Freitag, 15. April 2011

Anspargeln

Heute hab ich den ersten deutschen Spargel gekauft und natürlich einer sofortigen Verwendung zugeführt. Der Spargel wurde in Salzwasser bis kurz vor gar gekocht und danach mit reichlich Butter und etwas rohem Schinken in einer Pfanne angebraten bis der Spargel gerade so weich wird. Das Ganze mit Spargelwasser ablöschen und fertig ist ein überaus leckeres Frühlingsgericht. Dazu gibts neue Kartoffeln und einen feinen Riesling. Mehr braucht es nicht, um glücklich zu sein!

Mittwoch, 13. April 2011

Shanghai, Shanghai

Die Wege des Herrn sind unergründlich und so führte mich das internationale Reisebüro TG (Insider werden die Bedeutung der Kürzel erraten können) mal eben in die Megacity Shanghai.
Dienstlich, wohlgemerkt. Folglich musste ich auch einen beträchtlichen Teil der Reisezeit der deutsch-chinesischen Wissenschaftspartnerschaft widmen, aber es blieb dennoch Zeit, einen ersten flüchtigen Eindruck dieser phantastischen Stadt zu erhalten.
Zunächst mal erschlägt einen der Moloch, aus dem Fenster des Busses starrt man gebannt auf die nicht enden wollende Aneinanderreihung von Hochhäusern und Hochstraßen. Praktisch keine alte Bausubstanz, kaum noch frei Flächen, alles dichtest bebaut. Nicht gerade schön.
Dazwischen teilweise Straßenleben aus einer anderen Zeit. Menschengezogene Karren mit allerlei Waren, mobile Küchen, Stände aller Art auf dem Fußweg ausgebreitet, Verschläge, die sich als hochspezialisierte Fachgeschäfte oder Werkstätten entpuppen zwischen modernsten Büro- und Wohnbauten. Eine unermeßliche Zahl von Hilfsarbeitern, Putzkräften, Gärtnern, Kofferträgern - Arbeit ist halt billig. Man fragt sich, wo diese Menschen wohnen, sicher nicht in den Hochhäusern, aber einfache Behausungen sieht man kaum.
An vielen Stellen glaubt man nicht, dass man in China ist. Die Infrastruktur kann es sicher locker mit westlichen Standards aufnehmen. Themen wie Nachhaltigkeit und Ökologie beginnen die Stadtentwicklung zu beeinflussen. Auch wenn der Himmel noch immer meist trüb vom Dunst des Verkehrs und der Industrie ist, sagen erfahrene Reisende, dass sich die Luft schon deutlich verbessert hat und extrem viel Grün neu entstanden ist. Im Zuge der Expo 2010 wurde der Stadt mit "Better city, better life" ein neues Image verpasst. Eine hochmoderne Metro erschließt dem Besucher die Stadt.
Eine abendliche Flußfahrt auf dem Huangpu-Fluß bietet phantastische Blicke auf die Stadt, die sich mit Beginn der Dämmerung in ein strahlendes buntes Lichtermeer verwandelt. Die alte Stadt aus der Kolonialzeit mit ihren prächtigen Fassaden am Bund, der Uferpromenade Shanghais vermittelt als so ziemlich einziger historischer Bereich den Glanz früherer Zeiten während auf der gegenüberliegenden Seite das neue Pudong mit seinem Fernsehturm und den Wolkenkratzern ein ganz anderes, aber nicht weniger faszinierendesBild vermittelt. Prächtig illuminierte Fassaden finden sich überall in der Stadt, Hochstraßen leuchten und viel Energie wird darauf verwendet, den Gast zu beeindrucken.
