmt mal wieder her.
Bilder vom Urlaub gibt es wie immer hier. Das dazugehörige Passwort kann per EMail erfragt werden.

Sonntag, 27. Mai 2012

Burgblicke

Eine schöne ausgiebige Rundtour führte uns gestern in die Nähe der Augustusburg, die sich uns entlang der Tour immer wieder aufs Schönste präsentierte.
Los geht's in Flöha, wo wir zunächst dem Lärchental folgen. Entlang der schön gelegenen Siedlung geht es hinauf bis zum Wald, wo wir dann weiter dem Tal des Wetzelbachs folgen. Der Weg endet an einem Sträßchen von wo wir uns immer am Waldrand entlang in östlicher Richtung bewegen. Kurz vor dem Passieren einer weiteren Straße tut sich das erste Mal der Blick zur Augustusburg auf, hier noch mit den Bergketten des Erzgebirges im Hintergrund.
Sodann geht es hinüber nach Schönerstadt, einem kleinen verträumten Straßendörfchen. Nach dem Dorf halten wir uns noch kurz östlich, bis wir auf einen Weg stoßen, der uns hinunter Richtung Oederan bringt, natürlich mit Blick zur Augustusburg. Auf dem Weg nach Oederan passieren wir den leider etwas verwahrlosten Park des ehemaligen Börnichener Rittergutes. Alsbald erreichen wir Oederan, ein hübsches und weitestgehend saniertes Städtchen, das jedoch mit der Abwesenheit jeglichen Lebens das Schicksal vieler ostdeutscher Kleinstädte teilt. Nach längerem Suchen finden wir am Klein-Erzgebirge wenigstens einen Imbiß, wo wir uns ein wenig stärken können.
Weiter geht es über Görbersdorf wieder auf die Höhen, wo wir alsbald auch wieder die Augustusburg sehen, jetzt schon deutlich näher. Die Silhouette von Stadt, Kirche und Burg kommt hier richtig schön zur Geltung. Wir verlassen den Höhenzug Richtung Hammerleubsdorf und folgen dem Lössnitztal zum gleichnamigen Ort. Am Ortsende verlassen wir das Tal auf einem wunderschönen Wiesenweg, der uns zu einem Höhenzug oberhalb von Hohenfichte führt, von wo wir wiederum einen phantastischen Blick auf die Augustusburg haben.
Nach dem Passieren der Holzbrücke über die Flöha wenden wir uns entlang der Hauptstraße rechts und verlassen den Ort in Richtung Grünberg. Mittenin Grünberg halten wir uns nach der Bushaltestelle rechts bergan durch einen Hof und folgen einem schönen Feldweg wieder hinauf auf die Höhenzüge, wo wir kurz rasten und nochmals einen wiederum tollen Blick auf die Augustusburg genießen.
Von hier geht es jetzt wieder durch Wälder Richtung Flöhatal, das wir nach dem Passieren zweier Bahnlinien erreichen. Entlang der Flöha geht es zurück in den gleichnamigen Ort, wo sich nach ca. 6,5 h und 31 km die Runde schließt.
Wenig später sitzen wir bei Freunden in Niederwiesa am Grill und erholen uns bei einem leckeren Bier von der langen Tour.
Der genaue Verlauf der Tour findet sich hier.
Und hier gibts Bilder.

Donnerstag, 17. Mai 2012

Lecker Gartensalat

Inspiriert von einem Rezept im Wochenmarkt der ZEIT gab es heute mal lecker Salat. Anders als im Originalrezept machte der Löwenzahn bei uns nur einen kleinen Teil des Salats aus, der überwiegende Teil waren feinste gemischte frische Salate aus dem Garten, die ersten dieses Jahres. Dazu gibt es pochiertes Ei, kross gebratenen Speck sowie Bratkartoffeln. Einfach und lecker.

Freitag, 20. April 2012

O'spargelt is!

