Neben vielen tollen Landschaften erwies sich auch das Kennenlernen der extrem großen qualitativen Bandbreite des sächsischen Beherbungsgewerbes als recht spannend. Der Begriff "durchwachsen" beschreibt das Ganz wohl ganz gut, einige dieser Herbergen wird man künftig meiden und nur drei von neun wird man gern wieder besuchen. Liebe sächsische Gastronomen und Hoteliers - hier dürft ihr ruhig noch etwas tun, um den geneigten Gast zur Wiederkehr zu bewegen! Doch nun genug der Vorrede, zur Tour:
Anreise nach Oberholzhau: Mit der Bahn geht es sehr flott und preiswert von Chemnitz nach Rechenberg bei Holzhau, von wo wir entlang des Muldentals über Holzhau und das Teichhaus ca. zwei Stunden hinauf zur ersten Übernachtung zum Torfhaus laufen. Das Torfhaus, eine ehemalige Jugendherberge liegt mitten im Wald, nahebei findet sich ein idyllischer Teich. Unterkunft und Essen entsprechen noch immer dem Jugendherbergsniveau. Was diese Unterkunft dennoch so angenehm macht, ist die herzliche Aufnahme durch die Betreiber Kerstin und Jörg, mit denen wir am Abend beim Bier und später beim Frühstück in fast familiärer Atmosphäre sitzen. Hier kommen wir bestimmt mal wieder hin.
1. Etappe von Oberholzhau nach Olbernhau: Zunächst geht es über die Fischerbaude hinab nach Rechenberg, von dort an Sayda vorbei über Neuhausen und den Schwartenberg nach Seiffen. Viele ausgesucht schöne Wege, viel offenes Land und tolle Aussichten. Von Seiffen geht es durch den Wald hinab nach Olbernhau, wo wir nach einer langen Etappe von ca. 35 km unsere Unterkunft, das Hotel zum Poppschen Gut erreichen. Alles sehr ordentlich und auch das Essen ist gut, ein ganz normales Durchschnittshotel.
| Am Torfhaus |
| Saigerhütte Olbernhau |
| Fichtelberghaus |
5. Etappe vom Fichtelberg nach Rittersgrün: Toll, einen Tag lang fast nur bergab! Da die Etappe zudem recht kurz ist, bleibt Zeit, noch ein wenig um den schön gelegenen Ort herumzulaufen. Bereits nachmittags checken wir dieses Mal ins Landhotel Rittersgrün ein, was uns Zeit für ausgiebiges Saunieren und Wellness gibt. Hier essen wir ebenfalls gut und genießen ein reichhaltiges Frühstücksbüffet, wie auch schon am Morgen zuvor. Allerdings kostet die Übernachtung hier auch fast doppelt so viel wie die Übernachtungen zuvor und um so vieles besser ist dieses Hotel dann nun auch nicht. Für ein Hotel dieser Preisklasse fehlt uns irgendwie das gewisse "Wow!".
6. Etappe von Rittersgrün nach Weitersglashütte: Beim Weg zurück zum Kammweg genießen wir noch einmal viele schöne Blicke auf Rittersgrün. Erwähnte ich schon, dass dies einer meiner liebsten Orte im Erzgebirge ist? Nun geht es auch wieder bergan, bis wir die wunderschön im Wald gelegene Himmelswiese erreichen. Dann folgt nochmals viel Wald und schließlich geht es hinab nach Johanngeorgenstadt, welches wir auf Höhe der Jugendherberge bald wieder auf einem schönen Wiesenwege verlassen. Nun geht es planmäßig Richtung Auersberg, nach einem heftigen Gewitterguss beschließen wir aber, den Weg abzukürzen und von der Sauschwemme direkt nach Weitersglashütte zu gehen, da man auf dem Berg eh nichts sehen würde. Hier lernen wir auch, dass Wiesenwege zwar wunderschön, aber nach einem Regen auch verdammt nass sind, so dass unser Schuhwerk nach einiger Zeit Land unter meldet. Gut also, dass wir im Hotel Zum Kranichsee ankommen und uns und die Schuhe trocknen können. In der urigen Gaststube gibt es zudem auch lecker Futter, so dass sich die Mienen bei dem einen oder anderen Bier und freundlicher Bedienung schnell aufhellen. Es gibt sogar noch einen kurzen Barfuß-Abendspaziergang auf der Dorfstraße, wo wir die ruhige Abendstimmung genießen. Auch Weitersglashütte liegt wie viele Dörfer auf dem Kamm sehr schön inmitten ausgedehnter Wiesen. Das Hotel ist an sich auch ganz nett, allerdings sind die Zimmer und speziell das Bad nicht mehr so ganz auf dem Niveau des 21. Jahrhunderts. Der Toilettenhäcksler macht zudem durch unmotiviertes gelegentliches Aufbrüllen fast ein wenig Angst.
| Mühlleithen |
| Im Vogtland |
| Im Vogtland |
Weitere Bilder zur Tour gibt es wie immer hier.