Schließlich ist noch Zeit, die Aussichtsetage auf dem World-Financial-Center auf knapp 500 m Höhe zu erklimmen, die einem einen faszinierenden Blick nach unten eröffnet und den chinesischen Expo-Pavillon zu besuchen. Letzterer vermittelt neben einem tieferen Verständnis des Begriffes der Überbevölkerung (2 Stunden Schlange stehen inmitten tausender Chinesen) vor allem einen Eindruck vom Stolz des Landes auf die eigene Entwicklung vom Agrarstaat zur Weltmacht in nur wenigen Jahren. Wenn man das gesehen hat, versteht man vielleicht auch am hesten, warum dieses Land so wenig Interesse an seiner älteren Geschichte hat, die jüngste ist spekatakulär genug. Ob eine solche Entwicklung in einer Demokratie auch denkbar ist? Die spannendste Frage freilich ist, wie das künftig weitergehen wird. Wie will man die immer deutlicher zutage tretenden extremen Gegensätze zwischen ärmsten Bauern und Wanderarbeitern und einer wachsenden Mittelschicht beherrschen? Wollen die Chinesen tatsächlich in Hochhäusern inmitten von Hochstraßen leben? Gibt es überhaupt Alternativen dazu?
Auf jeden Fall sollte man dieses Land ruhig wieder mal besuchen, um die weitere Entwicklung zu verfolgen.
Natürlich bleibt sich dieses Blog treu und verliert noch ein paar Worte zur chinesischen Küche. Ich habe in Shanghai viele interessante kulinarische Erfahrungen gemacht, die mich in meiner Vermutung bestärkt haben, dass die hierzulande angebotene chinesische Küche mit ihrem Einheitsgeschmack nicht das ist, was die Chinesen essen. Extreme Produkte waren bis auf ein paar Frösche in einem Szechuan-Restaurant eher selten, dafür überraschten völlig ungewohnte Aromen und Zubereitungsweisen bekannter Zuaten, wie etwa Huhn oder Schwein. Überraschend, dass Reis kaum serviert wird, bzw. wenn dann nur auf ausdrückliche Nachfrage. Es gilt offenbar als Ausdruck des Wohlstandes, dass man keinen Reis benötigt, um satt zu werden. Klar auch, dass das wohl für die Mehrzahl der Chinesen unerreichbarer Luxus ist. Serviert wird uns viel Fleisch und Fisch, oft in Verbindung mit Gemüse, rein vegetarische Gerichte sind selten. Wenn man mit vielen Leuten am Tisch sitzt, wird eine große Vielfalt an Speisen serviert, von denen sich jeder nach Belieben bedienen kann - so etwas ist natürlich ganz nach meinem Geschmack. Nicht alles war lecker, aber das Meiste schon - auch das lohnt der intensiveren Beschäftigung auf künftigen Reisen.
Bilder folgen.