Der erste Spargel des Jahres ist doch der Beste! Zunächst sah es gar nicht mal so gut aus. Auf dem Markt war der sächsische Spargel schon alle und das, was unsere vietnamesischen Freunde für € 3.99 als deutschen Spargel verkaufen, überzeugte mich nicht wirklich. Glücklicherweise hatte mein Lieblingsgemüseladen (Kretschmer auf der Barbarossastraße) noch feinsten Spargel aus der Pfalz. Ebenda gab es auch schöne neue Kartoffeln und man war so freundlich, mir geduldig eine Anzahl kleine Kartoffeln rauszusuchen. Feldsalat und die ersten Radieschen aus eigener Ernte mussten natürlich auch noch mit. Auf dem Markt gibt es auch einen Stand mit einem wunderbar saftigen Kochschinken, so dass alles Nötige bereit ist.
Die Radieschen werden fein gehobelt und auf einem Teller zusammen mit dem Feldsalat angerichtet. Darauf kommt Salz, Pfeffer, Olivenöl und ausgelassener Speck - das gibt schon mal ein ganz tolles Vorspeischen!
Währenddessen kochen Kartoffeln und Spargel schon vor sich hin, die Kartoffeln natürlich mit etwas Vorsprung. Der Spargel ist gar, sobald die dünneren Stangen sich leicht durchbiegen wenn man sie auf einer Gabel herausnimmt. Jetzt raus damit und keine Minute länger kochen!
Zum Spargel und den jungen Kartoffeln gibt es nichts als Butter und natürlich den Schinken - vorzüglich! Dazu noch ein schöner Riesling, ein besseres Essen kann man sich kaum vorstellen!

Sonntag, 15. April 2012

Zwischen Limbach-Oberfrohna und Hohenstein-Ernstthal


Auch wenn der Frühling wettermäßig noch nicht so richtig den Durchbruch schafft, juckt es doch in den Füßen und schließlich muss man ja auch mal testen, was nach der Winterpause noch geht. Deshalb gab es mal wieder eine größere Wanderung in der schönen mittelsächsischen Landschaft zwischen Limbach-Oberfrohna und Hohenstein-Ernstthal.
Wir starten wieder einmal in Bräunsdorf an der Teichmühle, wo wir schlußendlich auch einkehren wollen. Zunächst geht es immer schön auf ruhigem Wege am Rand des langgezogenen Orts Braunsdorfs vorbei an Gärten und kleinen Häuschen (grüne Markierung). Nach einem kurzen Stück Straße biegen wir an einer alten Strumpffabrik rechts ab und gelangen bald in einen wunderschönen Auwald voller blühender Buschwindröschen, Sumpfdotterblumen und Scharbockskräuter.
Wir bleiben auf grüner Markierung und gelangen an den Rand von Limbach, wo wir den bis dahin tadellos markierten Weg verlieren, was wir allerdings erst bemerken, als wir schon weit abgekommen sind. Dennoch finden wir das schöne Teichgebiet bei Limbach und laufen durch eine urige Landschaft aus kleinen Teichen, wiederum voller blühender Wälder. Weiter geht es nach Pleißa, wo wir am linken Ortsrand einen schönen ruhigen Weg finden, der uns zur Wüstenbrander Straße führt. Dieser folgen wir, bis wir nach der Autobahn den schön aber leider nicht leise gelegen Wüstenbrander Ortsteil Windsiedlung erreichen. Parallel zur Autobahn führt jetzt der rot markierte Weg zum Pfaffenberg, wo wir eine schöne Aussicht auf das Erzgebirgsvorland genießen.
Gleich danach halten wir uns an der Gartenanlage rechts, unterqueren wieder die Autobahn und gelangen hinab in das Tal des Pechgrabens. Wir folgen dem wunderschön mäandernden Bachlauf durch das idyllisch gelegen Fichtenthal schließlich bis zur Karl-May-Höhle. Da unser Kartenmaterial dort keinen Weg in die gewünschte Richtung vorsieht, geht es ein Stück offroad, was vermutlich nicht nötig gewesen wäre, wie wir wenig später feststellen. Wir gelangen wieder auf einen schöne Weg, der uns hinüber nach Langenchursdorf bringt, ein schön gelegenes Straßendorf. Nach einem Stück Weg durch den Ort folgen wir schließlich der wenig befahrenen Straße nach Bräunsdorf, wo sich unser Weg schließt und wir in der Teichmühle die wohlverdiente Stärkung einnehmen.


Die insgesamt rund 28 km und 7 h dauernde Runde findet man hier.
Und hier gibts Bilder.