Sonntag, 3. April 2011

Radeln, die Erste

Angesichts des herrlichen Sommerwetters fügte es sich aufs Feinste, dass wir für diesen Sonntag ohnehin die erste Radtour des Jahres geplant hatten. Freilich kamen nicht nur wir auf diese Idee und so ziemlich alles, was sich noch in enge Klamotten zwängen oder sich zumindest aufs Rad heben lassen konnte, radelte auf den stadtnahen Wegen.
So auch wir, zunächst durch den Stadtpark, an dessen Ende es zum Glück schon ruhiger wird. Dort biegen wir in den Wasserwerkspark entlang der Zwönitz ein und folgen dem Zwönitztal durch Einsiedel und schließlich bis nach Burkhardtsdorf, mal links, mal rechts der Straße und manchmal geht es auch nur auf der zur Zeit zum Glück schon seit Jahren gesperrten B180. Insgesamt trotzdem eine schöne weitgehend ruhige Strecke, die in der Ortspassage Burkhardtsdorf wieder belebter wird. Nach dem Bahnübergang verlassen wir den Ort nach rechts und erklimmen den Berg hoch zum Eisenweg. Dem aussichtsreichen Weg auf dem Höhenzug folgen wir bis zum schwarzen Kreuz von wo wir uns zunächst Richtung Niederdorf orientieren, zuvor jedoch Richtung Steegenwald abbiegen, den wir nach Passieren einer Brücke unter der Autobahn erreichen. Eigentlich ein sehr idyllisches Wegstück am Bach, wenn da nicht die Autobahn wäre. Weiter geht es nach dem Steegenwald Richtung Ursprung und Mittelbach wobei wir dann im Wesentlichen immer auf der Höhe bleiben bzw. bergab rollen.
Schließlich kommen wir nach Chemnitz-Reichenbrand von wo wir schnell den Radweg entlang des Kappelbachs erreichen, der wiederum vollgestopft mit allem ist, was sich irgendwie im Sattel halten kann. Kurz darauf finden wir uns schon in Mutters Garten wieder, wo lecker angegrillt wird. Insgesamt knapp 60 km, die man hier besichtigen kann.
Muttern ist ja nun Rentner, was wir am Freitag abend in der Villa Esche zünftig gefeiert haben. Die Villa Esche ist für den Feinschmecker auf jeden Fall eine Empfehlung und darf sich ganz sicher zu den besten Adressen in Chemnitz zählen. Herausragend das Kalbbries als Vorspeise und das Kalbsschnitzel mit Morcheln und Spargel. Die rot-grüne Suppe von roten Beten und Petersilie war wohlschmeckend, wobei ich mir den Petersilienteil noch etwas frisch-würziger erwartet hätte. Ein Fest fürs Auge war es freilich allemal. Sehr fein auch das Dessert, von dem ich nur auf fremden Tellern genascht habe, aromatische Erdbeeren und ein feiner noch bissfester roter Rhabarber mit Vanilleeis.

Sonntag, 27. März 2011

Ein Wochenende im Jagdhaus Waldidyll und drumherum

Das Jagdhaus Waldidyll bei Hartenstein stand schon lange auf unserer Agenda und dieses Wochenende war es nun endlich so weit, trotz widriger Wetteraussichten nach einer typischen Rentnerwoche haben wir uns kurz entschlossen da eingemietet.
Das Hotel befindet sich in einem schönen alten herrschaftliches Haus, die Zimmer sind geräumig und stilvoll eingerichtet. Der Service ist ebenso perfekt wie unaufdringlich - so wie man es in Hotels dieser Klasse erwartet (aber leider nicht immer vorfindet). Natürlich wären wir nicht da, wenn man dort nicht ein Feinschmeckerrestaurant, den Feengarten betreiben würde. Am Freitagabend lassen wir uns das Halbpensionsmenü servieren, welches in drei Gängen schon mal vermittelt, dass man hier kochen kann. Samstag abend dann das ganz große Menü, 6 Gänge + 2 Appetitanreger, herausragend war eindeutig der Kabeljau auf Roten Beten, sehr fein auch das Mangosorbet als Zwischengericht, aber auch der Rest der Menüfolge war durchweg sehr gelungen. Für den interessierten Leser hier die Menüfolge:
1) Sülze von der Barbarie-Ente in geliertem Schalottensud mit geräucherter Entenbrust an einem süß-sauren Selleriesalat
2) Kräftige Ochsenschwanzessenz mit Allerlei vom Wurzelgemüse und gebackenen Würfelchen vom Ochsenschwanz
3) Kabeljaufilet -aus dem Kräuterdampf- mit einer Senfsaatsoße auf glacierter Roter Bete und Kartoffelstampf
4) Hausgemachtes Mango-Pfeffer-Sorbet
5) Geschmortes & Gebratenes vom Lamm an Balsamico-Essig-Jus mit Artischockengemüse, dazu Kartoffel-Gemüse-Roulade
6) Waldidyll Dessert Variation
Als Basis für dieses opulente Menü musste natürlich eine zünftige Wanderung her, wenngleich am Samstag das Wetter alles andere als freundlich war. Immer wieder regnete es, es war kaum länger als eine halbe Stunde trocken. Trotzdem brachen wir zu einer schönen großen Runde auf und da die Schauer nicht all zu heftig ausfielen, blieben wir unter den Jacken auch recht trocken.
Zunächst ging es vom Hotel nach Hartenstein, auf einem idyllischem Talweg kommen wir in das nette kleine Städtchen. Es fällt auf, dass Hartenstein wie auch viele umliegende Orte insgesamt in sehr gutem Zustand ist, vieles fein saniert und kaum noch verfallene Häuser. Die Präsenz von nicht weniger als 4 Feinschmeckerlokalen in einem Umkreis von kaum 15 km spricht auch dafür, dass ein gewisser Wohlstand in der Gegend vorhanden ist. Auch der Feengarten im Waldidyll wird ja rege von Einheimischen besucht. Durch Hartenstein hindurch wandern wir hinauf zum Höhenzug Richtung Wildenfels. Am Ort Wildenfels mit seinem Schloß vorbei wandern wir mit immer wieder schönen Aussichten bis zum Wiesenburger Ortsteil Schönau, wo wir hinab ins Muldental gelangen. Nach kurzer, kulinarisch nicht erwähnenswerter Sättigung folgen wir dem Lauf der Mulde zurück Richtung Hartenstein bis zur Fährbrücke wo wir das Tal steil bergan in Richtung Langenbach verlassen. Weiter geht es Richtung Wildbach, von wo wir durch den Hartensteiner Forst Richtung Burg Stein wandern, von wo es nur noch wenige hundert Meter zurück zum Hotel sind. Eine schöne große Runde entlang und um das Muldental mit immerhin 5 Stunden Gehzeit durch abwechslungsreiche Landschaft liegt hinter uns.
Wesentlich freundlicheres Wetter begleitete uns heute auf einer zweiten Wanderung, deren Ausgangspunkt das benachbarte Lößnitz war. Wir starten am Parkplatz unterhalb des Marktes, an der unweit liegenden kleineren Kirch beginnen die Wanderwege, wobei wir zunächst der alten Salzstraße bergan durch idyllisch gelegene dörfliche Teile von Lößnitz folgen. Am Schieferteich finden wir erste Zeugnisse des Schieferbergbaus, der die Region über Jahrhunderte prägte. Weiter geht es bergan, bis wir fast auf dem Bergrücken die alte Bahnstrecke Zwönitz-Scheibenberg erreichen, auf der wir bequem nach Zwönitz wandern. Zwönitz streifen wir nur und wandern hinüber nach Lenkersdorf auf einen Höhenrücken, wo wir auf den Schieferlehrpfad treffen, der uns vorbei an urigen alten Steinbrüchen zurück Richtung Lößnitz führt. Auf dem Weg nach Lößnitz tun sich immer wieder tolle Fernblicke auf den Kamm des Erzgebirges auf, besonders imposant ist der Blick nach Schneeberg, dessen Silhouette von einer gigantischen Kirche dominiert wird. Kurz vor Lößnitz kehren wir noch kurz ein und finden uns dann bald nach einer wiederum sehr schönen Rundwanderung und 4 Stunden Gehzeit am Ausgangspunkt wieder.
Insgesamt ein sehr schöner Kurzurlaub wie wir für dieses Jahr noch viele angedacht haben.
Im Übrigen scheint es so, als hätte Bawü jetzt einen grünen Ministerpräsidenten, was das gelungene Wochenende wohl insgesamt noch abrundet.

Montag, 21. März 2011

Wandern mit Kind und Kegel oder Ein frettchenfreies Märzwochenende

Da war es nun so weit. Es war beschlossen, dass ich keinen Linuxtag mehr becatern wollte, folglich musste ein zünftiges Alternativprogramm her, auf dass mir an diesem Wochenende nicht fad wird.
Nachdem R., der Verräter, leichtsinnigerweise doch noch zugesagt hatte, beim Linuxtag zu helfen, blieben nur noch RTLP, HOB und T.M..
Unglücklicherweise war dann auch noch Herr O. der Meinung, krankheitsbedingt ausfallen zu müssen, so dass sich der Teilnehmerkreis zunächst weiter einschränkte. Genug jedoch mit dem Vorgeplänkel.
Erster Tag, Samstag: Wandern mit RTLP und T. im Rabenauer Grund. Zunächst trifft man sich am Bahnhof Freital-Coßmannsdorf und besteigt die Weißeritztalbahn, die bei den anwesenden Kindern schon mal für große Begeisterung sorgt und uns nach Seifersdorf bringt. Von dort laufen wir entlang der Bahnlinie wieder zurück, womit die Strecke schon hinreichend beschrieben wäre.
An sich ist die Strecke auch nicht all zu weit, dank intensiven Einsatzes der Herren T.H. (4 Jahre) und P. (2 Jahre) gelingt es aber, die Durchschnittsgeschwindigkeit auf knapp unter 1 km/h zu drücken, so dass genügend Zeit bleibt, das idyllische Tal mit dem Flusslauf der Weißeritz, vielen Felsen und dem immer wieder auftauchenden dampflokgetriebenen Zug ausgiebig zu bewundern. Nachdem Herr T.H. feststellt, dass er mit meiner Assistenz gar vorzüglich klettern kann, verbringen wir den Rest der Strecke damit, gefühlt alle zwei Meter gemeinsam die Felsen hochzulaufen.
Wandern mit Kindern ist echt toll! Einziger Wermutstropfen, für die gewählte Geschwindigkeit war es einfach zu kalt - im Sommer aber gern wieder.
Da wir nicht recht sicher sind, ob uns HOB nicht einfach belogen haben, beschließen wir, auf dem Rückweg noch einen Kontrollbesuch einzulegen. Und siehe da, alle sind wohlauf und es ist sogar Kuchen da. Einzig H. sieht man an, dass sie wohl doch einige Tage im Krankenhaus war. Nichtsdestotrotz beschließen die drei, für den Abend zu uns zu stoßen. Ferner beschließen wir, mit HOB zu Fuß zu RTLP zu gehen, so dass wir uns kurz darauf auf einer gut einstündigen Wanderung quer durch Dresden wieder finden. B. wählt die Strecke so geschickt, dass wir so ziemlich alle häßlichen Ecken Dresdens sehen und die Altstadt konsequent meiden.
Kurz nach der Ankunft gibts dann auch schon lecker Essen, Wein, Sekt und Bier, nette Gespräche und Tag 1 wirkt gelungen.
Tag 2, Sonntag beginnt recht früh, Herr T.H. zeigt großes Engagement, mir das Badezimmer frei zu machen, vermutlich in der Hoffnung mich recht schnell für diverse Spielchen gewinnen zu können. Nach einem leckeren Frühstück mit den Kindern (O-Ton Herr T.H. "Ich hab heut nämlich schon mal gekotzt ...") verlassen wir die gastliche Familie und ich beschließe mit Herrn T.M. noch mal ein paar Meter (oder Mäder?) zu machen. Zum Ziel wird kurzentschlossen das Triebischtal bei Meißen auserkoren.
Wir starten am Gasthof Rehbockschänke und wandern zunächst zum idyllisch gelegenen Batzdorf. Von dort geht es rüber ins Rehbocktal und entlang eines lauschigen Bachlaufs bergauf bis zu einem Speicher. Entlang eines ruhigen Sträßchens laufen wir nach Bockwen, welches wir durchqueren und einem alten Hohlweg folgen, der uns hinüber ins Triebischtal nach Buschbad bringt. Dort queren wir die Triebisch und folgen bei der Bahnlinie einem Weg steil bergan zum Aussichtspunkt Götterfelsen mit schönem weiten Blick ins Tal. Von dort wandern wir immer auf der Höhe bleibend (was nicht immer gelingt) mit schönen Ausblicken auf die Albrechtsburg gen Meißen. Durch diverses nutzloses Hin und Her ganz schön geschafft, stärken wir uns erst mal im zweitbesten Cafe und laufen schließlich entlang der Elbe zurück zum Parkplatz. Insgesamt kam dann mit doch vier Stunden Laufzeit eine zünftige Tour zusammen, die einen schönen Ausgleich zum Vortag, aber auch eine tiefe abendliche Erschöpfung brachte. Auf jeden Fal war Tag 2 auch gelungen.
Bliebe noch von den Tagen 0 und -1 zu berichten, die ich Herrn R, dem Verräter, widmete. Am Abend -1 gab es feines Bierchen beim Onkel Franz, der ersten Adresse für bodenständige Gaumen- und Kehlenfreuden auf dem Kassberg. Um dem ursprünglich mit Herrn R. angedachtem Ziel des Wochenendes, nämlich Wandern in Verbindung mit höchster Kulinarik, doch noch ansatzweise nahezukommen, sind wir am Abend 0 ins Alexxanders eingefallen, wozu im Wesentlichen zu sagen wäre, dass es gewohnt gut ist. Ansonsten wurden darüber ja hier schon genügend Worte verloren. Übrigens ist Prosecco mit Campari erstaunlich lecker.

Sonntag, 27. Februar 2011

Rund um Wittgensdorf

Nachdem gestern strahlender Sonnenschein herrschte, setzen wir heute bei nunmehr trübem Wetter die Reihe stadtnaher Wanderungen fort.
Ausgangspunkt ist wiederum ein Einkaufszentrum - dieses Mal das Chemnitz-Center, welches wir in etwa auf Höhe von "Toys are us" von der Ringstraße aus in östlicher Richtung verlassen und zunächst der grünen Markierung "Rund um Chemnitz" folgen. In einer Gartenanlage verlassen wir diesen Weg und folgen nunmehr der gelben Markierung "Rund um Wittgensdorf", die uns durch den Ort zu einem Weg entlang der Bahnstrecke Leipzig-Chemnitz führt. Von hier kann man immer wieder die gewaltigen Dimensionen des Chemnitz-Centers bewundern, für die Stadtenwicklung sicher die größte Katastrophe nach den Bombenangriffen und dem Wiederaufbau einer sozialistischen Stadt.
Bald sehen wir jedoch auch davon nichts mehr und wandern durch ruhige Flure, allenfalls die nahe Bundesstraße hört man ab und an. Bald erreichen wir einen weiteren Ortsteil von Wittgensdorf, sehen verfallene Bahnanlagen und verlassene Bahngebäude und gelangen schließlich bis Herrenhaide, wo wir rechts unter der Bahn hindurch in Richtung Naturschutzstation abbiegen.
Wir folgen weiter der gelben Markierung, durch ein Waldstück mit einer extrem hohen Dichte an Nistkästen und gelangen schließlich in ein idyllisches Flußtal, welches uns bis in den verträumten Ort Murschnitz bringt. Allerdings war dieser idyllische Wiesenweg über weite Strecken nur dank des noch gefrorenen Bodens begehbar, bei Tauwetter kann man die sumpfigen Passagen aber auf dem nahen Feld umgehen. Hier verlassen wir den Weg "Rund um Wittgensdorf" zu Gunsten einer kleinen Erweiterung, welche uns über Köthensdorf bis an den Rand des Chemnitztals bringt. Schließlich sehen wir tief links unten den Chemnitzfluss, bleiben aber immer oberhalb des Tals bis zum Reiterhof. Dort links bringt uns ein Fußweg mit schönem Blick ins Chemnitztal und die Höhen dahinter, wiederum in einen weiteren Ortsteil von Wittgensdorf, den wir aber kurz rechts der Hauptstraße folgend, gleich wieder nach links auf dem Heuweg verlassen. Dieser bietet nochmals schöne Blicke auf die Umgebung bis wir Heinersdorf erreichen, wo wir wieder auf die grüne Markierung treffen. Durch eine Siedlung, in der man offenbar gerade, wie an vielen anderen Stellen des Wegs auch, die Abschaffung der Baumschutzsatzung in Sachsen durch das Fällen zahlreicher alter Bäume würdigt, gelangen wir wieder zur Bahnstrecke, die wir sogleich untertunneln. Das letzte Stück führt uns durch einen idyllisch gelegenen Teil von Wittgensdorf, der aber leider sehr unter dem Lärm der nahen Autobahn leidet. Schließlich gelangen wir der grünen Markierung weiter folgend in eine urige Gartenanlage, wo sich unser Weg sogleich schließt.
Auf dem Rückweg kaufen wir bei Gränitz noch leckere Torte ein und stärken uns damit zu Hause erst einmal ordentlich.
Insgesamt eine sehr schöne Runde von ca. 18 km für die wir vier Stunden benötigen. Sowohl in Richtung Burgstädt wie auch ins Chemnitztal hinein gibt es sicher auch noch viele Ausbaumöglichkeiten dieser Tour, so dass wir bestimmt bald mal wieder in diese Gegend zurückkehren werden.

Benzin

Die Oper Chemnitz hat sich mit der Wiederentdeckung vergessener Opern in der deutschen Opernszene längst einen guten Namen gemacht. Auf die Spitze getrieben wird das Ganze mit einer Uraufführung der 1929 von Emil Nikolaus von Reznicek geschriebenen Oper "Benzin" in Chemnitz im Jahr 2010. Gestern konnten wir nun der letzten von sechs und noch immer nahezu ausverkauften Vorstellungen beiwohnen.
Nun mag man sich natürlich fragen, ob diese Opern nicht zu Recht in Vergessenheit geraten sind und sicher, ohne diese in Chemnitz wiederentdeckten Opern würde der Welt wahrscheinlich auch nicht viel fehlen.
Was aber der Oper Benzin an musikalischem Tiefgang und anspruchsvoller Handlung fehlt, wird durch trefflichen Klamauk und große Spielfreude der Darsteller in einer kurzweiligen Inszenierung mehr als wett gemacht. Zumindest in der zweiten Hälfte dürfen die Sänger auch ab und an mal zeigen, was sie können, wenngleich die Grenze zur Operette sicher nicht mehr all zu weit weg ist, Sprechgesang dominiert das Geschehen.
Auf jeden Fall waren es zwei Stunden trefflicher Unterhaltung die in einem furiosen Finale münden und irgendwie wäre es dann doch schade, wenn so etwas keiner aufführte.
Nach der Oper bekam auch das Heck-Art mal wieder eine Chance. Und siehe da, man behandelte uns freundlich und auch das Eindecken für den Brunch hatte offenbar noch Zeit, so dass wir den Opernabend bei leckeren Kleinigkeiten angenehm ausklingen lassen konnten.
Übrigens bietet das Heck-Art derzeit ein all-inclusive 5-Gänge Menü mit Weinen zum Preis von 29 Euro an, für den Preis macht man da sicher nichts falsch.